Östersund (dpa) - Ein Jahr nach ihrem kometenhaften Aufstieg zahlt Magdalena Neuner Lehrgeld, doch das Lächeln hat sie deshalb nicht verlernt. Bei den Biathlon-Titelkämpfen in Östersund ließ die jüngste Dreifach-Weltmeisterin ihren jugendlichen Charme spielen.
«Es ist einfach super, dass ich bei der WM dabei bin. Mit 21 Jahren. Das muss man sich immer vor Augen führen. Das ist eh ein Wahnsinn», sagte sie. Und ergänzte: «Ich habe noch einige Jahre vor mir.» Mit ihrer Nachfolgerin Andrea Henkel als Weltmeisterin im Sprint und in der Verfolgung hat Magdalena Neuner ein Gläschen getrunken. «Wir haben darauf angestoßen, denn ich kenne das Gefühl. Es ist ein sehr schönes», sagte Deutschlands Sportlerin des Jahres, die ihr medaillenloses Auftakt-Wochenende nach durchwachsenen Leistungen am Schießstand kurzerhand abhakte. «Jetzt läuft es. Ich haben noch einige interessante Wettkämpfe vor mir», glaubt die Biathletin aus dem bayerischen Wallgau.
Schon in der Mixstaffel will sie sich an der Seite von Michael Greis, Andreas Birnbacher und Sabrina Buchholz die ersehnte Medaille erkämpfen. Im Einzel wird sie dagegen nicht in die Spur geschickt. Beim Massenstart wird sie wohl wieder dabei sein. Und über ihren Staffel-Einsatz am Schlusstag ist noch nicht entschieden. «Klar wäre es schön, wenn ich laufen dürfte. Aber ich schaue nicht so weit nach vorne», sagte sie.
«Sie hat gezeigt, dass sie sich von ihrer Angst befreit hat», meinte Damen-Bundestrainer Uwe Müssiggang. Nach den vier Fehlschüssen im Stehendanschlag bei fünf Versuchen im Sprint-Wettbewerb zeigte sich Magdalena Neuner im Verfolgungsrennen stark verbessert. Zehn Schuss im Stehen, acht Treffer. «In der Verfolgung habe ich es genau so gemacht, wie ich es im Training auch immer mache. Ich habe mich einfach hingestellt, ohne groß drüber nachzudenken», sagte sie. Am Tag zuvor sei sie zu euphorisch gewesen: «Da wollte ich zu viel.»
Schwierig gestaltet sich die Ursachenforschung. Im Sommer treffe sie super, erzählte sie. «Dann ist Wettkampf, dann ist alles anders.» Müssiggang nimmt seinen laufstarken Jungstar in Schutz: «Sie ist zum Lernen da. Sie braucht solche Rennen in der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Vancouver. Solche Erfahrungen kann man nur bei der WM sammeln.»
Vor einem Jahr bei der WM in Antholz, als «Lenas» Stern aufging, war alles anders. «Da war ich glücklich, dass ich überhaupt dabei sein durfte.» In diesem Jahr sei alles «sehr viel schwerer», klagte sie. Klar ist ihr, dass die Schonzeit nicht ewig geht. «Durch die drei Goldmedaillen bin ich in einer anderen Situation.»


Bild vergrößern