Dakar - Spanier sticht Asse aus, Duell wird Krimi
Mi 11.Jan. 19:40:00 2012
Joan Barreda Bort hat auf der zehnten Etappe der Rallye Dakar für eine Überraschung gesorgt. Der junge Spanier gewann die 377 Kilometer lange Prüfung zwischen Iquique und Arica (Chile)und bescherte dem Husqvarna by Speedbrain-Team aus Deutschland einen umjubelten Tagessieg.
Im KTM-Stallduell hatte Marc Coma die Nase vorne. Der Spanier nahm Cyril Despres zwei Minuten ab und verkürzte den Rückstand in der Gesamtwertung auf 21 Sekunden. Despres verteidigte knapp die Führung.
Die zehnte Wertungsprüfung von Iquique nach Arica fiel mit 377 Kilometern deutlich kürzer aus als die Strecke vom Vortag. Zunächst wärmten sich die Motorradfahrer auf einer Verbindungsstrecke über 68 Kilometer auf. Es warteten große und weite Sanddünen, die nicht einfach zu bewältigen waren.
Die Navigation stellte die Fahrer ebenfalls vor Herausforderungen. So nahmen einige Piloten im Verlaufe der Prüfung den falschen Weg. Auch die "Fesh-Fesh"-Abschnitte waren nicht zu unterschätzen.
Zweikampf spitzt sich zu
Barreda Bort sicherte sich nach einer Fahrtzeit von 4:10 Stunden seinen ersten Tagessieg in diesem Jahr. Coma hatte im Ziel 1:19 Minuten Rückstand.
Despres wurde als Dritter gewertet. Ihm fehlten 3:39 Minuten auf Barreda Bort. Wichtiger ist allerdings die Gesamtwertung. Coma hat heute zwei Minuten aufgeholt und liegt nur noch 21 Sekunden hinter seinem Konkurrenten. Despres konnte also die Gesamtführung verteidigen.
"Bis zu Kilometer 225 lief für mich alles gut, ich konnte ein hohes Tempo halten", schildert Despres. "Aber da ist mir ein kleiner Navigationsfehler unterlaufen und in diesem Moment hat Marc mich überholt."
"Er ist mit Joan Barreda zusammen gefahren, dem ich hier übrigens gratulieren möchte, denn er ist eine super Etappe gefahren. Auf diesem Niveau zählen die Sekunden! Das ist ein Szenario, das ich mir vorgestellt hatte, keine Überraschung. Ich bin zufrieden, dass ein weiterer Tag hinter mir liegt. Es ist jedenfalls nicht leicht, 377 Kilometer an der Spitze bei vollem Tempo zu fahren. Ob ich letztlich in seiner Staubwolke fahre oder er in meiner - das ändert nicht viel."
"Es wird zu 100 Prozent vom Fahrer abhängen."
Auch Coma erwartet bis Lima ein enges Duell. "Das ist der Ton der Rallye und ich glaube, dass wir bis zum Schluss kämpfen werden. Wir versuchen ständig, den Unterschied herauszufahren, und mit dem Grenzübergang nach Peru kommt die entscheidende Phase. Es sind kleine Dinge, die über den Ausgang entscheiden werden. Wenn beide das gleiche Niveau, das gleiche Team und das gleiche Motorrad haben, ist es für ihn genauso schwer wie für mich. Es wird zu 100 Prozent vom Fahrer abhängen."
Morgen geht es weiter nach Arequipa. Auf die Motorradfahrer wartet eine Wertungsprüfung über 534 Kilometer.
Doppelsieg für Kamaz
Auch bei den Tucks verlief die Etappe turbulent und spannend. Zu Beginn zeichnete sich das gewohnte Duell an der Spitze ab. Nach 189 der 377 Wertungskilometer lag Hans Stacey (Iveco) eine Sekunde vor Gerard de Rooy (Iveco). Das Bild änderte sich in der zweiten Hälfte. De Rooy, Stacey und Miki Biasion (Iveco) fuhren bei Kilometer 237 zu weit nach Norden.
Aus diesem Navigationsfehler schlug Artur Ardavichus (Kamaz) Kapital. Der Kasache übernahm die Führung und baute sich einen Vorsprung von vier Minuten auf de Rooy auf.
Der Niederländer gab aber mächtig Gas und überholte Ardavichus bis ins Ziel. Der Tagessieg ging aber an den Kamaz-Piloten. De Rooy reihte sich im Klassement hinter dem Russen Andre Karginow (Kamaz) als Dritter ein. Weil Stacey über 14 Minuten einbüßte, vergrößerte sich de Rooys Vorsprung in der Gesamtwertung auf knapp eine Stunde. "Wir haben zu Beginn der Wertungsprüfung den falschen Weg eingeschlagen und die Strecke der Wertungsprüfung von gestern gekreuzt", so de Rooy.
"Ich bin den Spuren der LKWs gefolgt und habe Hans mit ins Verderben gelockt. Es ist mir trotzdem gelungen, den Rückstand auf Ardavichus wieder aufzuholen und ihn knapp vor der Ziellinie zu überholen. Jetzt werde ich versuchen, den Vorsprung zu halten, den ich habe, und so bis Lima weiterzumachen." Spannend ist der Zweikampf um den zweiten Platz. Ardavichus liegt nur noch 4:50 Minuten hinter Stacey.
Höhepunkte der 10. Etappe:
news Dakar - Moto
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Gerald Dirnbeck / Motorsport-Total.com
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