Dakar - Kleinschmidt - Dakar-Comeback? "Warum nicht"

Mi 11.Jan. 14:19:00 2012

Einmal dabei, immer dabei: Jutta Kleinschmidt kann sich auch mit bald 50 Jahren ein Comeback bei der Rallye Dakar vorstellen. Aufs Klinkenputzen bei Sponsoren hat die einzige Frau, die jemals gewinnen konnte, keine Lust mehr. Ein Comeback will sie aber "absolut nicht" ausschließen.

2008 rallye Jutta Kleinschmidt, aufgenommen während der siebten Etappe der Rallye Dakar 2007 in Marokko. - 0

"Wenn jetzt ein tolles Team kommen würde, bei dem alles stimmt - warum nicht?!", sagte sie in einem Interview.

1988 startete Kleinschmidt zum ersten Mal, aber nicht auf vier, sondern auf zwei Rädern. Damals trug das Spektakel noch den Namen Paris - Dakar. Weitere dreimal absolvierte die gebürtige Kölnerin die Rallye mit dem Motorrad, danach folgten 13 Teilnahmen mit dem Auto. Die erfolgreichste 2001. Zusammen mit dem Münchner Co-Piloten Andreas Schulz gewann Kleinschmidt das Offroad-Spektakel. 2007 war sie zum letzten Mal dabei - bis jetzt.

Traum vom grünen Auto

Denn selbst im sonnigen Florida, wo sie während der 33. Auflage im Urlaub ist, beobachtet sie das Geschehen via Internet. "Wenn man die Autos sieht und die schöne Landschaft - das ist ja im Blut. Man liebt diese Art von Abenteuer. Man kann nicht sagen, dass einen das nicht mehr interessiert oder nicht mehr juckt", sagte Kleinschmidt.

Ihre Wunschvorstellung: "Dass sich ein Team mit einem Hersteller hinsetzt und versucht, ein möglichst grünes Auto auf die Beine zu stellen. Das wäre ein tolles Projekt." Dafür, so glaubt Kleinschmidt, ließen sich auch Sponsoren begeistern.

"Problem ist immer das Geld"

Schon damals zu ihrer Rennzeit, erzählte die Wahl-Monegassin, habe sie rund eine Million Euro für einen Start bei der Dakar auftreiben müssen. "Das Problem ist immer Geld. Wenn man ein Team bilden oder mitfahren will, vor allem jetzt ohne Werksteams, muss man das Geld über Sponsoren finden", sagte Kleinschmidt.

Einfacher haben es da die Beifahrer. Dem einen Fahrererfolg bei der Dakar stehen immerhin vier deutsche Co-Piloten mit Siegen gegenüber. 1980 machte Gerd Löffelmann den Anfang, dann navigierten Schulz (2001 und 2003), Dirk von Zitzewitz (2009) und Timo Gottschalk (2011) ihrer Chauffeure jeweils zum Sieg. Schulz und Zitzewitz sind auch in diesem Jahr wieder mit dabei. "Der wird gewählt, wenn er gut ist. Der hat nie das Problem, selber das Geld auf die Beine stellen zu müssen", sagte Kleinschmidt über die Engagements der Beifahrer.

Kleinschmidt würde sich auch für die Rückkehr der Werksteams stark machen, nachdem VW mit dem Hattrick in der Tasche das Dakar den Rücken kehrte und in diesem Jahr sein Comeback in der Rallye-WM gibt. "Jetzt sind noch etwa fünf Piloten da, die um die Siege fahren - dann ist Schluss. Als Spitzenfahrer möchte man Werksteams haben", sagte Kleinschmidt. Und dann könnte sie wieder mit dabei sein: Entweder am Steuer oder im Team involviert.

Video - Dakar-Titelverteidiger aus dem Rennen

Dakar : Etappe 9

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Jens Marx / dpa

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