Shanghai Masters - Tag der Comebacks in Shanghai

Eurosport - Fr 10.Sep. 18:40:00 2010

Der Viertelfinaltag beim Shanghai Masters war der Tag der Comebacks. Sowohl Jamie Burnett gegen Mark Davis als auch Ali Carter gegen Matthew Stevens schafften das Kunststück, nach einem 1:4-Rückstand noch mit 5:4 zu gewinnen.

- 0

Burnett trifft nun im Halbfinale auf Jamie Cope, der Graeme Dott mit 5:2 geschlagen. Carters nächster Gegner ist Mark Selby nach dessen 5:1 über Mark King.

Dramatischer hätte das Ende des Matches zwischen Ali Carter und Matthew Stevens nicht sein können. Nachdem er zum 4:4 ausgeglichen hatte führte Captain Carter im Entscheidungsframe schon mit 50:0, doch er ließ Stevens noch einmal in den Frame zurückkommen. Der Waliser hätte den Tisch abräumen müssen, um auf Schwarz zu gewinnen, aber er verschoss die entscheidende letzte Schwarze. Carter krachte den Ball mit höchstem Risiko lang in die gelbe Tasche und hatte gewonnen.

Mühevolles 32er-Break

Zu Beginn der Begegnung hatte Matthew Stevens an seine Leistung vom Vortag angeknüpft. Mit konstanten Breaks führte er zur Pause mit 3:1, obwohl Ali Carter mit einer 76 für das bis dahin höchste Break gesorgt hatte. Als Stevens nach der Pause dank einer 87 auf 4:1 davonzog waren die Chancen von Carter auf ein Minimum gesunken. Der ließ denn auch den Druck von sich abfallen und meldete sich prompt mit einer 103 zum 2:4 zurück. Frame sieben gewann er dann auch schon mit einer langen Schwarzen. In Frame acht verschoss der Captain zwar zunächst den Frameball, aber der Comeback-Versuch von Stevens scheiterte, als er nach Rot Schwarz verschoss. Und dann kam der Entscheidungsframe.

Im Match zwischen den beiden Marks wurden die ersten drei Frames allesamt auf Schwarz entschieden. Mark Selby gewann den ersten, obwohl er schon mehrere Snooker brauchte. Nach dem Ausgleich durch Mark King reichte ihm in Frame drei ein 62er-Break nicht; wieder schaffte Selby ein Comeback und führte mit 2:1. Frame vier holte sich Selby dank eines mühevollen 32er-Breaks, bei dem fast alle Bälle an der Kopfbande lagen. Nach der Pause aber drückte der Masters-Champion dann aber auf die Tube: Mit zwei Centuries von 106 und 105 Punkten stürmte er in die Vorschlussrunde.

Dass Jamie Burnett ein 1:4 noch drehen und mit 5:4 gewinnen könnte hätte nach den ersten drei Frames niemand geglaubt. Mark Davis nämlich begann wie im Rausch und stürmte mit Breaks von 102, 84 und 82 Punkten mit 3:0 in Führung. Burnett hatte in dieser Phase nur eine einzige Rote lochen können. Erst in Frame vier fand er ins Match, als er auf 1:3 verkürzte. Als Mark Davis dann aber wieder auf 4:1 erhöhte schien das Ende nahe; Burnett hatte in Frame fünf nämlich schon mit 45:1 geführt, ehe Davis mit einer 57er-Clearance doch noch auf Schwarz gewann.

In der Folgezeit aber baute Mark Davis ab. Jamie Burnett brillierte nicht, fand aber immer besser ins Spiel. Eine 65 zum 2:4 war der Auftakt zum Comeback, und nach dem 3:4 schaffte er mit einer 90 sogar den Ausgleich. Im Entscheidungsframe hatten beide ihre Chancen. Burnett spielte eine 29er-Clearance bis Blau, hatte aber keine Stellung auf Pink. Als er dann aber nach ein bisschen Hin- und Her doch Pink lochte hatte der Schotte zum ersten Mal in seinen 18 Jahren als Profi das Halbfinale erreicht.

Jamie Cope und Graeme Dott begannen beide gut und zeigten bis zum 2:2 ein flottes Spiel. Nach der Pause aber war bei Dott die Fehlerquote deutlich höher. Jamie Cope war in Frame fünf gar auf Maximum-Kurs, verschoss aber nach 88 Punkten. Trotzdem holte er auch den etwas zerfahrenen sechsten Frame zum 4:2. In Durchgang sieben hatte Dott zwei große Chancen zu verkürzen, doch einmal verschoss er die letzte Rote als Double auf die grüne Tasche und dann setzte er auch Gelb neben die Tasche. Cope räumte von Gelb bis Pink ab und erreichte damit sein erstes Halbfinale seit dem China Open 2007, wo er im Finale gegen Dott verloren hatte.

TV-Tipp:

Verfolgen Sie die Shanghai Masters vom 7. bis 12.September auf Eurosport und Eurosport 2.

Rolf Kalb / Eurosport

Kommentare 1 - 5 of 5

Kommentare sortieren: Aktualität | Meist bewertet
  1. Matthew hat schon des öfteren klare Führungen aus der­ Hand gegeben. Ich sage nur die beiden WM Finals und­ auch ein WM Viertelfinale gegen Murphy, wo er was weis­ ich wie hoch geführt hat. Einfach schade, denn er ist­ einer der Spieler, die ich am allerliebsten sehe. Er­ wirkt sehr sympathisch und spielt ein gutes Snooker,­ aber leider oft zu nervenschwach. Schade.

    Von Olaf, am Mo 13.Sep. 8:55
  2. Carter ist dieses Turnier verdammt nervenstark. Carter­ gg. Selby ist wahrscheinlich das Topmatch dieses­ Turniers - da ist kein Favorit vorauszusehen.
    Burnett­ im Finale: ist ja Wahnsinn. Sehr schade für Cope, dass­ er sich so hat überrennen lassen. Aber nun gönne ich­ Burnett den Turniersieg.

    Von Nepomuk, am So 12.Sep. 3:00
  3. Wer hätte Burnett diesen eindeutigen Sieg gegen Cope­ zugetraut? Ich war echt überrascht heute morgen und­ freue mich schon auf Nachmittag.

    Von ranunkel35, am So 12.Sep. 2:34
  4. Schade für Matthew. Er hätte sich den Sieg nicht nehmen­ lassen dürfen. Vielleicht fehlen ihm zum Cut off dann­ genau diese verpassten Punkte für die Top 16. Naja,­ EPTC2 und World Open bieten noch die Chance auf weitere­ Punkte. Es bleibt eng und spannend.

    Von Ronnia, am So 12.Sep. 1:02
  5. Sehr schade für Matthew Stevens - da hben ihm nach­ seiner 4:1-Führung wohl doch noch die Nerven­ geflattert.
    Abgesehen von Carter und Selby bleiben nun­ erstaunlicherweise nur noch Spieler übrig, die wohl­ keiner auf seiner Liste hatte. Am ehesten würde ich es­ Jamie Cope gönnen: Der hat die meisten Ambitionen,­ spielt von Turnier zu Turnier immer souveräner und­ abgeklärter und noch kein Turnier gewonnen.

    Von Nepomuk, am Sa 11.Sep. 13:27
Kommentare sortieren: Aktualität | Meist bewertet

Kein Yahoo!-Nutzer? Kostenlos .