Eurosport - Mo 10.Sep. 15:28:00 2007
Roger Federer hat mit einem Triumph über Novak Djokovic zum vierten Mal in Folge die US Open gewonnen. Der Schweizer besiegte seinen serbischen Kontrahenten in einer sehr engen Partie 7:6 (7:4), 7:6 (7:2), 6:4. Für den Weltranglisten-Ersten war es der zwölfte Grand-Slam-Titel in seiner Karriere.
Beide Spieler gingen die Partie sehr konzentriert an. Nach einem kurzen, vorsichtigen Abtasten entwickelte sich ein interessantes Duell. Sowohl Federer als auch Djokovic ließen mit schnellen Spielgewinnen aufhorchen. Bis zum 5:5 im ersten Durchgang konnte sich keiner der beiden eine Breakchance erkämpfen. Die über 23.000 Zuschauer im Arthur Ashe Stadium waren bis dahin nicht in den Genuss langer Ballwechsel gekommen. Erst als sich Djokovic die erste Breakchance des Matches erkämpfen konnte, nahm die Dramatik zu.
Dem Break zum 6:5 ließ der Serbe sehr schnell ein 40:0 bei eigenem Aufschlag folgen. Alle drei Satzbälle konnte Djokovic in der Folge jedoch nicht nutzen. Auch zwei weitere reichten dem 20-Jährigen nicht, um den ersten Druchgang zu seinen Gunsten zu entscheiden. Federer hingegen bewies, wie so oft in solchen Momenten, Nervenstärke. Als er die erste Chance zum Rebreak bekam, schlug er zu. Die Entscheidung musste im Tiebreak fallen. Federer präsentierte sich hellwach und verbuchte die wichtigen Punkte auf seinem Konto. Bei seinem zweiten Satzball unterlief Djokovic ein Doppelfehler und der erste Satz ging an Federer.
Neuer Satz, altes Spiel
Der Verlauf des zweiten Satzes war ein Spiegelbild des ersten Durchgangs. Wieder war es Djokovic, dem das erste Break gelang. Aber erneut konnte der Serbe den Vorsprung nicht halten und gab den Satz im Tiebreak ab. Zuvor hatte der Weltranglisten-Dritte zwei Satzbälle ausgelassen.
Bei Federer schien indes der Knoten geplatzt. Nach vielen unnötigen Fehlern in den Sätzen eins und zwei, steigerte sich der Schweizer und bestimmte das Geschehen. Trotzdem wollte es "Fed-Express", wie der 26-Jährige in Amerika genannt wird, lange nicht gelingen, den Aufschlag seines Konkurrenten zu durchbrechen. Erst beim Stand von 5:4 aus der Sicht des Eindgenossen gab Djokovic mit einem Doppelfehler sein Service und das Match ab. Dies war gleichbedeutend mit dem vierten Triumph bei US Open von Federer in Folge. Seit seinem Achtelfinal-Aus gegen David Nalbandian 2003 ist der Schweizer in Flushing Meadows ungeschlagen.
Bonus-Million
"Es war nicht einfach. Die Niederlage in drei Sätzen hat Novak nicht verdient, man kann ihm nur zu seinem Spiel gratulieren. Ich war in den letzten Tagen sehr nervös. Ich habe die beiden Wochen in New York sehr genossen und natürlich komme ich nächstes Jahr wieder", freute sich Federer über seinen zwölften Grand-Slam-Titel. Neben den 1,4 Millionen Dollar Preisgeld strich der Titelverteidiger zudem einen Bonus von einer Million Dollar ein, weil er im Vorfeld der US Open auch die US Open Series gewonnen hatte.
Djokovic durfte sich über seine erste Teilnahme an einem Grand-Slam-Finale und über ein Trostpflaster von 700.000 Dollar freuen. "Zuerst einmal muss ich mich bei meiner Familie und den Fans bedanken. Es war super hier", sagte der "Komiker" unter den Tennis-Profis nach der Partie.
"Ich war sehr nervös und habe so viele leichte Fehler gemacht. Der Druck war einfach zu groß. Ich war mental bei den wichtigen Punkten schwächer als Roger. Aber das ist normal. Es war mein erstes Grand-Slam-Finale, das war nicht leicht vor dieser Kulisse. Jeder erwartete ein gutes Match. Aber ich denke, das war eines meiner besten Turniere bisher", erklärte ein trotz seiner Final-Niederlage glücklicher Djokovic weiter.
Viola Dietrich / Eurosport