Eurosport - Mo 10.Aug. 18:50:00 2009
Die Weisheit ist so alt wie das Spiel selbst: Neue Besen kehren gut. Doch stimmt diese Erkenntnis auch? Gleich neun Bundesligisten starteten mit neuem Trainer in die Saison, nur drei konnten ihre Debütpartien auch gewinnen. eurosport.yahoo.de macht die Bestandsaufnahme nach dem ersten Spieltag.
Meisterlich entledigte sich Armin Veh mit dem VfL Wolfsburg seiner ersten Aufgabe als Nachfolger von Felix Magath. Dem Champion war trotz Sommerpause und Transfergerangel kein Bruch im Spiel anzumerken. Der Coach schien entspannt, doch hinter der Fassade sah es anders aus: "Mir geht es nach 30 Jahren im Geschäft immer noch wie einem Schauspieler: kurz vor dem Auftritt steigt die Nervosität. Ich denke, das muss so sein." Die Premiere jedenfalls war gelungen, die Spielzeit kann kommen.
Ganz andere Vorzeichen dagegen beim ehemaligen "Leit-Wolf" Magath, der zwar mit Schalke 04 ebenfalls drei Punkte einfahren konnte, mit dem fehlerbehafteten Spiel seiner "Knappen" aber überhaupt nicht zufrieden war. "Wenn wir so weiterspielen, werden wir Schwierigkeiten bekommen", polterte der Trainer und forderte neues Personal: "Um vorn dabei zu sein, bräuchte ich noch den ein oder anderen Spieler." Auf Magath kommt noch viel Arbeit zu. Er muss aus einem Haufen Individualisten ein Team formen. "Die Tendenz ist doch mittlerweile so, dass Spieler oft darauf aus sind, zunächst selbst gut auszusehen, statt die Mannschaft gut aussehen zu lassen", erklärte Magath: "Aber das akzeptiere ich nicht." Erste Schritte zur Teambildung sind eingeleitet. Youngster Lewis Holtby jedenfalls kam nach seinem eigensinnigen Versuch, von der Mittellinie das Tor treffen zu wollen, geläutert aus der Kabine: "Was ich gemacht habe, war total falsch."
Fehlende Harmonie und kultivierter Ballbesitz
Die kürzeste Vorbereitung aller Neu-Trainer hatte der Mainzer Thomas Tuchel. Gerade einmal fünf Tage blieben dem ehemaligen A-Jugend-Coach des FSV, um die Profis nach der Pokalpleite gegen Lübeck wieder aufzubauen. "Ich habe versucht, der Mannschaft den Glauben an sich selbst zurückzugeben", erklärte der 35-Jährige. Vorgenommen hat sich Tuchel einiges: In jedem Heimspiel solle auf Sieg gespielt werden, zudem wolle man "den Ballbesitz kultivieren und uns noch mehr zutrauen". Beim Remis gegen Leverkusen waren Einsatzbereitschaft und der Glaube an die eigene Stärke schon zu erkennen, doch Tuchel weiß: "Wir müssen weiter arbeiten."
Auf der Gegenseite saß mit Jupp Heynckes der älteste aller Bundesliga-Coaches auf der Bank. Viel hängt davon ab, ob der Trainer-Fuchs die Misserfolge der letzten Jahre aus den Köpfen der Spieler bekommt, als man im Saisonfinale jeweils einen Platz im internationalen Geschäft verpasste. Anders als Sportdirektor Rudi Völler wollte der 64-Jährige nach dem Unentschieden am Bruchweg die "Schuld" für die verlorenen Punkte eher bei seinem spielerisch überlegenen Team als beim Referee suchen. "Wir haben es versäumt, das dritte Tor zu machen", sagte der Altmeister, der den verschossenen Foulelfmeter von Tranquillo Barnetta als "Knackpunkt" bezeichnete. "Aber wir haben fünf Positionen neu besetzt, da fehlt noch die Harmonie", analysierte Heynckes, der die Rückkehr von Kapitän Simon Rolfes, Gonzalo Castro und Arturo Vidal in die Startelf herbeisehnt.
Labbadia: "Die Mannschaft kann mehr"
Die Harmonie fehlte auch beim Hamburger SV noch, der sich bei Aufsteiger Freiburg ebenfalls mit einem Remis begnügen musste. Dabei war von der Handschrift Bruno Labbadias, der schnellen, vertikalen Fußball propagiert, noch nicht allzuviel zu sehen - fand auch der neue HSV-Übungsleiter: "Wenn man unser Spiel gesehen hat, kann man nicht zufrieden sein. Nach dem 1:0 haben wir das Fußballspielen eingestellt." Und das ist umso bitterer, fiel der Treffer schon in Minute drei. "Wir erwarten natürlich mehr, und die Mannschaft kann auch mehr", erklärte Labbadia, der dabei wohl auch daran dachte, dass er mit Berg, Elia und Rozehnal noch drei Spieler ins Team integrieren kann und muss.
Michael Frontzeck konnte bereits auf seine frisch verpflichtete Südamerika-Connection zurückgreifen, die ihm zumindest eine Halbzeit lang richtig Freude machte. Doch auch Arango und Bobadilla konnten nach dem Wechsel kaum noch Akzente setzen. Die Gladbacher zeigten zwar gute Ansätze, müssen jedoch Konstanz beweisen. Coach Frontzeck ist nach seinen Engagements in Aachen und Bielefeld gefordert, aus einer Mannschaft mit spielerischem Potenzial auch eine erfolgreiche Truppe zu formen.
Skibbe im Glück, Pech für Soldo
Gleiches gilt auf einem anderen Niveau für Louis van Gaal, der mit den Bayern an seinem 58. Geburtstag nur einen Punkt aus Hoffenheim mitnehmen konnte und mit dem Spiel seiner Mannschaft nicht zufrieden war: "Wir haben in der ersten Halbzeit das Fußballspielen vergessen", monierte der Niederländer, "wir haben die Situationen nicht ausgespielt, das ist nicht professionell." Mit der zweiten Hälfte konnte van Gaal dann jedoch leben. Wenn er jetzt noch Franck Ribéry zum Bleiben überredet und den bereits maulenden Anatoli Timoschtschuk mit Spielzeit versorgt, kann es für die Münchner nur noch besser werden.
Von Glück und Unglück können Michael Skibbe und Zvonimir Soldo ein Liedchen singen. Während der Neu-Frankfurter Skibbe, der seinem Team nach den ersten Tests die Bundesligatauglichkeit abgesprochen hatte, nach dem Auftaktsieg in Bremen "nicht nur mir dem Ergebnis, sondern auch mit der Leistung sehr zufrieden" war, musste Kölns Soldo in Dortmund mitansehen, wie einzig der FC-Torhüter überzeugen konnte. "Mondragon hat uns lange im Spiel gehalten", resümierte der Trainer-Neuling. Die Hoffnungen ruhen in Köln auf der Rückkehr des Sturmduos Podolski/Novakovic. Denn die Defensive hielt den Sturmläufen des BVB stand, nur offensive Entlastung gab es nicht. In Frankfurt bleibt man trotz der unerwarteten drei Punkte realistisch: "Es hätte auch anders ausgehen können", gab Skibbe zu. "Glück war für uns, dass das 3:2 genau zum richtigen Zeitpunkt fiel."
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Kommentare 1 - 6 of 6
hej breucki du nase , ich bin zwar schalke fan aber bleib ma aufm boden das wird noch nix mit meisterschale ,der falix hat noch ne menge arbeit mit der gurkentruppe die muessen erstma angeschoben werden ,ausserdem vergisst du das gluecksspiel der bayern die masselkicker von der isar und die alten dortmunder hoesch banausen kønnen auch mehr zeigen also wartet ma ab wir sind erst am anfang ,ich hoffe es wird spannend genug fuer alle beteiligten freuen wir uns das der ball wieder rollt und die bayernfans einen auf den @#$% bekommen lol ,trotzdem glueck auf und das schalke in den oberen rængen bleibt ,im næchsten jahr duerfen sie dann mal den meistertitel holen gg
hilsen snoopy
Schalke wird Meister!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
trainer wie magath gibts nur einmal die soviel fußballfachkenntnisse haben und das auge für talente und probleme erkennen können!
mit magath wird schalke diese saison viel erreichen ich weiß nicht ob es zur meisterschaft reicht aber magath selbst sagte das er zeit braucht hoffe das schalke diese auch ihm gewährt!
ansonsten wird schalke richtig gut spielen unter meister trainer felix!
eine weitere ära wird leverkusen haben denn mit heynckes hat man einen dicken fisch anland gezogen der seit langem im fußballgeschäft ist und auch wie magath sehr viel fußballkenntniss besitzt!
grüße ausm siegerland
Das mit dem 3 steigen ab ist ja dann doch nicht so sicher
wenn alle trainer das hin bekommen werden.. geht wohl jedes spiel remis aus
also kann man sehn wie man will
sicher ist.. einer wird meister und 3 steigen ab !
wow, jeder der gennannten Trainer hat es auf den Punkt gebracht, ... analysieren können sie also schon mal, .. gehts jetzt also nur noch an die Umsetzung der angesprochenen Fehler, ...
wenn sie das genauso hinkriegen, dürfen wir uns aus eine tolle und spannende Saison freuen, ..
guter Artikel, Daumen hoch
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