Peking (dpa) - Einen Tag vor dem ersten Wettkampf haben sich die deutschen Slalom-Kanuten nach der Streckenbesichtung angriffslustig gezeigt. «Wir sind nicht hier hergekommen, um mitzufahren. Zwei Medaillen sind realistisch», sagte Bundestrainer Jürgen Köhler im Shunyi-Park.
Am 11. August paddeln Jan Benzien (Leipzig) im Canadier-Einer und Alexander Grimm (Augsburg) im Kajak-Einer als erste Starter des Deutschen Kanu-Verbandes. Beide können einen Platz auf dem Podest erreichen. Die größte Medaillen-Hoffnung der Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) ist jedoch Kajak-Einer-Weltmeisterin Jennifer Bongardt (Köln), die wie der Canadier-Zweier aus Sebastian Piersig/Felix Michel (Spremberg) am 13. August die Qualifikation angeht.
Grimm und Benzien erwartet beim Kampf um den Einzug in das Finale nicht die befürchtet anspruchsvolle Strecke - und genau darin liegt eine Gefahr. «Die Strecke ist relativ leicht gesetzt, aber umso höher wird die Geschwindigkeit und umso schneller kann man Fehler machen», sagte Köhler. «Bei Olympia hätte ich eine schwerere Streckensetzung erwartet.» Die Tore wurden nicht so schwierig gesetzt wie man es beim DKV erwartet hatte, dennoch gilt die Strecke wegen ihrer Wasserwucht sowie der vielen gegenläufigen Walzen und Wellen als die schwerste der Welt. «So eine schwere Strecke bin ich noch nie gefahren, aber es ist eine richtig schöne Strecke», sagte Bongardt, die sich mit ihren Teamkollegen auf rund 10 000 Zuschauer freuen kann.
Gerade die Zuschauerzahl dürfte für die sonst fast abseits der Öffentlichkeit paddelnden Kanuten ungewohnt sein. «Das ist gigantisch. Fast wie im Fußball-Stadion», meinte Team-Weltmeister Grimm, der wie Benzien auf eine Medaille hofft. Dazu müssen beide erst einmal die Vor-Ausscheidung meistern. Grimm muss bei 21 Startern mindestens 15. werden, Benzien mindestens den 12. Platz bei 16 Teilnehmern erreichen.
«Wir haben die Erwartung, dass die Slalomfahrer auf alle Fälle mit einer Medaille zurückkommen. Möglich sind sie bei allen vier Booten», sagte DKV-Präsident Olaf Heukrodt. Gute Kunde gab es vom leicht erkrankten Sebastian Piersig. Der Canadier-Zweier-Fahrer ist wieder fit. «Es geht besser. Montag wird wieder alles normal sein», sagte der 24-Jährige.


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