Eurosport - Fr 10.Jul. 16:08:00 2009
Die frühere Verbands-Präsidentin Sylvia Schenk und der ehemalige Team-Manager Hans-Michael Holczer betrachten die Wirksamkeit der Doping-Kontrollen im Radsport mit Skepsis. "Ich würde sagen: Es ist schlimmer geworden. Ich habe von außen jetzt einen anderen Blick", konstatierte Holczer.
"Wäre ich noch dabei, würde ich wahrscheinlich auch finden: Die härteren Anti-Doping-Maßnahmen greifen", ergänzte der ehemalige Manager. "Die Hemmschwelle zu dopen ist im Peloton niedrig wie eh und je", schrieb Sylvia Schenk, von 2001 bis 2004 Chefin des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), am Freitag in einem Gastbeitrag für das "Hamburger Abendblatt". Das Comeback eines Lance Armstrong mag der Tour laut Schenk "öffentliche Aufmerksamkeit einbringen - für die Glaubwürdigkeit des Rennens ist es eine Katastrophe".
Die 57 Jahre alte Juristin und ehemalige Leichtathletin bezeichnete es als kein gutes Zeichen, dass nach einer Woche Tour de France kein Dopingfall nach außen gedrungen ist. Vor dem Start am vergangenen Samstag in Monaco hatte die immer gut informierte "L'Équipe" gemutmaßt, dass "vier bis sieben Fälle" unmittelbar bevorstünden.
Routinier Jens Voigt erklärte sogar, er kenne die Namen. "Spätestens seit der Affäre um Marion Jones wissen wir, dass Dopingkontrollen allein nicht ausreichen. Man muss weiter befürchten, dass der letztjährige Bergkönig Bernhard Kohl recht hatte mit seiner Einschätzung, dass man die Tour nicht sauber gewinnen kann", schrieb Schenk.
Riss sollte kein Profiteam führen
Es reiche nicht, "einzelne Fahrer auffliegen zu lassen. Wer es mit der Bekämpfung des Dopings ernst meint, muss mit dessen Strukturen, aber auch mit der Mentalität brechen und vor allem das Umfeld in den Blick nehmen. Bjarne Riis als bekennender Dopingsünder dürfte nie und nimmer ein Profiteam führen."
Der Schaden sei schon jetzt immens, meinte Schenk. "Viele seriöse Sponsoren sind ausgestiegen, und die Rennställe und Veranstalter tun sich keinen Gefallen damit, sie durch neureiche Unternehmen aus Osteuropa zu ersetzen", schrieb die Vorsitzende der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International Deutschland. Immer mehr Zuschauer - nicht nur in Deutschland - wendeten sich ab. Bei ihrer Verbandstätigkeit sei sie im Anti-Doping-Kampf an "interne Grenzen" gestoßen.
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Kommentare 12 - 31 of 31
Lance fährt gerade die Tour. Er ist Dritter, also testet ihn auf Dopingspuren und macht kein Theater.
Leichter als die Tour noch einmal zu fahren kann Armstrong es den Dopingfahndern wohl nicht machen.
Jetzt sollen sie ihn überführen, oder das Maul halten.
Zumkotzen, das ganze "möchte", "Täte", "könnte" "Hätte".
Ich freue mich schon jetzt drauf, dass Lance die Tour gewinnt und sie ihm ( wieder) nichts beweisen können.
Was sagen sie dann, "wir sind einfach zu blöd, für einen echt guten Doper"
und dann noch direkt @ rogerf68: ein kurzer traum- jan ulrich mit unterstützung rolf aldags, dessen teufelsritt zuvor ehedem viel zu wenig gewürdigt wird - hinauf nach arcalis- ohne doping? rolf aldag hinauf nach morzine. virenque fordernd- ohne doping? landis und winokurow zeigen schwächen und am nächsten tag nicht aufgeputschten trotz- ohne doping? da wollen wir doch hin oder? der radsport ist großartig, sein publikum eine etwas verschrobene gemeinschaft.er ght uns durch die lappen, wenn es so weitergeht.das geht auch alles ohne. es wäre ein anderer sport. es gäbe keine geplanten siege mehr (sci. system armstrong, auch indurain, der nicht unangetastet gehört). aber ich finde es erschreckend, wie auf kleinen malaisen rumgeritten wird. ich wünsche mir einen toursieger, der deshalb gewinnt, weil er an seinem schwachen von 21 tagen am berg nicht mehr als drei minuten verliert, un deshalb gewinnt!
ergänzend: ich weiß, dass es die vergangenheit betrachtend bei den einzelnen fahrern bei milram zweifel gibt: was war mit linus gerdemann und ferrari? diese frage will ich -ähnlich wie bei ries und jonathan vaughters - nicht gestellt wissen. es geht mir um diese saison und darum was dort versucht wird.ich hoffe dass erkennt auch die nordmilch-ag, denn sonst ist nach 20 jahren der profiradsport in deutschland wirklich tot!
und jetzt werde auch ich mal unflättig: dem nächsten, der sich ob gerdemanns sitzposition und fahrstil echauffiert gönne ich, dass ihm noch beim posten an diesem online-ort die couch unter dem po weggepfändet wird
ich schließe mich in der sache, weniger im ton, meinem vorredner an. ergänzen muss man einen aspekt: es ist nicht schlicht und ergreifend so, dass wenn alle dopen dies gleichbedeutend ist mit neuerlicher chancengleichheit. jeder körper spricht auf medikamentöse unterstützung anders an. d.h.: dadurch dass die faktoren veranlagung, training und ernährung, die wir als maßstab für spitzenleistungen zu grunde legen offensichtlich nicht ausreichen, könnten wir zukünftig als einblendung den faktor medikation samt detailauflistung zu sehen bekommen. ein schreckgespenst. ich finde nicht, dass herrn holczer zu viele vorwürfe gemacht werden sollten. ihm ist zu attestieren, dass er es gerne anders hätte. was man ihm vorwerfen kann ist, dass, nach allem was man gehört und gesehen hat, einem davide rebellin über die jahre stets aufs neue eine sportliche heimat gegeben hat.. ries kein team führen. sehe ich so nicht, solange die omerta in fragen doping durchbrochen wird. und dies hat er getan. ein konterpart ist in allen punkten johann bruyneel. ein wichtiger gedanke von frau schenk- es ist nicht von vorteil für den radsport wenn sich konsortien wie astana oder katusha finden, die finanzstark zum sammelbecken für dopingverdächtige und dopingsünder werden. kessler, klöden, mazzoleni - um in einem deutschsprachigen forum nur fahrer des ehemaligen t-mobile teams zu nennen- finden für meinen geschmack zu schnell und zu einfach dort eine sportliche heimat. es gibt so etwas wie eine aura des radsports, diese lässt sich in kurzer form mit den begriffen kraft, leidensfähigkeit und reinheit beschreiben. darum waren sponsoren wie erdinger alkoholfrei und gerolsteiner mineralwasser vor zehn jahren so affin. von dieser aura lebt der sport und grade deshalb steht er so im fokus in sachen doping. das ist -abschließend- auch der ansatz der milram-gruppe. ich glaube, die versuchen wirklich ohne unterstützung zu fahren. die quittung könnte zu jahresende kommen, wenn milram kündigt
an alle doping-freaks
wie blöde muss man eigentlich sein, um die augen vor so klaren tatsachen zu verschliessen...?
auch die behauptung "gebt das doping doch frei, es mache ja eh jeder" ist so hirnrissig... "man muss den jungen ja nur früh genug erklären, was da genau passiert..." das ist so bescheuert, wie wenn man blinde mienen entschärfen schickt... diese bekackten doping befürworter sollen sich doch selber das zeug in die birne drücken, vielleicht hilft es ja auch beim nachdenken... sollen die radler denn wie die tote fliegen von den fahrrädern fallen...? oder ist dies ein weg, wie man die überalterung in der gesellschaft stopen will...?
ich finde es echt krank, wenn man ein system unterstützt in dem man zulässt oder es sogar begrüsst, dass die sportler selbstmord auf raten begehen..
ich weiss, ich werde einen haufen daumen runter von allen kassieren, okey, ist ja freie meinungsäusserung hier, aber die die da das doping so propagandieren, sollen sich überlegen wie sie es fänden, wenn ihre kinder den scheiss nehmen würden, oder sonst eine person die ihnen nahe steht... alle die den radsport sauber betreiben wollen sind so doch die verarschten...
unverständlich - aber typisch für unsere leckmichamarsch gesellschaft, in der jeder nur auf seinen eigenen fun schaut... als ob sauberer radsport langweiliger wäre...
die zwei sind ja wohl die oberchecker. in der aktiven zeit haben sie nix auf die reihe gekriegt und jetzt wissen sie alles besser..
ein paar ehemalige, die alles checken. nur wie sie noch aktiv waren, da hatten sie gar nix im griff..
frau schwenk listen sie doch mal die namen der radler auf die in ihrer zeit gedopt haben.... und dann etwas ueber amstrong sagen, lach, da haben sich die richtigen zu wort gemeldet!!! und eins wissen wir doch alle:
DER FISCH STINCKT VOM KOPF!!!
ach ja herr holzcer mister heilig, was war denn damals schon alles in oeschelbronn los, witzfigur der holczer!!!
@ sam, wenn mann oder frau sich nicht durchsetzen kann ist sie oder er eine fehl bestzung. wie kommen ueberhaubt solche lachnummern wie frau schenk oder scharping in so eine position, weil sie nen parteibuch haben... casperle thaeater und dann so ein witz dieses interview. echt ne lachnummer... die destalten den radsport und jetzt attakieren die sich selbst als manager des systems. echt ein witz diese schenk hozcer und schrarping! lachnummer jaja und die haben nicht gewusst wie ein holzer wo ihre jungs zur blutwaesche hinfahren. selbst immer schueler a sport weiss der trainer was man macht und wo man ist. lachnummer!!! aber danke eurosport ist echt witzig dieses interview!!! MERCI
Da haben genau die zwei richtigen den Mund aufgemacht. Sie hat jahrelang ihren Laden hinten und vorne nicht im Griff gehabt und er ist jahrelang an vorderster Front und hat nie was gecheckt. Is klar, wir haben verstanden. Aber Hauptsache, mal wieder in der Zeitung stehen. An deren Stelle würde ich doch lieber gar nix mehr sagen.
Titi, Daumen hoch.
Was soll das Gejammer von " bitte in die Schlagzeilen" Schenk. Mit seiner Tourteilnahme gibt Lance allen eine Chance in beim Doping zu erwischen. Man spricht vom Peleton. Lance ist 3. also in einer Position in ständig zu testen. Gibt es jetzt schon Ergebniss?
Außerdem glaubt einer, dass Spitzensportler ohne Medizin im ganz allgemeinen auskommen, da gibt es sicher auch eine Grauzone. Während des Toptrainig kannst du dich ja nicht zwei Wochen ins Bett um dich mit Karottensaft zu kurieren.
Wirklich neu ist das alles nicht. Frau Schenks Nachgang in allen Ehren, aber sie als ehemalige Funktionärin hätte seinerzeit schon mehr tun können. Sich jetzt darauf rausreden, dass man von aussen den besseren Einblick hätte halte ich für - sagen wir zumindest zweifelhaft. Man schaut vielleicht nur auch mal hin und ist nicht geblendet von den Erfolgen der damaligen Topfahrer Ulrich und Köden. Damals hat man sich lieber mit den beiden Fotografieren lassen, anstatt ihnen auf die Finger zu klopfen. In der Sache hat sie natürlich recht, die Tour wird als Sportereignis eine Posse, wenn Epo-Lance und Konsorten teilnehmen dürfen, aber ein Spektakel bleibt sie allemal und die Fans wissen inzwischen zu substrahieren. Ich schaue sie trotzdem und bilde mir mein eigenes Klassement, auch wenn das wohl eher mit Fahrern aus dem Hinterfeld gespickt ist. Das ändert nichts an der Leistung jedes einzelnden, wie einige hier schon geschrieben haben. Die Tour wäre auch ohne Doping kein Volksradrennen, im Spitzensport macht Doping nicht mehr 20 min. Rückstand am Berg aus.
oh - und auffällige VBlutwerte hatte der Sastre letztes Jahr auch. Aber bei Spaniern sieht man nicht ganz so streng hin.
Sastre fur jahrelang für Saiz. Den Rest kann man sich denken.
ich will ja nichts sagen...aber es hat schon seinen grund...warum da FRÜHERE UND EHEMALIGE STEHT
absolute paranoia diese frau - sehr interessante intervies immer ; ) beispiel ullrich-da is doch total feierabend,wohl doch lieber einzeltherapie als einzelzeitfahren !!!!
wie "traurig" die eigene unzufriedenheit und wut als plattform für ein interview zu nutzen -lieber mal an die eigene nase...fassen
@Volker Armin H
... wie Sastre? ... haben wir da was verpasst?
Frau Schenk hat natürlichrecht und die Beiträge hier strotzen nur so vor Naivität und Fehleinschätzung. Bei der UCI hat Frau Schenk gekämpft, sie hat auch kandidiert - aber da gibt es hundert andere Verbände und sie konnte sich nicht durchsetzen. Natürlich hat Frau Schenk die Regeln nicht gemacht. Natürlich sind die seriösen Sponsoren aus dem Westen laufen gegangen. Was die Kasachen als Sponsoren taugen, das haben sie mit dem Affenzirkus um Winokurov und der Nichtzahlung der Sponsorengelder ja hinreichend bewiesen - vom Ausschluss der Stana-Mannschaft beider letztjährigen TdF mal abgesehen. „Es gibt ja die Theorie, dass nur Kakerlaken den atomaren Winter überleben“, sagt Jonathan Vaughters, Direktor der Mannschaft Garmin-Slipstream.„Hoffen wir, dass das im Radsport nicht passiert.“
Sylvia Schenk hat nicht behauptet, dass Armsrong überführt oder ein Doper sei. Dass es aber, von unzähligen Zeugenaussagen über das nachgereichte Rezept für die Kotikoid-Salbe bis zu den nicht verwertbaren, aber eindeutigen EPO-Proben von1999 gegen Armstrong fast so viel Belastungsmaterial gibt wie gegen Ullrich, das sollte jeder wissen.
Natürlich müssen die Exdoper raus aus dem Radsport. Sie tragen die Infektion der Seuche Doping weiter.
Leute, hoffentlich ist Euch folgendes klar:
Ohne Straßensperrungen kein Straßenradsport.
Ohne die Verbände und vor allem die Politiker keine Straßensperrungen für Radrennen.
Mit Doping gibt es keine Zustimmung der Politiker für Straßenradrennen mehr.
Mit Doping keine Veranstalter=Radrennen und keine nationalen Sponsoren (Nachwuchsbereich) mehr.
Fazit: mit Doping wird es in absehbarer Zeit keinen professionellen Straßenradsport mehr geben.
Mit Doping geht irgendwann das Licht aus: keine Straßenradrennen mehr.
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