Eurosport - Mi 10.Jun. 16:40:00 2009
Im Alter von 31 Jahren ist Gianluigi Buffon ganz oben angekommen. Viermal wurde er zum weltbesten Torhüter gewählt, hat in seiner Karriere fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Im Eurosport-Interview präsentiert er sich mit all seinen Ängsten, seinen Stärken, Schwächen und Träumen.
Was bedeuten Ihnen Lothar Matthäus und Thomas Nkono? Inwieweit haben sie Sie inspiriert?
Gianluigi Buffon: Diese beiden waren meine Idole als ich ein Kind war. Thomas Nkono, der Kameruner Torhüter, war mein ganz großes Vorbild. Wegen ihm bin ich Torhüter geworden. Seit Kamerun bei Weltmeisterschaften dabei war, symphatisierte ich mit ihnen.
Und Matthäus?
Buffon: Auch ein Spieler, den ich sehr bewundere. Weil er diese unglaubliche physische Stärke besaß. Er war ein wirklicher Leader auf dem Platz. Inter Mailand war zu seiner Zeit ein Team, vor dem man Angst haben musste. Ich mochte seine Spielweise sehr.
Sie haben ja auch in San Siro gespielt - das wissen die wenigsten. Damals noch ohne Handschuhe...
Buffon: Ja, das stimmt. Bei meinem ersten Auftritt in San Siro war ich Mittelfeldspieler. Das war ein Spiel Inter gegen Verona. Erst mit 13 bin ich ins Tor gegangen. Ich weiß auch nicht mehr warum, aber ich wollte lieber Torhüter sein. Vielleicht hätte ich auch als Mittelfeldspieler Karriere gemacht, aber sicherlich nicht so wie als Torhüter.
Bereits mit 17 gaben Sie Ihr Debüt in der Serie A. Das war am 19. November 1995. Zusammen mit Fabio Cannavaro und Liliam Thuram läuteten Sie die große Ära von Parma ein.
Buffon: Das magische Dreieck Buffon, Cannavaro, Thuram hat nicht nur in Parma, sondern danach auch bei Juve auf internationalem Niveau Geschichte geschrieben. Wir haben tolle Sachen gemacht. Aber nicht nur wir. Um uns herum waren großartige Spieler, mit denen wir wichtige Erfolge feierten.
Als Sie von Parma zu Juventus wechselten, waren Sie der teuerste Torhüter der Fußball-Geschichte. Da muss doch ein unglaublicher Druck auf Ihnen gelegen haben.
Buffon: Natürlich hatte ich großen Druck. Aber auf der anderen Seite war ich auch sehr stolz. Soviel Geld wie für mich, haben sie für keinen anderen gezahlt. Ich wollte ja auch auf internationalem Niveau ein wichtiger Torhüter werden. Wenn du im Fußball nicht in einem Topteam spielst, dann werden deine Leistungen nicht so beachtet.
Wie sehen Sie die Rolle des Torhüters im Vergleich zu den Kollegen vor Ihnen?
Buffon: Wir Torhüter sind keine richtigen Fußballer, weil wir eine komplett andere Rolle haben. Andere Regeln als Feldspieler, die uns erlauben, die Hände zu benutzen. Das ist im Fußball schon die große Ausnahme. Aber um ein Spiel spektakulär zu machen, brauchst du den Torhüter. Und wenn kein Torhüter da ist, kann auch nicht angepfiffen werden. Wenn aber ein anderer Spieler fehlt, dann schon.
Der WM-Titel 2006...
Buffon: ...war sicherlich das Größte. Um ehrlich zu sein, ich bin keiner der den Leuten Geschichten erzählt, um sie zu beeindrucken. Da bin ich pragmatisch. Ich sage, was mein Herz mir erzählt
Und was erzählte Ihr Herz damals?
Buffon: Ich habe niemals gedacht, dass wir Weltmeister werden. Niemals. Und das wird immer mein größter sportliche Triumph sein. Und auch jetzt, wenn ich darüber nachdenke, kann ich es immer noch nicht glauben. Das war ein Traum!
2006 war das Jahr der absoluten Extreme: die Meisterschaft in Italien gewonnen, dann aber vor Gericht verloren. Der Korruptionsskandal, der WM-Triumph, dann ging's in die 2. Liga runter. Wie gingen Sie mit diesen extremen Hochs und Tiefs um?
Buffon: Wenn du immer auf ganz hohem Niveau spielen willst, brauchst du ein starkes mentales Gleichgewicht. Wenn man bedenkt, dass mein erstes Match mit Juve nach dem WM-Sieg im Coppa Italia gegen Martina Franca in Bari war. Das ist ein Team der dritten, vierten Division, vor 300 Zuschauern. Ich denke, das zeigt meine mentale Ausgeglichenheit. Ich habe vor nichts Angst.
Sie haben ihre Autobiographie "Numero Uno" von Roberto Perrone schreiben lassen. Wer kam auf die Idee?
Buffon: Ich. Ich fand das gut. Denn 30 ist ein wichtiges Fußballeralter. Außerdem bist du dann endgültig erwachsen. Mittlerweile wurde ich Vater, habe die WM gewonnen. Einige kuriose Episoden meiner Karriere befinden sich in dem Buch - positive wie auch negative. Davon gab's auch jede Menge.
Sie beginnen das Buch mit den Depressionen, die sie hatten. Warum lassen Sie die Öffentlichkeit bei einer so intimen Sache beiwohnen?
Buffon: Es ist doch so: Probleme wie Depressionen betreffen viele Menschen. Die meisten haben Angst, darüber zu reden oder darüber zu schreiben. Ich hatte keine Angst. Mit all den richtigen und auch den falschen Entscheidungen, die ich in meinem Leben getroffen habe, bin ich doch wie ein ganz normaler Mensch. Und als normaler Mensch möchte ich mein Leben auch mit meinen Schwächen und Stärken leben, ohne mich dafür schämen zu müssen. Das Leben ist nicht immer schön - so ist das eben.
Kommentare 1 - 13 of 33
matteus war weltklasse
Marcoschnippering: Mit welchen extremen politischen Ansichten sympathisiert Herr Buffon? Ich habe darüber nie etwas gehört oder gelesen (kenne allerdings Numero Uno auch nicht). Hinweis?
was gibts bitte an mattäus,das einen Buffon interessiert?
Armer Gianluigi Buffon... Und Matthäus??? Ja und??? Was ist mit Matthäus - Da war er aber einfach verlegen!!! Wie kommt man eigentlich auf die Idee einen Torhüter Buffon aus dem heiteren Himmel nach einem Mittelfeld/Abwehrspieler Lothar Matthäus zu fragen, zu dem, absolut in keiner Verbindung steht. Buffon MUSSTE aus höflichkeit den Deutschen gegenüber sagen "ich bewundere Matthäus"!!! Anscheinend gibts wenig Interessantes im "Sommerloch"!!! Aber das Sommerloch füllen wir schon auch noch aus, sobal Bayern das 2.Bein von Ribery verkauft hat oder Pérez den nächsten Pressekonferenz hat :-))) ein Beispiel: alle Rockstars sagen auch bei Konzerten
"nur hier in dieser Stadt oder in diesem Land sind die Fans am TOLLSTEN!!!"
Armer Gianluigi Buffon... Und Matthäus??? Ja und??? Was ist mit Matthäus - aa war er aber einfach verlegen!!! Wie kommt man eigentlich auf die Idee einen Torhüter Buffon aus dem heiteren Himmel nach einem Mittelfeld/Abwehrspieler Lothar Matthäus zu fragen, zu dem, absolut in keiner Verbindung steht. Buffon MUSSTE aus höflichkeit den Deutschen gegenüber sagen "ich bewundere Matthäus"!!! Anscheinend gibts wenig Interessantes im "Sommerloch"!!! Aber das Sommerloch füllen wir schon auch noch aus, sobal Bayern das 2.Bein von Ribery verkauft hat oder Pérez den nächsten Pressekonferenz hat :-)))
buffon=guter Torhüter aber ansonsten äußerst widersprüchlich. Einerseits gibt er den Kameruner (!)Nkono als sein Vorbild an, andererseits sympathisiert er öffentlich wiederholt ausdrücklich mit politischen Ansichten, die zumindest hierzulande als so extrem angesehen würden, dass Buffon trotz seiner unbestrittenen Qualitäten als Tormann hier mit Sicherheit niemals in der Nationalmannschaft spielen würde; schließlich hat ein derart bekannter Sportler ja ein hohes Maß an Vorbildfunktion für die Jugend.
.
Sowas geht wohl nur in Italien oder vielleicht noch in Frankreich, wo es auch viele Leute gibt, die wirklich extreme poltische Ansichten haben, gleichzeitig aber kein Problem damit haben, einige Araber zu ihrem engsten Freundeskreis zu zählen. Das ist für die interessanter Weise gar kein Widerspruch und relativiert zum Glück deren politischen Ansichten etwas. Trotzdem: Auf das Buffon in Italien oder von mir aus in Nordkorea oder Weissrussland seine Karriere beenden möge und die Bayern nicht auf das schmale Brett kommen, sich dieses Kuckucksei ins Nest zu legen.
@samaracha
So gesehen hast Du natürlich wieder Recht. Dann sollte man vielleicht auch Sportler mit berücksichtigen, die schon lange Zeit nicht mehr leben, wie den Schachspieler Emanuel Lasker.
Bei Lothar Matthäus wundert mich sowieso, dass er nicht schon längst in der Bundesliga Trainer ist, es gibt doch mindestens 17 Vereine, in denen die Bayern ihn sich wünschen würden.
@ Frank H
Ach so! Weil Buffon erfloglos im Mittelfeld gespielt hat, so dass er als Torhüter geendet hat, bringt das jetzt den Interviewer dazu, Matthäus ins Spiel zu bringen? Sehr logisch. Das sind die Erinnerungen die ein Torhüter braucht. Da ist die Verbindung zu Steffi schon passender. Immerhin hat sie den Ball erfolgreich mit den Händen Spielen können (Auch wenn sie Hilfsmittel benutzt hat, aber was solls. Später hat Buffon ja auch Hilfsmittel in Form von Handschuhen benutzt). Um den Spaß mal weiter zu denken. Dem Kommentator ist sonst kein anderer Mittelfeldsspieler eingefallen was?
Aber was ich eigentlich sagen wollte:
Wenn du dir meinen kurzen Kommenar durchliest, so werdest du feststellen, dass ich mich auf die Einleitung bezogen habe. So kann man doch kein Interview beginnen.
@rudicrey
Das wundert mich auch immer wieder aufs neue ;-)
ich glaube buffon bewundert matt nicht wegen seiner sportlichen erfolge, sondern dass ein solcher gehirnamputierter laufend geistig zurueckgebliebene schulermaedchen in die kiste bekommt. respekt loddar!
@samarancha
lies Dir mal den Artikel richtig durch, dann wirst Du feststellen, dass Buffon als Mittelfeldspieler begonnen hat!
Was mich wundert ist diese komische Einleitung. Ich meine, wie kommt man eigentlich auf die Idee einen Torhüter Buffon aus dem heiteren Himmel nach einem Mittelfeld/Abwehrspieler Lothar Matthäus zu fragen, zu dem, ausser vielleicht der Ex-Verein von Matthäus, absolut in keiner Verbindung steht.
Das nenne ich seriösen Sportjournalismus pur.
Wieso fragen sie ihn nicht nach Steffi Graf. Immerhin besteht die Verbindug "Sport" zu den beiden (
@ nehcbes
ich persönlich finde dass eurosport der beste sportsender in deutschland ist...
eurosport ist nicht überflüssig sondern dein kommentar
warum läuft denn jetzt noch kein Basketball wie es im Artikel steht?
Bitte melden Sie sich an.
Kein Yahoo! User? Kostenlos Anmelden.