Deutschland-Achter: Luzern statt München

Eurosport - Mi 10.Jun. 19:37:00 2009

Der neu formierte Deutschland-Achter wird sich erst bei der Rotsee-Regatta im schweizerischen Luzern (10. bis 12. Juli) der internationalen Konkurrenz stellen. Dann gilt es, die Pleite von Peking vergessen zu machen. Helfen soll dabei auch ein neuer Steuermann.

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Sebastian Schmidt als Schlagmann, Toni Seifert, Filip Adamski, Richard Schmidt, Kristof Wilke, Florian Menningen, Gregor Hauffe, Urs Käufer und Martin Sauer als neuer Steuermann sollen nach der Enttäuschung bei der Olympia-Regatta von Peking die Wende schaffen. Das kündigte der neue DRV-Cheftrainer Hartmut Buschbacher bei der Präsentation des Achters im Dortmunder Ruder-Leistungszentrum an.

Beim Heim-Weltcup in München (19. bis 21. Juni) will Buschbacher stattdessen seine Truppe in zwei Vieren testen. Seine acht Kandidaten für das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) sollen dabei ihr Leistungspotential und ihre internationale Wettkampfhärte beweisen. In Oberschleißheim soll stattdessen ein sogenannter Projektachter die deutschen Farben bei den Großschiffen vertreten; in dem sitzen dann überwiegend junge Athleten, die so auch an das internationale Niveau herangeführt werden sollen.

Hartmut Buschbacher setzt bei der Selektion des Achters weitestgehend auf das Leistungsprinzip. In ausführlichen Zweiertests hat er deshalb das Feld der Kandidaten gesiebt. Dass der Achter mit dem Verzicht auf einen Start in München nur in Luzern die Gelegenheit hat, sich für die Weltmeisterschaft im polnischen Posen im Wettkampf einzufahren, sieht der neue Chef nicht tragisch: "Für 2009 ist das genau der richtige Weg."

Ziel: Gold in London 2012

Nach der Pleite in Peking will der DRV mit neuen Strukturen und neuen Personen den deutschen Rudersport wieder an die Spitze führen. Renko Schmidt, beim DRV als Vizepräsident für den Leistungssport verantwortlich, gab denn auch hohe Ziele für die Olympischen Spiele 2012 in London vor: "Wir wollen vier Goldmedaillen holen, und auch der Achter soll zu den Goldkandidaten gehören." Buschbacher nannte die Ziele "sehr ehrgeizig", meinte aber auch: "Wir haben in Deutschland gute Voraussetzungen, das auch zu schaffen."

Auf der Position des Steuermannes ist derweil eine Ära zu Ende gegangen: Der 27-jährige Martin Sauer löst Peter Thiede ab, der nach 16 Jahren an den Steuerseilen in den Trainerstab gewechselt ist. "Klar ist Peter ein Vorbild und ein guter Freund für mich, aber ich bin ja nicht erst seit jetzt Steuermann", zeigt sich Sauer der neuen Verantwortung gewachsen. Sebastian Schmidt, 24, misst der Tatsache, dass er auf der prestigeträchtigen Schlagposition sitzen soll, keine besondere Bedeutung zu: "Man sollte das nicht überbewerten; wenn wir gewinnen wollen können wir das nur als Team, und zu dem gehören neun Leute."

Schmidt hat auch sein Augenmerk nicht nur auf Olympia 2012 gerichtet: "Klar will ich bei Olympia in London dabei sein und da dann auch im Achter sitzen. Aber ich will auch schon in diesem Jahr Erfolge feiern." Nach dem enttäuschenden achten Platz von Peking werden die Fans des Deutschland-Achters das gerne hören.

Rolf Kalb / Foto: Frank Preuß (Evonik) / Eurosport

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