Eurosport - Sa 10.Mai. 19:41:00 2008
Am Sonntag könnte Inter Mailand zum dritten Mal in Folge italiensicher Meister werden oder noch einmal kräftig anfangen zu zittern. Verletzungssorgen im eigenen Team und der immer selbstbewusster auftretende AS Rom machen den Endspurt um den "Scudetto" noch einmal richtig spannend.
Mitte Februar sah es schon einmal so aus, als ob sich Inter auf ihrem Weg zur dritten italienischen Meisterschaft in Folge von keiner Mannschaft mehr abbringen lässt. Der Lokalrivale AC Milan war nach einer katastrophalen Hinrunde mühsam auf die UEFA-Cup-Plätze geklettert, Juventus Turin spielte in der ersten Saison nach dem direkten Wiederaufstieg noch nicht konstant genug und die Roma war als Zweiter schon elf Punkte von den "Nerazurri" entfernt.
Nun aber, zwei Spieltage vor Saisonende, steht Inter noch immer nicht als Meister fest, dafür aber gehörig unter Druck. Auf ganze drei Zähler ist der komfortable Vorsprung auf die Roma zusammengeschmolzen. In Italien elektrisiert das Duell, das aus Mailänder Sicht doch schon längst entschieden sein sollte, die Massen. Entsprechend angespannt ist die Stimmung bei Inter. "Wir rechnen fest mit dem Titelgewinn, aber die Spieler wissen, dass sie Gutes leisten müssen", warnte Präsident Massimo Moratti vor dem Rivalen aus der ewigen Stadt.
Römer geben nicht auf
Auch wenn das Team aus der Lombardei aufgrund des besseren Direktvergleichs mit einem Heimsieg am Sonntag gegen den Außenseiter AC Siena den "Scudetto" endgültig in die Modestadt holen könnte, geben die Römer noch nicht auf. "Wir haben Inter in den letzten Wochen unter Druck gesetzt und sind überzeugt, dass wir noch Besseres leisten und weiter wachsen können", sagte Trainer Luciano Spalletti, dessen Team in den letzten beiden Jahren jeweils Zweiter hinter Inter wurde.
Die Hoffnung bei den "Giallorossi" speist sich auch aus der Tatsache, dass Inter-Trainer Roberto Mancini große Personalsorgen plagen. Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic fällt gegen Siena genauso aus wie Routinier Luis Figo und Abwehr-Chef Christian Chivu. Außerdem ist der Einsatz von Dejan Stankovic, Olivier Dacourt und Nicolas Burdisso ungewiss.
Strafe gegen Totti
Dass sie auch bei einem Heimsieg gegen Atalanta Bergamo auf die Schützenhilfe von Siena angewiesen sind, wissen die Spieler der Roma. Deshalb versuchen sie mit allen Mitteln, den Konkurrenten um den Titel auch mit provozierenden Sprüchen nervös zu machen. Besonders der mit einem Kreuzbandriss außer Gefecht gesetzte Kapitän Franceso Totti tat sich in dieser Beziehung hervor, indem er öffentlich stichelte, Inter hätte während der Saison "kleine Hilfen" der Schiedsrichter erhalten.
Dies brachte dem römischen Volkshelden eine Strafe von 10.000 Euro ein. Die könnte er sicherlich verschmerzen, wenn die ersatzgeschwächten Mailänder tatsächlich weiche Knie bekämen und gegen das Team aus der Toskana nicht gewännen. In diesem Fall bräuchten die Römer nach einem Sieg gegen Atalanta nur noch in Catania am letzten Spieltag zu gewinnen, und Totti wäre wohl auch mit Krücken der glücklichste Mensch Italiens.