Eurosport - Sa 10.Mai. 18:11:00 2008
Energie Cottbus bleibt erstklassig. Am vorletzten Spieltag der Fußball-Bundesliga besiegten die Lausitzer die müde wirkenden Gäste vom Hamburger SV. Stiven Rivic brachte Cottbus in der 29. Minute in Führung, Dennis Sörensen markierte sechs Minuten vor dem Abpfiff den 2:0 (0:0)-Endstand.
Der Gelb-gesperrte Daniel Ziebig fand nach dem Klassenerhalt seiner Mannschaft kaum Worte: "Das ist Wahnsinn. Ich habe die 90 Minuten auf der Bank miterlebt. Das war Gänsehaut von vorne bis hinten."
HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer fand es hingegen weniger witzig, dass sein Team in der Lausitz offenbar nicht gewinnen kann: "Wir haben auf Ballbesitz gespielt. Es war total einseitig, aber wir müssen den Cottbusern gratulieren." Der HSV bleibt damit zwar im Rennen um die UEFA-Cup-Plätze, musste allerdings Bayer Leverkusen an sich vorbeiziehen lassen und rangiert nach der Pleite in Cottbus auf Rang fünf.
1. Halbzeit
In der ersten halben Stunde schienen nur die Gäste die Brisanz der Partie erfasst zu haben. Die Hamburger, für die es noch immer um einen der lukrativen UEFA-Cup-Plätze geht, spielten forsch und kombinationsstark nach vorn. Allerdings verpufften die hübsch anzusehenden Angriffe immer wieder im viel zu komplizierten Abschluss.
Nach 29 Minuten rächte sich die Offensiv-Schwäche der Mannschaft von Trainer Huub Stevens. Bastian Reinhardt verlor den Ball im Zweikampf mit Dimitar Rangelow. Der Bulgare steckte geistesgegenwärtig zu Stiven Rivic durch. Der Kroate schob das Leder an Keeper Frank Rost vorbei und erzielte sein 2. Saisontor.
Cottbus kam gegen visuell klar überlegene Hamburger zur Führung wie die Jungfrau zum Kind. Im Anschluss an den Treffer bildeten elf Cottbuser ein Defensiv-Bollwerk, das die Gäste ein ums andere Mal nicht knacken konnten. Die Offensive entpuppte sich einmal mehr als Achillesferse des HSV, der in den letzten sechs Bundesliga-Partien fünf Mal torlos vom Platz ging.
2. Halbzeit
HSV-Coach Huub Stevens war sich auch in der Halbzeit seiner Sache anscheinend sicher, denn er beließ es bei der aktuellen Formation. Doch die Gäste begannen genauso unkonzentriert wie sie in der ersten Halbzeit aufgehört hatten.
Das Gefährlichste, was die Hamburger zustande brachten, war ein "Fast-Eigentor" von Mariusz Kukielka. Der Pole konnte eine Flanke von Timothee Atouba nicht kontrollieren und seine missglückte Abwehr landete ganz knapp über dem eigenen Gehäuse.
Hamburg kontrollierte das Spiel weiterhin mit mehr als 75 Prozent Ballbesitz und insgesamt 28 Torschüssen. Die Gastgeber riskierten insgesamt fünf Schüsse auf den gegnerischen Kasten, aber an Effektivität war die Mannschaft von Trainer Bojan Prasnikar kaum zu überbieten.
In der 84. Minute schickte Igor Mitreski eine "Bananen-Flanke" in Richtung Strafraum. Die gesamt HSV-Abwehr sprang am eigentlich ungefährlichen Ball vorbei, aber Dennis Sörensen stand da, wo ein "Knipser" stehen muss. Der Däne schnappte sich das Leder und schob zum 2:0-Endstand ein - und die Cottbus-Anhänger durften den Klassenerhalt feiern.
Spieler des Spiels
Erwin Skela ist der personifizierte Klassenerhalt der Cottbuser. Die wirklich kreativen Akzente gingen vom Albaner aus, der maßgeblichen Anteil daran hat, dass Energie eine weitere Saison erstklassig spielen darf.
Richard Rother / Eurosport