Eurosport - Fr 10.Apr. 16:30:00 2009
Elf Wochen vor der Europameisterschaft im eigenen Lande nehmen die deutschen Kanu-Asse ihre Wettkampfsaison auf. Für die erfolgreichsten deutschen Sommer-Olympioniken gilt es, die Nachfolger der zurückgetretenen Olympiasieger Andreas Dittmer und Christian Gille zu finden.
"Es greifen junge Leute an, die schon auf dem Vorbereitungslehrgang Druck gemacht haben", sagte Bundestrainer Reiner Kießler. Bei der ersten Sichtung muss er auf Athen-Olympiasieger Tim Wieskötter verzichten, der sich einen grippalen Infekt zugezogen hat. "Aber Tim hat es weiter in der eigenen Hand und kann sich über eine Siegleistung bei der zweiten Sichtung direkt qualifizieren."
Als Saisonhighlights stehen die Heim-EM in Brandenburg (25. bis 28. Juni) und die WM im kanadischen Dartmouth (12.-16. August) an. Nach zwei Qualifikations-Regatten, am Ostersamstag und dann am ersten Mai-Wochenende, soll das Gerüst stehen. "Bei der Europameisterschaft im eigenen Land werden wir alle Klassen besetzen, da rechnen sich die jungen Leute mehr Chancen aus", sagte Kießler. Bei der WM in Kanada werden in jedem Fall alle zwölf olympischen Bootsklassen besetzt.
Wer tritt Nachfolge von Dittmer an?
Nach den Olympischen Spielen haben einige Medaillen-Garanten weniger Zeit in das harte Wintertraining investiert als vor Peking, wo die deutschen Rennsport-Kanuten mit zweimal Gold, zweimal Silber und dreimal Bronze zwar hinter den eigenen Hoffnungen blieben, aber immer noch erfolgreichste Nation waren. "Der eine oder andere hat nach Olympia die Zügel schleifen lassen und hat das genutzt für Ausbildung oder Studium. Man sieht schon, dass sie noch nicht wieder in der Verfassung sind wie gewohnt", verriet Kießler, dessen Team bei einer Leistungsdiagnostik vor der ersten Sichtung aber in insgesamt guter Form war.
Der "wahrscheinlich größte Umbruch", so Kießler, steht im Canadier-Bereich an. Nach fast zwei erfolgreichen Jahrzehnten im Leistungssport wird der Nachfolger für den Neubrandenburger Dittmer im Einer über 500 und 1000 Meter gesucht. Neben dem letztjährigen EM-Dritten Sebastian Brendel aus Potsdam dürften auch U-23-Europameister Erik Leue sowie U-23-Vize-Europameister Ronald Verch zu beachten sein. "Man muss schauen, ob das ein Sportler sein wird oder zwei Sportler, die sich die Strecken teilen", erklärte Kießler. Nach Gilles Rücktritt im März ist auch die Erfolgsgeschichte des Zweiers mit ihm und dem weiter aktiven Tomasz Wylenzek zu Ende - die Nachfolge wird wohl auf mehrere kräftige Schultern verteilt.
Bitte melden Sie sich an.
Kein Yahoo! User? Kostenlos anmelden.