The Masters - Tiger Woods will den Grand Slam

Eurosport - Do 10.Apr. 11:47:00 2008

Tiger Woods setzt beim ersten Major-Turnier des Jahres zum Sprung in die Geschichtsbücher an. Kurz vor dem ersten Abschlag beim 72. US-Masters in der "Golf-Kathedrale" von Augusta/Georgia gibt sich der 32-jährige US-Amerikaner zuversichtlich:

GOLF 2008 The Masters Practice Woods - 0

"Die Zeit ist reif. Ich habe die vier Majors mit der US Open, British Open und US-PGA Championship von 2000 bis Frühjahr 2001 schon nacheinander gewonnen. Jetzt bin ich sicher, den Grand Slam auch innerhalb eines Kalenderjahres zu schaffen. Das ist locker in Reichweite", tönte Woods vor den US-Masters.

Seit 1996 jagt der 32 Jahre alte Kalifornier diesem Ziel hinterher. Fokussiert seine Karriere inzwischen neben Major-Turnieren nur noch auf das, was noch keinem Golfprofi gelungen ist. Auch nicht Legende Jack Nicklaus, der mit 18 Titeln die Major-Statistik vor Superstar Woods (13) anführt, der zum letzten Mal 2005 in Augusta ins "Grüne Jackett" des Siegers schlüpfte. Debütant Martin Kaymer und der 50 Jahre alte zweimalige Masters-Sieger Bernhard Langer (1985/1993) wären froh, den Cut und das Finale auf dem spektakulären Par 72-Kurs an der legendären Magnolia Lane überhaupt zu erreichen.

Kaymer: "Der Kurs liegt mir"

Begleitet von unzähligen US-TV-Kameras durfte Kaymer als besonderes Bonbon mit dem dreimaligen Masters-Champion Gary Player (Südafrika) und "Golden Bear" Nicklaus über neun Löcher noch einmal seine Form testen. "Der Kurs liegt mir", sagte der Shootingstar nach der letzten Einheit vor geschätzten 30.000 Zuschauern voller Respekt vor dem spektakulären, mit blühenden Bäumen und Azaleen gesäumten Kurs. Für Langer war 2007 und 2006 das Turnier nach zwei Runden beendet. Nach drei Siegen auf der Championstour der Senioren hat Langer aber rechtzeitig zu seiner Selbstsicherheit zurückgefunden.

Aber die Schlagzeilen rund um den Globus gelten "Tiger gegen den Rest der Welt" - wie immer, wenn die Meute der 92 Jäger aus der Weltklassekonkurrenz der Top 50 und der Eingeladenen den Superstar ins Visier nimmt. Aber noch nie hat sich der Überflieger, der zuletzt bei acht seiner zehn Turnierstarts gewann, so weit aus dem Fenster gelehnt. "Ich habe in 9 meiner 13 Karriere-Jahre sogar jeweils fünf Turniere gewonnen. Ich muss den Grand Slam nur in der richtigen Reihenfolge schaffen. Das ist absolut machbar."

Mehr als 80 Millionen Euro Prämien

Die Wetten stehen deutlich 2:25 für Woods und gegen den Rivalen und Weltranglisten-Zweiten Phil Mickelson (13:1/USA), der 2005 das Masters erstmals gewann, oder Ernie Els (26:1). Kaymer (101:1) liegt immerhin vor Langer (151:1), für den der Platz einfach zu lang ist, um noch wie bei seinen Triumphen 1985 oder 2003 ganz vorn mithalten zu können. Ausnahmespieler Woods hat seit seinem Wechsel ins Profilager im August 1996 bei 64 Siegen weltweit mehr als 80 Millionen Euro Prämien eingestrichen. "Das Masters ist für uns alle mit das wichtigste Turnier überhaupt. Aber um den Grand Slam zu schaffen, muss ich auch hier gewinnen. Ich will es erzwingen und der Perfektion näher kommen", unterstrich Woods seine Ambitionen.

dpa / Eurosport