Eurosport - Do 10.Apr. 16:07:00 2008
Mit der Miami-Revanche von Nicolas Kiefer gegen Rafael Nadal beginnt an diesem Freitag das Davis-Cup-Viertelfinale der Deutschen gegen Topfavorit Spanien. "Man muss es nehmen, wie es kommt. Aber letztlich ist es ganz gut so, denn jetzt weiß ich, wann es losgeht", sagte der 30-Jährige.
Auch "Leitwolf" Philipp Kohlschreiber blieb in Bremen gelassen bei der Auslosung, die ihm die spanische Nummer zwei David Ferrer zuwies. "Dann dauert die Anspannung eben etwas länger", sagte der Augsburger und schob grinsend in Richtung Kiefer hinterher: "Na ja, dann führen wir schon 1:0."
Wie in Braunschweig beim Erstrunden-Erfolg gegen Südkorea soll der 24-Jährige dreimal zum Einsatz kommen. Vorgesehen ist, dass er am Samstag wieder an der Seite von Philipp Petzschner auch im Doppel gegen Fernando Verdasco/Feliciano Lopez aufschlägt. Am Sonntag steht zunächst das Duell der Spitzenspieler Kohlschreiber gegen Nadal auf dem Programm, ehe Kiefer gegen Ferrer spielt. Der Sieger trifft im Halbfinale auf die USA oder Frankreich.
"Man wird sehen, wie ich mich am Freitagabend fühle", relativierte Kohlschreiber, der gegen Nadal viermal verloren und gegen Ferrer eine Bilanz von 1:2 Siegen hat, das in ihn gesetzte Vertrauen. Denn nicht erst seit den Tagen von Braunschweig weiß er, dass drei Matches an drei Tagen eine höllische Belastung im Davis Cup sind, wo schließlich drei Gewinnsätze gespielt werden. "Man kann ja immer noch etwas machen", erklärte "Kohli".
"Gegen Rafael reichen keine 80 oder 90 Prozent"
"Routinier" Kiefer bemüht sich sichtlich, die Entspannung deutlich zu machen. Die Lehren freilich, die er aus dem in Miami gerade verlorenen ersten Vergleich mit Nadal gezogen hat, will er nicht preisgeben. "Es gibt sie." Mehr verriet er nicht. Wohl aber, dass die "Messlatte sehr, sehr hoch liegt. Gegen Rafael reichen keine 80 oder 90 Prozent. Da muss man ans Limit gehen, vielleicht sogar darüber hinaus. Und dann muss man hoffen, dass er vielleicht nicht seinen besten Tag hat."
Diese Hoffnung ist nicht gänzlich unbegründet, obwohl sich dieser Glaube schon für viele Konkurrenten als Trugschluss erwiesen hat. Er habe die Zeitumstellung noch immer nicht überwunden, sagte der 21-Jährige. "Vor drei Uhr kann ich nicht einschlafen und morgens fühle ich mich wie gerädert." Doch damit nicht genug: Auch die Bälle ärgern den Mallorquiner, und anfangen wie jetzt an diesem Freitag gegen Nicolas Kiefer mag er im Davis Cup auch nicht so gerne.
dpa / Eurosport