Bundesliga - Hat Müller doch noch eine Chance?

Eurosport - Di 10.Mrz. 17:22:00 2009

Kampf oder Kapitulation? Der beurlaubte Schalke-Manager Andreas Müller müsste auf der entscheidenden Sitzung des Aufsichtsrates mehr als ein Drittel der anwesenden Mitglieder von seinem Konzept überzeugen, um sein Amt weiter ausüben zu können.

FOOTBALL - Andreas Müller Schalke 04 2008 - 0

Der 46-Jährige will laut "dpa" der formellen Einladung des Kontrollgremiums folgen und bei der Sitzung an diesem Samstag von seinem Recht auf Anhörung Gebrauch machen. Laut Satzung ist bei der Abstimmung eine Zweidrittel-Mehrheit nötig, um ein Vorstandsmitglied vorzeitig abzuberufen. Sollten alle zehn Aufsichtsräte des Bundesligisten anwesend sein, würden Müller vier Nein-Stimmen bzw. Enthaltungen genügen, um seine Abberufung zu verhindern.

Dass es so kommt, ist unwahrscheinlich. Möglich wäre es laut Vereinssatzung, Paragraf 8 Absatz 2, aber schon. Dort heißt es wörtlich: "Mit einem Aufsichtsratsbeschluss, der der Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen bedarf, kann ein Vorstandsmitglied auch vor Ablauf der Amtsperiode abberufen werden. Der abzuberufende Vorstand ist von einem entsprechenden Tagesordnungspunkt des Aufsichtsrates rechtzeitig vorher, mindestens drei Kalendertage, zu informieren. Er ist vom Aufsichtsrat anzuhören, indem ihm die Gelegenheit zur Aussprache mit dem Aufsichtsrat vor Beschlussfassung eingeräumt wird."

Müller lässt sich nicht drängen

Bis Dienstagmittag hatte Müller, dessen Vertrag bis zum 30. Juni 2011 datiert ist, seine Teilnahme an der Aufsichtsratssitzung nicht abgesagt. Womöglich will er zumindest die letzte Chancen nutzen, dem Kontrollgremium die Meinung zu sagen und sich einen "guten Abgang" zu verschaffen.

Zu dem ihm vom Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies nahegelegten Rücktritt ließ sich Müller - anders als sein Vorgänger Rudi Assauer - jedenfalls nicht drängen. Assauer hatte es seinerzeit vorgezogen, dem "Scherbengericht" fernzubleiben und warf stattdessen am 17. Mai 2006 enttäuscht und verärgert die Brocken selbst hin.

Namenskarrussell dreht sich munter

Wie lange sich Schalke Zeit lassen will bei der Nachfolgesuche, ist völlig offen. Geschäftsführer Peter Peters eilte von Sitzung zu Sitzung, auch Clubchef Josef Schnusenberg war nicht zu sprechen. Ein Clubsprecher sagte auf Anfrage, dass man ohnehin "keinerlei Wasserstandsmeldungen" geben oder Details über ein "Anforderungsprofil" öffentlich machen werde.

Ungeachtet dessen werden bereits fast alle Namen von A wie Assauer über M wie Möller bis W wie Wilmots gehandelt. Die "Bild"-Zeitung nannte drei Kandidaten: Ex-Bayern-Keeper Oliver Kahn, DFB-Manager Oliver Bierhoff und Wolfsburgs Trainer-Manager Felix Magath. Auch der Name des Schalker Kultstürmers Ebbe Sand, der nach seiner aktiven Laufbahn 2006 in der dänischen Heimat beim damaligen Erstligisten Silkeborg IF als Sportlicher Leiter anheuerte, fällt hier und da. "Das ist eine hypothetische Frage. Es gab in der Sache keinen Kontakt", sagte der 36-Jährige. Für "Andi" tue es ihm "unendlich leid": "Schalke war für mich immer mit ihm und Assauer verbunden", meinte Sand, der als Mentalcoach und Stürmertrainer der dänischen Nationalelf arbeitet und häufiger mit Müller telefoniert.

Kuranyi will sich "bei Schalke durchsetzen"

Ob Tönnies, wie am Montag behauptet, "eine große Anzahl von Bewerbungen auf dem Tisch liegen" hat, darf zumindest bezweifelt werden. Dann hätten sich die Interessenten schon bei Schalke anbieten müssen, bevor Müllers Beurlaubung feststand.

Für neue Schlagzeilen sorgte indes wieder einmal Kevin Kuranyi, dem angeblich ein Angebot des russischen Erstligisten Lokomotive Moskau vorlag. Eiligst ließ Schalke dies auf der Vereins-Homepage vom Stürmer dementieren. Es habe sich nichts geändert: "Ich will mich bei Schalke 04 durchsetzen und beweisen. Deshalb muss sich niemand mit diesem Gerücht ernsthaft beschäftigen."

dpa / Eurosport

Kommentare 1 - 8 of 8

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  1. der wär schön blöd denen aus der patsche helfen zu­ wollen, nachdem sie ihm einen tritt gegeben haben

    Von Ruthard W, am Do 12.Mrz. 8:20
  2. müller kricht nur noch eine chance
    mehr nicht

    Von nikbokolada, am Do 12.Mrz. 2:53
  3. Schalke und 1860 München nur die Liga unterscheidet das­ Chaos!

    Von Josef, am Do 12.Mrz. 2:04
  4. Kommentar nicht angezeigt durch zu niedrige Bewertung. Zeigen

    der verein sollte sich selbst abmelden,dann gäbe es­ keine negativschlagzeilen aus der richtung
    wernardo

    Von werner, am Mi 11.Mrz. 12:54
  5. Irgendwie habe ich das Gefühl, der Artikel kommt falsch­ rüber. Müller ist Vorstandsmitglied, und als solches­ kann er nur von einer 2/3 Mehrheit gefeuert werden. Das­ hat aber nichts mit seiner Managertätigkeit zu tun. Die­ ist vorbei, Schluss, Aus, Ende.

    Von Nils T, am Mi 11.Mrz. 4:07
  6. wieso Hammer? Müller ist seid 21 Jahren bei dem Verein.­ War 12 Jahre Spieler. Hat für euch gespielt - und die­ Schlacke Fans fallen ihm in den Rücken. Mit solchen­ 'fans' braucht man keine Feinde. Was hat denn­ Müller schlechtes gemacht? Platz 2, Platz 3 in der­ Bundesliga. Neuer, Westermann, Jones. Auf dem­ Transfermarkt mit einer schwarzen 0 rausgekommen. Das­ schaffen nicht viele. Aber Bild hat was g egen ihn,­ also wird er fertig gemacht. Und dann solche­ Hirngespinste wie Magath. In Wolfsburg kann er ruhig­ arbeiten, warum soll er sich die Chaostruppe aus Herne­ antun?

    Von Spottexperte, am Mi 11.Mrz. 2:21
  7. Kommentar nicht angezeigt durch zu niedrige Bewertung. Zeigen

    Was wollen Namen wie Kahn oder Magath bei so einer­ Schleudertruppe? Ich kann den Verein aufn Todt nicht­ riechen! von mir aus können die auch absteigen bis­ runter in die Regionalliga...

    Von Hendrik, am Mi 11.Mrz. 1:53
  8. das währe der hammer !!! ich bin seid 23 jahren ein­ schalke aber wenn das der fall wird dürfen sich die­ verantwortlichen nicht wundern wenn es mit den fans­ endgültig bricht !!!!

    Von chpaleme, am Mi 11.Mrz. 1:43
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