Eurosport - Mo 10.Mrz. 14:08:00 2008
Geteilte Freude ist doppelte Freude: Während Kathrin Hitzer mit ihren beiden Premieren-Siegen in Khanty Mansiysk den endgültigen Durchbruch in der Weltelite geschafft hat, hat ihre gleichaltrige Zimmerkollegin Magdalena Neuner Aussicht auf die große Kristallkugel.
Unzählige Glückwünsche sind auf der Website von Kathrin Hitzer eingegangen. Die Schwäbin ist der neue Star am deutschen Biathlon-Himmel und alle scheinen sich mit ihr zu freuen.
Ausgerechnet an einem Tag, an dem die 21-Jährige überhaupt nicht mit einem Podestplatz gerechnet hatte ("ich fühlte mich müde und lasch") schlug sie zu. Bundestrainer Uwe Müssiggang hatte schon lange gewusst, was in seinem Schützling steckt und war voll des Lobes: "Heute hat Kathrin gezeigt, was sie kann. Ich habe es nach ihren Trainingsleistungen schon lange erwartet." Und der Coach schickte noch eine Prophezeiung hinterher: "Es wird nicht ihr letzter Sieg bleiben."
Aber dass Hitzer bereits 24 Stunden nach ihrem Premieren-Erfolg erneut triumphieren würde, hätte wohl auch Müssiggang nicht geahnt. Während der erste Sieg noch hart erkämpft war, konnte die Gosheimerin bei ihrem zweiten Erfolg "das Schaulaufen auf dem letzten Kilometer" genießen. "Das war ein abartiges Gefühl."
Sprachlose Neuner
Magdalena Neuner, wie Hitzer 21 Jahre alt, hat bereits ein Jahr vor ihrer Zimmerkollegin den Durchbruch geschafft. Mit den drei Titeln bei ihrer ersten WM-Teilnahme in Antholz hatte die Bayerin die Biathlon-Welt verzückt. Es folgten die Wahl zur Sportlerin des Jahres und, nach einem zurückhaltenden Saisonstart, drei weitere Goldmedaillen bei den Titelkämpfen in Östersund.
Und jetzt ist die Wallgauerin nach dem Erfolg im Sprint und Platz zwei beim Massenstart in Khanty Mansiysk urplötzlich wieder ganz dick im Geschäft um die große Kristallkugel. "Dass ich im Weltcup wieder eine Chance habe, macht mich sprachlos", so Neuner, die den Sieg in der Gesamtwertung zu Beginn der Saison gar nicht auf der Liste hatte, weshalb sie sich jetzt, trotz Punktegleichheit mit Spitzenreiterin Sandrine Bailly, auch nicht verrückt machen will.
Aber selbst wenn Magdalena Neuner der ganz große Coup beim Weltcup-Finale in Oslo verwehrt bleiben sollte - mit Kathrin Hitzer bildet sie schon jetzt das Erfolgszimmer. Wer weiß, mit welchen Aussichten?
Birgit Riezinger / Eurosport