Eurosport - So 09.Mrz. 21:26:00 2008
Der 1. FC Nürnberg trotzte dem Hamburger SV im heimischen easyCredit-Stadion vor 44.900 Zuschauern ein torloses Remis ab. Die beste Möglichkeit der Partie besaß Zvejdan Misimovic in der 43. Minute. Doch der Bosnier scheiterte mit einem schwach geschossenen Foulelfmeter an HSV-Keeper Frank Rost.
Nach dem Unentschieden gegen den Hamburger SV tritt der 1. FC Nürnberg weiter auf der Stelle. Mit 19 Punkten steht das Team von Thomas von Heesen auf dem 16. Tabellenplatz und benötigt noch immer fünf Punkte bis zum rettenden Ufer.
Der HSV konnte keinen Nutzen aus dem Debakel der Bremer in Stuttgart ziehen. Die Hamburger bleiben weiterhin auf dem dritten Rang der Tabelle (41 Punkte), haben aber den Verfolger aus Leverkusen im Nacken, der den Abstand nach dem Sieg über Hannover bis auf einen Zähler verkürzte.
"Mit dem Ergebnis bin ich nicht zufrieden, denn wir wollten heute einen Schritt machen. Zum Leben ist das zu wenig", sagte Thomas von Heesen, der weiter auf den ersten Sieg als Nürnberger Trainer wartet. "In unserer Situation wiegt der verschossene Elfmeter natürlich schwer, aber das soll kein Vorwurf sein", meinte Mittelfeldmann Peer Kluge. HSV-Trainer Huub Stevens war trotz des Punktverlustes nicht unzufrieden: "Ich denke, dass es ein gutes Bundesligaspiel war."
1. Halbzeit:
Dem Hamburger SV war das kräftezehrenden UEFA Cup-Spiel gegen Bayer Leverkusen am Donnerstag anzumerken. Zudem musste Stevens umstellen, um den Ausfall von Vincent Kompany zu kompensieren. Der Belgier verletzte sich im Spiel gegen Leverkusen und so rückte Colin Benjamin wieder in die Startformation.
Von Heesen veränderte sein Team gleich auf mehreren Positionen. Nach der Sperre für Jan Koller wegen seiner "Spuck-Attacke" im Spiel gegen Hannover und der Verletzung von Kapitän Tomas Galasek, brachte der "Club"-Coach Robert Vittek ins Sturmzentrum Ivan Saenko spielte im rechten Mittelfeld von Beginn an.
Die Nürnberger versuchten in der Anfangsphase ihr Möglichstes, um die Hintermannschaft des HSV zu überwinden. Bis auf ungefährliche Distanzschüsse brachte die umgestellte Offensive der "Clubberer" aber nichts zustande. Durch viele Fehlpässe im Aufbauspiel und die solide Verteidigung der Gäste um Joris Mathijsen und Bastian Reinhardt kam der Club nicht zwingend vor das Tor von Frank Rost.
Kurz vor der Pause war Rost dann dennoch im Fokus des Geschehens: Nach einem Foul von Benjamin an Per Kluge ließ der unsicher auftretenden Schiedsrichter Markus Schmidt zunächst weiterlaufen, ehe ihn sein Linienrichter auf das Foul hinwies. Der Unparteiische revidierte seine Entscheidung und entschied nach der Beratung mit seinem Assistenten auf Foulelfmeter.
Ein Duell zweier Elfmeter-Profis stand bevor: Rost konnte fünf der letzten acht Elfmeter halten, Zvejdan Misimovic hingegen verwandelte seine letzten fünf Strafstöße. In der 43. Minute bewies Rost einmal mehr, wie er zu seinem Image als "Elfer-Killer" gekommen war und vereitelte den schwach getretenen Strafstoß.
Auch Daniel Klewer, der das Vertrauen seines Trainers und den Vorzug gegenüber dem zuletzt schwächelnden Jaromir Blazek bekommen hatte, machte seine Sache ordentlich, sodass sich die Teams ohne Tore in die Kabinen verabschiedeten.
2. Halbzeit:
In der zweiten Hälfte ließen auch die Kräfte der Gastgeber sichtlich nach. Das Geschehen der Partie, die nun von Minute zu Minute schlechter wurde, spielte sich zusehends im Mittelfeld ab und war geprägt von vielen technischen Unzulänglichkeiten und Abspielfehlern von beiden Mannschaften.
Der Hamburger SV schien schon früh in der zweiten Hälfte mit dem Unentschieden leben zu können. Zudem fehlte auch ein Antreiber im Mittelfeld, der den entscheidenden Pass oder die zündende Idee hatte, denn Rafael van der Vaart blieb heute über die gesamte Partie deutlich hinter seinen Möglichkeiten.
Die einzig nennenswerte Chance der zweiten Hälfte verzeichnete David Jarolim (65.) mit einem Lattenknaller aus 25 Metern. Der sonst fehlerlose Klewer, der einzig beim Herauslaufen Schwächen zeigte, hätte bei diesem Distanzschuss das Nachsehen gehabt.
Mit Angelos Charisteas und Marek Mintal brachte von Heesen zehn Minuten vor dem Ende noch zwei Angreifer in die Mannschaft, um die erlahmenden Angriffsbemühungen wieder zu beleben und die Entscheidung zu erzwingen. Doch auch diese Einwechselungen brachten nicht den gewünschten Erfolg, sodass sich die Mannschaften mit einem leistungsgerechten Unentschieden trennten.
Spieler des Spiels:
In einer Partie auf relativ schwachem Niveau, sicherte Frank Rost seiner Mannschaft das Remis, als er den Elfmeter von Misimovic parierte.