Eurosport - So 10.Feb. 15:29:00 2008
Im Tabellenkeller der 2. Fußball- Bundesliga liegen die Nerven blank: Mit dem 1. FC Kaiserslautern und dem SC 07 Paderborn entließen gleich zwei vom Abstieg bedrohte Vereine am zweiten Rückrunden-Spieltag ihre Trainer.
Während die Paderborner bereits den einst verschmähten Pawel Dotschew als Nachfolger für den beurlaubten Holger Fach präsentierten, suchen die "Roten Teufel" mit Hochdruck nach einem "schmerzfreien" Coach, der den geschassten Kjetil Rekdal ersetzt. Beide Clubs machten die Trennungen Nummer acht und neun in der laufenden Spielzeit perfekt.
Spekulationen um Nachfolger
"Die Trainerentlassung ist unsere letzte Patrone, denn nach der Winterpause hat sich bei uns nichts geändert", rechtfertigte der selbst erst seit Jahresbeginn für die Lauterer tätige Teammanager Fritz Fuchs die Entscheidung. Prompt wurden in den Medien unter anderem Werner Lorant und Peter Neururer gehandelt. "Dass es wilde Spekulationen gibt, dafür habe ich Verständnis", meinte Fuchs, der mit Amtskollege Frank Aehlig die Trainerfindungs-Kommission bildet. Fuchs: "Es wird, ja es muss eine schnelle Entscheidung geben - aber keinen Schnellschuss." Bis ein Nachfolger da ist, wird der bisherige FCK-Oberliga-Coach Alois Schwartz das zuletzt 1998 mit Meistermeriten dekorierte 1. Team trainieren. Denn neben Rekdal wurden auch die Co- Trainer Roger Lutz und Wolfgang Funkel freigestellt.
Rekdal stellt sich vor den Vorstand
Nach nur drei Siegen aus 19 Spielen, mageren 16 Punkten und dem bitteren 1:2 am Freitag gegen 1860 München überraschte Rekdal die Entscheidung kaum noch: "So ist nun mal der Profifußball: Der Trainer hat letztlich die Verantwortung." Nach sechs "verschenkten" Punkten gegen Jena und München habe der Vorstand unter Druck gestanden, sagte Rekdal, der vor Saisonstart einen Drei-Jahresvertrag erhalten hatte.
Er bekam den rauen Wind auf dem Betzenberg zu spüren. Im November wurde FCK-Torjäger-"Ikone" Klaus Toppmöller als Aufsichtsratsmitglied installiert, ausgestattet mit allen sportlichen Kompetenzen. Daraufhin trat Sportdirektor Michael Schjönberg zurück. In punkto Spielerpersonal wurden in den vergangenen zwei Jahren 22 Akteure verpflichtet und wieder abgegeben. Nun traf es einmal mehr den Coach.
Dotschews "Heimkehr"
So wie beim Tabellenletzten Paderborn, der in 18 Saisonpartien unter Fach lediglich zwölf Punkte holte und auch schon den Abstiegsfall eingeplant hat. "Wir werden ein Team von 22 Spielern aufbauen, die in der Saison 2008/2009 entweder den erneuten Klassenverbleib in der 2. Liga oder aber den direkten Wiederaufstieg aus der 3. Liga erreichen können", sagte Clubchef Wilfried Finke.
Rückkehrer Dotschew feierte in Paderborn 2005 mit dem Zweitliga- Aufstieg den größten Erfolg der Vereinsgeschichte, doch sein Vertrag wurde danach nicht verlängert. Der 42 Jahre alte Bulgare, der den SCP damals unter Tränen verließ, blickt aber nicht im Zorn zurück. "Das ist Schnee von gestern und längst vergessen. Ich bin froh, wieder zu Hause zu sein", sagte Dotschew, der seinen Vertrag beim Regionalligisten Rot-Weiß Erfurt eilig aufgelöst hatte und im Heimspiel gegen den SC Freiburg bereits auf der Bank Platz nahm.
dpa / Eurosport