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Wolfsburg schaut nach oben - MSV im Dilemma

So 10 Feb, 09:45 Uhr


Wolfsburg (dpa) - Die Saat, die Felix Magath in die niedersächsische Fußball-Erde gelegt hat, beginnt aufzugehen. Drei Bundesliga-Siege in Serie und das Erreichen des DFB-Pokal- Viertelfinales lassen den VfL Wolfsburg sportlich nach oben schauen.

«Die Vorbereitung war sehr gut. Wir verstehen uns auf dem Platz immer besser. So kommen die guten Ergebnisse zustande», stellte Angreifer Grafite nach dem schwer erkämpften 2:1 (1:1)-Sieg über den MSV Duisburg zufrieden fest. Der Werksclub ist nach Monaten endlich wieder in der oberen Tabellenhälfte angekommen und kann das Geschehen im Kampf gegen den Abstieg anders als in den mageren Vorjahren recht gelassen verfolgen.

Bis es jedoch soweit war, hatten Grafite und seine Kollegen ein hartes Stück Arbeit zu verrichten. Der frühe Rückstand durch Claudiu Niculescu (26.) passte nicht ins Konzept einer Mannschaft, die sich noch finden will. «Man hat gesehen, dass wir uns im Spiel nach vorn noch sehr schwer tun», gestand Trainer Magath unumwunden ein. Grafite und Sturmpartner Edin Dzeko bekommen noch zu selten die Bälle, die sie brauchen, um ihnen nachgesagte Torjäger-Qualitäten nachzuweisen,

So musste wieder Marcel Schäfer aushelfen. «Ich hatte freie Schussbahn und habe etwas riskiert. Das hat sich ausgezahlt», sagte der Verteidiger, der die Wende mit seinem dritten Saisontor in der 36. Minute einleitete. Den Rest erledigte Grafite, der den 18 755 Zuschauern in der Volkswagen Arena nach 54 Minuten den Siegtreffer bescherte. Immerhin schon der sechste für den erst in der Saison gekommenen Brasilianer. Und das soll noch lange nicht der letzte gewesen sein. «Es geht noch mehr», kündigte der wuchtige Stürmer an.

Wohin die Reise noch führen kann, wusste Grafite allerdings auch nicht nicht zu sagen. Besser: Er verkniff sich zu große Versprechungen. Luftschlösser sind bei den «Wölfen» in den gut zehn Jahren ihrer Bundesliga-Geschichte zu oft gebaut worden. Daran war Grafite zwar wie auch Keeper Diego Benaglio nicht beteiligt. Aber Wolfsburgs wieder tadellose neue Nummer 1 hielt den Ball ebenfalls flach. «Wir sollten weiter nur von Spiel zu Spiel denken. Das ist das Beste», sagte der Schweizer Nationaltorhüter nach seinem dritten Erfolgserlebnis im VfL-Gehäuse.

Solche Erfolgsrezepte hätten die unterlegenen Duisburger auch gern proklamiert. Nur sie haben keine. «Wir probieren alles, wir machen und kämpfen: Am Ende aber reicht es nicht», haderte Kapitän Ivica Grlic. Und ergänzte: «Wir sind zum Siegen verdammt.» Doch wie das funktionieren soll, weiß beim Tabellenletzten keiner. Auch Tobias Willi nicht. Das Fazit des Verteidigers («Ich bin hundertprozentig sicher, dass wir die Klasse halten») klingt schon wie eine Durchhalteparole. Und das nach nur zwei von 17 Spielen der Rückrunde.