Saison 2009 - BMW und Mercedes bleiben Formel 1 treu

Eurosport - Di 09.Dez. 14:48:00 2008

Der Total-Rückzug des Auto-Giganten Honda hat die Formel 1 geschockt, doch die deutschen Hersteller halten der Motorsport-Königsklasse auch inmitten der Wirtschaftskrise die Treue. Zur Bedingung für das Überleben des Milliarden-Rennzirkus machten aber auch Mercedes und BMW drastische Einsparungen.

2009 Test BMW Kubica - 0

"Das ist ein Weckruf", sagte Formel-1-Boss Bernie Ecclestone nach dem plötzlichen Ausstieg des japanischen Autobauers. Findet der bislang von Honda mit bis zu 400 Millionen Euro jährlich unterstützte Formel-1-Rennstall nicht schnell einen Käufer, gehen in der kommenden Saison nur noch neun Teams an den Start.

"Wenn die Teams jetzt nicht merken, was passiert ist, muss man alle Hoffnung aufgeben", warnte Automobil- Weltverbandschef Max Mosley, der seit Jahren für Sparmaßnahmen wirbt.

Für das McLaren-Mercedes-Team um Weltmeister Lewis Hamilton gab Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug aber Entwarnung. "Unser Formel- 1-Engagement steht auf finanziell soliden Beinen", sagte Haug. Auch BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Draeger betonte, die Honda-Entscheidung habe auf das Engagement der Bayern in der Motorsport-Königsklasse keinen Einfluss.

"Es gibt keine bessere Plattform als die Formel 1, um unsere Markenwerte zu demonstrieren. BMW nutzt das Formel-1-Projekt zudem gezielt als Technologiebeschleuniger für die Serie", sagte Draeger.

Emotionaler Abschied

Sparmaßnahmen sind allerdings aus Sicht beider deutscher Hersteller unausweichlich. Haug nannte die Kürzung der Ausgaben um mindestens 50 Prozent in den kommenden zwei Jahren als Ziel. Aus seiner Sicht waren zu hohe Kosten und die sportliche Schwäche für Hondas Rückzug verantwortlich. Zwar habe der Rennbahn-Rivale zuletzt "extrem aufgerüstet", aber weder zahlungskräftige Sponsoren noch Erfolge vorweisen können, sagte Haug. In der Konstrukteurswertung waren die Japaner in der abgelaufenen Saison Neunter und damit Vorletzter geworden.

Eine emotionale Pressekonferenz in Tokio setzte den Schlusspunkt unter das Formel-1-Engagement des Autobauers Honda, der 1964 sein Grand-Prix-Debüt feierte und seit 2006 wieder ein eigenständiges Team unterhielt. "Es war eine sehr schwierige Entscheidung", betonte Firmenchef Takeo Fukui. Die unsichere Lage der Weltwirtschaft zwinge das Unternehmen jedoch, die Mittel für den kostspieligen Rennsport zu streichen.

Rettung verzweifelt gesucht

Schon zu Beginn der abgelaufenen Saison hatten die Japaner dem Kunden-Team Super Aguri weitere finanzielle Unterstützung versagt und den Rennstall so zum Rückzug getrieben. Auch als Motorenlieferant will Honda künftig nicht mehr auftreten. "Das ist eine große, große Schande", klagte Ecclestone, der Honda nach zuletzt enttäuschenden Ergebnissen im kommenden Jahr unter den Top 4 erwartet hatte.

Fieberhaft arbeiteten Teamchef Ross Brawn und Geschäftsführer Nick Fry in den Stunden nach der Honda-Entscheidung an einem Rettungspaket für den in Brackley in Mittelengland beheimateten Rennstall. "Es wird hart, aber es gibt gute Gründe zur Hoffnung", sagte Fry dem TV-Sender Sky. Mindestens drei Übernahme-Interessenten hätten sich bereits gemeldet, als Motorenlieferant ist Ferrari im Gespräch. Beim Saisonauftakt am 29. März in Melbourne will das Team um den britischen Piloten Jenson Button unbedingt an den Start gehen.

Ausstieg "ansteckend"?

Doch Mosley warnte nach dem Honda-Schock erneut eindringlich vor einem "Weiter so". Der Internationale Automobil-Verband FIA sehe sich bestätigt, "dass die Kosten für die Teilnahme an der WM unhaltbar" seien, hieß es in einem Schreiben an alle Formel-1-Teamchefs. Darin machte sich Mosley erneut für die Einführung eines Einheitsmotors stark, über dessen Konstruktion derzeit ausschließlich mit dem Motorenbauer Cosworth verhandelt werde.

Die großen Hersteller lehnen einen Standardantrieb bislang ab. Beim Treffen der Teamvereinigung FOTA waren jedoch zusätzliche Sparpotenziale diskutiert worden. So sollen die Kosten für die Motoren und die erlaubten Testkilometer schon von 2009 an deutlich reduziert werden. Nur mit einer "radikalen Wende" in der Kostenfrage könne sich die Formel 1 stabilisieren, urteilte Mosley.

Von Endzeit-Stimmung mochte Rechte-Mitinhaber Ecclestone indes nichts wissen. "Die Formel 1 ist in keiner größeren Krise als jede andere Firma der Welt", erklärte der Brite der BBC. Dagegen unkte der dreimalige Weltmeister Niki Lauda nach dem Honda-Ausstieg im Gespräch mit der österreichischen Nachrichten-Agentur APA: "Ich hoffe nur, dass das nicht ansteckt."

dpa / Eurosport

Kommentare 1 - 18 of 18

Kommentare sortieren: Aktualität
  1. die F1 AUtos sehen jetzt voll scheiße aus

    Von Night Terror, am Mi 10.Dez. 16:10
  2. die politik hat nie die umwelt intressiert sondern wie­ man sich an ihr bereichert. nur deswegen die scheiss­ co2 geschichte, nix umwelt! wenn es wirklich darum­ gehen würde die umwelt zu entlassten würde man anders­ vorgehen und nicht das der ein russfilter hat weniger­ steuern zahlen muss als der keinen hat und mehr zahlen­ darf, wo ist da der sinn?

    Von Alibaba, am Sa 6.Dez. 13:30
  3. man muss bedenken wohin man die f1 mit der sparnummer­ gebracht hat die autos sind jetzt sowas von hässlich­ dass viele zuschauer den fernseher abschalten und die­ formel 1 vergessen das wollen sie nicht schließlich­ verdinen alle millionen von dollar sodass man nicht um­ jeden penny bangen soll pleite zu gehen schade­ natürlich für honda so aufzugeben aber wie soll das­ auch klappen wenn man nur hinterher fährt die f1 sollte­ meiner meinung nach so bleiben wie in den letzten 2­ jahren da hat mir alles gefallen

    Von fischer.ladislaus, am Sa 6.Dez. 12:32
  4. sollen doch alle aufhören, dass was mit der F1­ passieren soll, ist sie dann sowieso unintressant.
    Die­ beste methode zu sparen, ist aufhören! Max Mosley, der­ seit Jahren für Sparmaßnahmen wirbt.
    Lach nummer F1:D

    Von Alibaba, am Sa 6.Dez. 12:14
  5. na, forbiddentechnology, ganz so schnell entweicht­ Wasserstoff nicht. Aber es stimmt, man hat immer einen­ gewissen Verlust. Bzw die gute alte­ 'Wasserstoffversprödung'. Aber man muß/braucht­ den Wasserstoff ja nicht 'pur' lagern. Und was­ spricht gegen eine Methanol/Ethanol Wirtschaft, anstatt­ Öl?

    Von Volker Armin H, am Sa 6.Dez. 7:40
  6. messnerfranz, nein Sir, mit verlaub, das ist 100%­ inkorrekt. Wasserstoff wird IMMER, auch durch metal,­ völlig entweichen. Das ist auch bei den Herstellern­ bekannt. Es geht ja auch nicht ums abdichten, es geht­ um den behälter per se! Stell dein Wasserstoff Auto­ vollgetankt am Flughafen ab, komm ein oder zwei Wochen­ später zurück und der Tank ist leer, verflossen durch­ das Metal. Wasserstoff ist das simpelstes Element­ überhaupt. Es entweicht von jedem Kontainer/Behälter­ der noch so hart ist. Das, auch ganz abgesehen von­ explosionsgefahren etc. Wasserstoff Autos werden nie­ den Markt erreichen. Just won't happen. Re F1,­ klar, mag ich auch, aber ein Einheitsmotor? Ferrari­ oder Mercedes etc. müssen einen Motor von Cosworth z.B.­ einbauen? Machen die doch nie, und ich möchte doch­ sehen wer die besseren Motoren auch baut (so lange es­ noch Primitive Verbrennungs Motoren gibt), nicht nur­ das Chassis. Da fehlt doch die Konkurenz, oder? Na ja..­ mal sehen.

    Von forbiddentechnology, am Sa 6.Dez. 1:39
  7. Das war eigentlich schon überfällig.
    Ein Konzern wie­ Honda mit einer sehr erfolgreichen Formel 1 Historie­ fährt seit Jahren ständig hinterher.
    Statt die Wagen­ mit bezahlten Sponsorenaufklebern zu schmücken malt man­ die Autos lieber schön bunt an.
    Kein Wunder, dass da­ das Geld nicht reicht. Oder fand man wegen­ Erfolglosigkeit gar keine Sponsoren ?

    Wenn man eine­ Kosten-Nutzen-Rechnung aufstellt hätte die Bremse schon­ längst gezogen werden müssen.
    Fragt sich nur wer jetzt­ noch Honda-Autos kaufen will ?

    Der Gesichtsverlust ist­ wohl nicht mehr gut zu machen.

    Von drayprescott, am Sa 6.Dez. 1:20
  8. So klein sind Wasserstoffmoleküle auch wieder nicht!­ Abdichten ist kein Problem! Aber wenn bei der­ Herstellung mehr Energie verbraucht wird, als bei der­ Berbrennung (von Wasserstoff) dann muss man drüber­ nachdenken! Mir gefällt F1 eigentlich schon, obwohl ich­ bei Einheitsmotoren über den Sinn nachdenken müsste. Da­ bräuchte es eigentlich nur mehr gute Designer­ (Luftstrom usw) und keine Autohersteller mehr.

    Von messnerfranz, am Sa 6.Dez. 0:47
  9. Die neuen F1 Autos sehen echt beschissen aus!

    Von Klinsfrau, am Fr 5.Dez. 22:45
  10. die Situation wäre eine andere, würde mehr Geld in die­ Taschen der Teams und der Streckenbetreiber und weniger­ in die Taschen von Bernie E. Betreibergesellschaft­ fließen.

    Von Volker Armin H, am Fr 5.Dez. 21:55
  11. wenn Cosworth oder irgend einer als einziger Motoren­ Lieferant benannt wird schau ich mir die F1 überhaupt­ nicht mehr an. Das wars. How bloody stupid.

    Von forbiddentechnology, am Fr 5.Dez. 21:54
  12. rothmichel111: ah, endlich, ich dachte ich war der­ einzige! Auch meins das Ziemlich gut den Punkt trifft,­ kommt einfach nicht. Ist ja wie China hier. Zensur.­ Regards...

    Von forbiddentechnology, am Fr 5.Dez. 21:47
  13. karlgrass. agree re Electro autos, die haben­ wesenentlich mehr Power und volles Drehmoment von null­ bis max!!! Wasserstoff is müll. Das Problem der Chemie­ wird immer bleiben (Hydrogen molecules zu klein und­ entweichen jeden Tank). Wasserstoff ist ein marketing­ gag und purer Blödsinn. Aber voll Hybrids wäre eine­ Feine Sache. Die F1 autos von heute mit­ verbrennungsmachinen sind hoffnungslos ineffizient und­ absolut lahm in vergleich zu Elektro motoren. Das­ Prinzip (Verbrennung) ist ja schon über hundert jahre­ alt und nur geblieben wegen der oel und auto lobby, no­ other reason, 100%. Roll on full hybrids! Way to go!­ (Nicht Mild Hybrids wie dieser schwachsinnigen Prius­ und Lexus Dinger, sondern richtige Voll Hybrids.­ (please excuse my spelling in German!)

    Von forbiddentechnology, am Fr 5.Dez. 21:45
  14. Scheiß Forum,jeder sachliche Kommentar wird als­ ungültig abgelehnt aber verbale Attacken­ geduldet,traurig traurig.

    Von rothmichel111, am Fr 5.Dez. 21:42
  15. BMW und Mercedes bleiben der F1 treu.Frage ist nur wie­ lange sie das können falls die Krise in der­ Automobilbranche sich noch weiter verschärfen sollte.

    Von , am Fr 5.Dez. 20:40
  16. Ich komme aus dem Motorsport, und muss sagen, daß die­ F1 keiner braucht um nur irgend ein Auto mehr zu­ verkaufen. Es besteht überhaupt kein­ Techologietransfer; nur rein Marketing für Automarken­ die kein Branding mehr brauchen!

    MB und BMW sollten­ sich lieber damit beschäftigen wie es jetzt weitergeht.­ Was ist mit dem Wasserstoffauto!? Ich habe das Gefühl­ politisch will keiner diese phantastische Technologie­ haben. Zu erst mal alles Öl verbrennen. Die blöden Co2­ Debatten kotzen mich an. Bringt jetzt verdammt Elektro-­ & Wasserstoffautos! Abgase vergiften uns mehr und­ mehr.

    Wenn Motorsport, dann Rennen mit Fabriknahen­ Autos! Touring Wagen usw. Schöne Rennen UND­ Technologietransfer.

    Von Karl, am Fr 5.Dez. 20:32
  17. Zum einen sind die Boliden für 2009 potthässlich. Zum­ anderen sollte jeder Fan bedenken, dass er das Formel 1­ Engagement über den Autokauf mitfinanziert. Deswegen­ ist Hondas Entscheidung zu begrüßen. Das es auch ohne­ Formel 1 geht zeigt Porsche ja recht deutlich. Und bei­ den Sparmöglichkeiten hätte ein Blick zu den­ amerikanischen Indy-Cars viele Möglichkeiten­ aufgezeigt. Und den Schmarrn mit dem­ Technologietransfer glaubt doch heute keiner mehr !!

    Von grulls, am Fr 5.Dez. 18:29
  18. dieser sogenannte Technologietransfer ist doch sinnlos,­ da er in die falsche Richtung geht. Noch mehr Technik­ wie ABS, ESP, KERTS, ect. benötigt doch kein­ Mensch.

    Es geht darum Autos zu bauen bzw., Motoren zu­ entwickeln die vom Verbrauch her effizient sind, da ist­ die F1 die flasche Plattform ausser man würde die­ Spritmenge reglementieren und damit zu einem Optimum­ aus Verbrauch und Geschwindigkeit zu gelangen.

    Daran­ sieht man wieder einmal wie weltfremd Vorstände sind

    Von michael sail, am Fr 5.Dez. 16:45
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