Bundesliga - Nürnberg schwimmt sich frei

Eurosport - So 09.Dez. 20:18:00 2007

Vor 41.490 Zuschauern siegt Nürnberg im heimischen easyCredit-Stadion mit 2:1 (2:0) gegen erschreckend schwach agierende Berliner. Die Treffer für den Club erzielten Charisteas (5.) und Misimovic (39.). Das 2:1 durch Lustenberger (65.) war für die Hauptstädter letztlich nur noch Ergebniskosmetik

FOOTBALL 2007-2008 Bundesliga Nürnberg Nürnberg-Berlin - 0

Nach dem kräftezehrenden Sieg gegen AZ Alkmaar im UEFA-Cup erspielte der 1. FC Nürnberg gegen Hertha BSC Berlin den zweiten Sieg innerhalb einer Woche. "Das ist eine feine Sache, dass wir das Spiel auf diese Weise über die Bühne gebracht haben", sagte Nürnbergs Trainer Hans Meyer. Für den Club ist dieser Dreier im Abstiegskampf enorm wichtig, denn der FCN ist nun mit 15 Punkten auf Rang 14 geklettert und zum ersten Mal seit fünf Spieltagen nicht auf einem Abstiegsplatz. Nächste Woche heißt es für die "Clubberer" beim FC Schalke den Aufwärtstrend zu bestätigen. Die Berliner müssen sich nach der Niederlage gegen die Franken nach unten orientieren. Mit 19 Zählern haben die Hauptstädter nur noch fünf Punkte auf die Abstiegsränge und belegen Platz zwölf. Zudem hat die Hertha am letzten Spieltag der Vorrunde den Rekordmeister Bayern München zu Gast, der die Herbstmeisterschaft perfekt machen will.

1. Halbzeit:

Vor 41.490 Zuschauern legten die Nürnberger los wieder die Feuerwehr und wollten keinen Anschein von Unsicherheit zeigen. Trainer Meyer konnte bis auf Michael Beauchamp, den er durch Horanto Glauber ersetzen musste, auf die komplette Elf zurückgreifen, die auch schon im UEFA-Cup gegen Alkmaar siegreich war. Zudem bekam der Doppeltorschütze vom Mittwoch, Marek Mintal, von Beginn an das Vertrauen. Lucien Favre musste vor der Partie gleich drei Änderungen vornehmen. Für Sofian Chahed, Minero und den verletzten Patrick Ebert baute der Schweizer Pal Dardai, André Lima und Andreas Schmidt in die Startfortmation ein.

Die neuformierte Defensive bekam bereits in der fünften Minute Probleme. Christopher Reinhardt bediente Angelos Charisteas mit einem schönen Ball über die rechte Seite in die Schnittstelle der Abwehr. Der Grieche hatte letztlich nur noch Jaroslav Drobny vor sich, den er in der Manier eines Topstürmers überwinden konnte und den Ball zum 1:0 in die lange Ecke versenkte. Anstelle eines Aufbäumens enttäuschten die Berliner jedoch komplett und wirkten ohne Konzept und Teamgeist. "Die erste Halbzeit war eine Katastrophe", analysierte Hertha-Trainer Lucien Favre ebenso schonungslos wie treffend. "Wir waren überhaupt nicht präsent und hatten viel zu viele Ballverluste."

Auch als der Club einen Gang rausnahm, konnte die Hertha nicht überzeugen. In der Offensive war das Spiel zu sehr auf Marko Pantelic zugeschnitten, der gegen Andreas Wolf meistens abgemeldet war und auch in der Hintermannschaft agierten die Herthaner zu harmlos. Nach der schwächeren Phase meldeten sich die "Clubberer" jedoch eindrucksvoll zurück und nutzten die Nachlässigkeit der gegnerischen Abwehr gnadenlos aus. Nicky Adler flankte den Ball von der rechten Seite in die Mitte, wo Zvejdan Misimovic (39.) zur Stelle war, aus zehn Metern volley abzog und zum 2:0 einnetzte.

Mit stehenden Ovationen begleiteten die Nürnberger Fans ihre Mannschaft in die Pause.

2. Halbzeit:

Mit einem Doppelwechsel in der Halbzeit versuchte Favre seiner Mannschaft noch einmal Leben einzuhauchen. Solomon Okoronkwo und Tobias Grahn ersetzten die schwachen Schmidt und Lima, denen der Trainer von Beginn an sein Vertrauen schenkte. Die Berliner rappelten sich auf und drängten die Nürnberger zusehends in die Defensive, allerdings erspielten sich die Hauptstädter kaum Chancen.

Erst eine starke Einzelaktion von Pantelic, der sich im Strafraum gegen zwei Nürnberger durchsetzte und Okoronkwo in der Mitte bediente, brachte der Hertha den Anschlusstreffer. Jaromir Blazek konnte Okoronkwos Schuss zwar noch klären, den Abpraller jedoch schob Fabian Lustenberger (65.) zum 1:2 ein.

In der Schlussphase zitterte der FCN noch einmal um den verdienten Lohn. In der Nachspielzeit, als sogar Drobny mit nach vorne eilte, zappelte der Ball nach einem Freistoß im Tor der Nürnberger - doch Pantelic stand beim Zuspiel hauchdünn im Abseits. "Das ist sehr ärgerlich, aber die Entscheidung ist wohl vertretbar", sagte Berlins Kapitän Arne Friedrich nach dem ersten Studium der Fernsehbilder. So blieb es letztlich beim knappen aber aufgrund der ersten Hälfte verdienten Sieg der "Clubberer".

Spieler des Spiels:

Nicky Adler war auf der rechten Seiten ein stetiger Unruheherd und bereitete das zweite Tor mit einer präzisen Flanke vor.

Andreas Lehmann / Eurosport