Eurosport - So 09.Nov. 19:07:00 2008
Es war ein erkämpfter Arbeitssieg. Doch das 2:1 des Hamburger SV gegen Borussia Dortmund füllt nur das Punktekonto der Hanseaten auf. Spielerisch war die Leistung einmal mehr einer Spitzenmannschaft unwürdig. Der BVB hätte punkten können, stand sich dabei aber selbst im Weg.
Irgendwie besaßen beide Trainer nach der Partie eine ähnliche Aura. Hemdsärmelig und ein wenig humorlos, aber nicht unglücklich, resümierten HSV-Trainer Martin Jol und sein Dortmunder Kollege das abgelaufene Spiel. Die Hamburger hatten mit 2:1 gewonnen, rein punktetechnisch war es also nur gut für die Gastgeber gelaufen. Die Dortmunder indes waren unterm Strich das ein wenig bessere Team gewesen und tankten somit Selbstvertrauen für den weiteren Saisonverlauf.
Ball paradox also an der Elbe, eigentlich hätte Jol jubeln und Klopp fluchen müssen, doch die tiefer gehende Analyse, die beide Fachmänner ablieferten, brachte Aufhellung in die so ähnlich uneuphorischen Gemütslagen. Schließlich geht es nach dem zwölften Spieltag auch um eine Standortbestimmung für die mittelfristige Zukunft. "Wir waren gut drin im Spiel. Aber ein 0:2 in Hamburg aufzuholen, ist schwierig", analysierte Klopp.
Dortmund hätte Punkt verdient gehabt
Ausgerechnet der Ex-Dortmunder Mladen Petric köpfte bereits nach neun Minuten die HSV-Führung. Sein dicker Kumpel Robert Kovac hatte sich vom gewieften Angreifer wegdrücken lassen, Schiedsrichter Jochen Drees war dies nicht aufgefallen, der Treffer zählte. Kovac kassierte dann nach dem Schlusspfiff noch die Rote Karte, da er den Schiedsrichter beleidigte. Angeblich hatte Drees nicht lange genug nachspielen lassen.
Nach dem 2:0 durch Iviva Olic (33.) schien bereits früh alles gelaufen zu sein (33.). Doch das war es dann auch schon mit der Hamburger Herrlichkeit. Dortmund kam mehr und mehr ins Spiel, der Anschlusstreffer durch den starken Spielmacher Tamas Hajnal firl zwangsläufig (48.). "Wir haben nach dem 2:1 Druck gemacht, ein Punkt wäre nicht unverdient gewesen", ärgerte sich Klopp über die fehlende Konsequenz im Abschluss, die ein Dortmunder Erfolgserlebnis verhinderte. Insgesamt war es ein von beiden Seiten zwar impulsiv geführtes, an spielerischen Akzenten aber armes Duell. Eine kurzweilige Partie also, ohne Glanzlichter für Fußballfeinschmecker.
HSV heimstärkstes Bundesligateam
Das sah auch HSV-Coach Jol so, auch wenn er es nicht direkt kundtat. "Wir hatten unsere Sorgen, wussten aber auch, wie Dortmunds Stammelf eigentlich aussieht", spielte er auf die Ausfälle diverser HSV-Stammkräfte (de Jong, Demel, Atouba) an, nicht ohne die des BVB (Frei, Hummels, Dede) unerwähnt zu lassen. Wir haben es in der ersten Halbzeit gut gemacht, rümpfte er zufrieden die Nase. "Die Dortmunder waren in der zweiten Hälfte besser, da hatten wir keine Anspielstationen."
"Wir haben gekämpft und gefightet, hatten nicht 19:0 Chancen, so muss man zufrieden sein", lautete die nüchterne Bewertung eines letztlich mit Vehemenz erarbeiteten Heimsieges. Überhaupt ist es der Heimnimbus der "Rothosen", der momentan als Überlebensversicherung dient, weiter auf Tuchfühlung zur Tabellenspitze zu bleiben. Der HSV gewann nun schon fünf Partien in der Nordbank-Arena, lediglich Schalke 04 konnte hier einen Punkt ergattern.
Unfertige Millionentruppe
Doch spätestens nach den derben drei 0:3-Niederlagen in der Ferne sind die Problemzonen der Hanseaten offensichtlich. Das Team wirkt unfertig, da die teuren Neuzugänge Marcell Jansen, der nach einer längeren Verletzung zumindest spät eingewechselt wurde, oder Thiago Neves wegen Integrationsproblemen noch nicht richtig greifen. Die jungen Wilden, wie Jonathan Pitroipa und Dennis Aogo, der als Linksverteidiger immer sicherer wird, müssen sich in der rauen Bundesligawelt hingegen noch akklimatisieren. Auch der Rest des Teams wirkt häufig konzept- und ideenlos. Leader und Keeper Frank Rost hatte schon nach fünf Minuten seinen ersten Wutanfall, was als konstruktiver Weckruf zu bewerten war.
Auch HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer weiß um den Stand der Dinge. "Wir haben kein Zuckerspiel abgeliefert, es war wichtig, dass wir über diese Phase kommen", räumte er dem Sieg gerade nach der Niederlage der Vorwoche in Hannover moralisch eine hohe Bedeutung ein. "Wir werden auch auswärts noch Fahrt aufnehmen", blickte Beiersdorfer zuversichtlich in die Zukunft. "Wenn die Mannschaft zusammengewachsen ist, ist sie auch spielerisch zu perfekter Leistung fähig", so die Expertise.
Kommentare 1 - 13 of 13
Objektivität ist eine Eigenschaft die ich nie für mich in Anspruch genommen habe. Mein Herz schlägt für den BVB und gebe zu ein wenig frustriert über diese - vermeidbare - Niederlage zu sein.
Das Verhalten von Petric kann ich dennoch nicht nachvollziehen. Auch wenn einige Dortmunder gepfiffen haben.
"[...] Dortmund hat dieses Jahr eine sehr sympathische Truppe zusammen [...]" ich kann dir nur recht geben.
Man merkt, dass du wenig Ahnung hast wovon du sprichst, vielleicht solltest dus lieber lassen. Du bist momentan verärgert über die Niederlage, daher bist du wohl nicht ganz objektiv.
Wenn ein Spieler viele Tore schiesst, heisst das nicht sofort, dass die Mannschaft von ihm abhängig ist. Erst recht nicht trifft das auf den HSV zu. Die Mannschaft ist ausgeglichen, es gibt viele verschiedene Torschützen statt einen überragenden.
Der Mannschaft tut die offensivere Ausrichtung gut, auch wenn es jetzt in den Anfängen offensichtlich noch mit der defensive hapert.
Dortmund hat dieses Jahr eine sehr sympathische Truppe zusammen, allerdings traut man ihnen sowohl zu gegen Bayern zu gewinnen, wie gegen Cottbus zu verlieren, aber sie werden sich finden. Gegen Hamburg haben sie gut gespielt, waren aber taktisch schlechter, in der ersten Halbzeit teilweise naiv.
Und Petric in der Schweizer Liga bzw auf einer Bank in England, Italien (...)
Was wird aus dem HSV wenn Petric ausfällt? Wie gewohnt: gar nichts. Obere Mittelklasse in der Bundesliga, International ohne Bedeutung. Bei Dortmund ist Aufbauarbeit angesagt, natürlich waren es magere Jahre mit dem traurigen Tiefpunkt 07/08 (abgesehen vom starken Pokalfinale). Bei Dortmund sehe ich starke Verbesserung, bei Hamburg ist alles beim Alten: 1 Spieler soll alles reißen, wie Van der Vaart vorher und wenn das nicht funktioniert geht es den Bach runter.
@ Zaungast
Ohne Petric würde Dortmund jetzt in Liga 2 spielen. Petric wollte nicht jubeln, aber die miserablen BVB Fans haben ihn ausgepfiffen, also gabs dann keinen Grund mehr für Zurückhaltung.
Go HSV, Go. Ihr seit die besten.
HSV forever : auch solche Spiele ergeben letztendlich 3 Punkte ; na und !!
Irgendwann gleicht sich alles mal aus !!
Diesem frustrierten Zaungast möchte ich empfehlen , sich mal die PREMIER LEAGUE anzuschauen . Da lacht man über solche
angeblichen Fouls . Petric ist das Allerbeste , was dem HSV geschehen konnte , wenn die Dortmunder so dumm sind , ihn abzugeben; aber dafür haben sie ja Herrn Zidan bekommen..... . Schirileistungen hin - Schirileistungen her . Stellt Euch bitte selber mal auf den Platz und pfeift Spiele ab Kreisklasse aufwärts . Maulen können viele , bessermachen die Wenigsten .
Apropos Rückspiel der Hamburger in Dortmund ; spätesten dann werden die Dortmunder Krokodilstränen heulen , weil sie den Petric abgegeben haben . Schönen Abend noch und eine gute Woche .
Dortmund war besser und Petric ist der Allerletzte, undankbare Söldner. In Dortmund gefeiert, als Dank foult er zum 1:0 und jubelt auch noch. Unsportlich. Widerlich. Die Quittung gibt es in der Rückrunde, egal wie das Spiel ausgeht - es wird definitiv kein schönes Erlebnis für Petric.
Gratulation auch an Dr. Drees für seine "Leistung".... nicht zu fassen was der DFB da jedes Wochenende abstellt um die Spiele zu verpfeiffen.
Bin absolut deine Meinung Mallorca K !!!
Ole HSV Ole
Der HSV hat zwar in der zweite Hälfte nicht so gut gespielt , und es war nichts für "Feinschmecker" , aber gewonnen haben wir ja trotzdem . Drei Punkte sind drei Punkte ! Weiter so Jungs !
Nur Der HSV !!
Es sieht doch schon recht gut aus beim HSV und man hat hier auch schon schlechtere
Platzierungen zu diesem Zeitpunkt einer Saison gesehen, aber auch hier muss noch schwer gearbeitet
werden um alles positiv bis Spieltag 34 zu gestalten.
Die Neuen bis auf Petric sind zur Zeit noch ein Fremdkörper im Spiel und es wird auch sicher noch etwas
dauern, aber positiv denken.
So lange bremen da bleibt wo sie eigentlich auch hingehören, alles gut!
Übrigens, "kluger" Beitrag franzb08. Lass mich raten wie alt du bist, 10???
stylerlasse - du sprichst mir aus der seele! ich habe sehr, sehr selten einen objektiven (auch MIR ist dieser ausdruck ein begriff!) bericht über den HSV gelesen! wie übrigens auch über andere vereine AUSSER den FC Bayern München - natürlich! aber die redaktion ist ja in münchen und die "Eurosport Redaktion" wird sich hüten, negatives über den FCB zu schreiben, diese speichellecker!
aber nichts für ungut: wir wissen, dass der HSV nicht auf wohlwollende Kommentare dieser fragwürdigen redaktion angewiesen ist.
Ganz ehrlich....
Das wort "Objektiv" kennt anscheindend niemand in der Eurosport redaktion. ( das Wort kenn selbst ich und ich bin gerade erst 14)
Ich weiß nicht was der HSV gemacht haben soll, denn ansonsten ist es mir unerklärlich warum jeder bericht über den HSV so negativ geschrieben wird.
Man sollten die ganzen Bayern und Werder-Säcke da mal rausschmeißen
Ich glaube beim HSV schlägt seit einiger Zeit das "Van-der-Vaart-Loch" ein ...
Bitte melden Sie sich an.
Kein Yahoo! User? Kostenlos Anmelden.