WTA Peking - Finalpleite: Zweimal Tränen bei Petkovic

So 09.Okt. 16:17:00 2011

Andrea Petkovic stand kurz vor dem größten Erfolg in ihrer Karriere. Aber am Ende des Finales beim WTA-Turnier in Peking saß die Deutsche doch weinend auf ihrer Bank. Nach 2:36 Stunden unterlag die 24-Jährige Agnieszka Radwanska 5:7, 6:0, 4:6. Bereits im ersten Satz wurde Petkovic am Knie behandelt.

2011 WTA Beijing Petkovic - 0

Von Felix Mattis

"Natürlich bin ich enttäuscht. Aber in zwei, drei Tagen werde ich mich freuen und wieder angreifen", sagte Petkovic und tanzte diesmal ihren "Petko-Dance" zusammen mit der Siegerin. "Agnieszka hat absolut verdient gewonnen. Ich muss lernen, in den entscheidenden Momenten ruhiger zu sein. Wenn sich die Enttäuschung ein bisschen gelegt hat, werde ich auf ein großes Match und tolle Unterhaltung für die Zuschauer zurückblicken können", sagte Petkovic, die mit insgesamt 101 Punkten sogar einen mehr gewann als Radwanska.

Nach der Finalniderlage hat Petkovic ihre Teilnahme am WTA-Tennisturnier in Linz abgesagt. Damit hat sie keine Chance mehr auf eine Teilnahme an den WTA-Championships vom 25. bis 30 Oktober in Istanbul. Schon während des Finales von Peking hatte Petkovic zwischenzeitlich Knieprobleme. "Hier in Peking in das Finale zu kommen, war physisch sehr anstrengend. Ich habe nach dem Match den Arzt aufgesucht, der mir geraten hat, eine Pause einzulegen", sagte die 24-Jährige in einer Aussendung der WTA.

Andrea Petkovic stand kurz vor dem größten Erfolg in ihrer Karriere. Doch am Ende war Agnieszka Radwanska einen Tick zu stark. - 2 Bereits in den ersten beiden Spielen der Partie hatte Petkovic Probleme, ihren Rhythmus zu finden und gab so gleich acht Punkte in Folge ab. Als Radwanska anschließend beim Stand von 3:1 ein 16-minütiges Aufschlagspiel der Darmstädterin erneut mit dem Break abschloss, schien der erste Satz bereits gelaufen. Radwanska hatte sich zu diesem Zeitpunkt noch keinen einzigen vermeidbaren Fehler erlaubt.

Schreckgespenst rechtes Knie

Doch Petkovic ließ sich weder vom Spielstand, noch von ihrer Verletzungspause stoppen. Nachdem sie sich ihr ohnehin schon angeschlagenes rechtes Knie bei einer Vorhand verdreht hatte, musste die Deutsche beim Stand von 3:4 und 30:0 aus ihrer Sicht die Ärztin rufen.

Nach bangen Minuten mit reichlich Tränen in den Augen setzte sie das Match mit getapetem Knie fort und glich sofort zum 4:4 aus. Trotzdem gelang es der 24-Jährigen im ersten Satz anschließend nicht mehr, ihr Service zu halten, und so stand es nach 84 Minuten großem Kampf 5:7.

Nach der obligatorischen Toiletten-Pause, die Petkovic fast immer nach einem verlorenen Satz einlegt, lief dann allerdings plötzlich alles für die Deutsche. Sie gab sich bei eigenem Aufschlag keine Blöße mehr, durchbrach das Service von Radwanska dreimal scheinbar problemlos und gewann den zweiten Durchgang innerhalb von 25 Minuten mit einer nahezu perfekten Vorstellung 6:0. Radwanska gelangen im zweiten Durchgang lediglich neun Punkte, was vor allem daran lag, dass die Quote des ersten Aufschlags bei der Polin auf 38 Prozent sank.

Große Chance im dritten Satz

In der Folge war beiden die Müdigkeit nach einer harten Woche in China anzumerken. Die Ballwechsel wurden kürzer, die Aufschläge schlechter und gleich zu Beginn des dritten Satzes gab es vier Breaks in Folge. Als Radwanska dann beim Stand von 4:3 und 40:30 für Petkovic servierte, hatte die Deutsche ihre große Chance davon zu ziehen.

Doch Radwanska wehrte den Breakball ab, glich zum 4:4 aus und holte sich anschließend selbst das Break zum 5:4. Nach einer 40:0-Führung im letzten Spiel der Partie nutzte Radwanska ihren zweiten Matchball schließlich per Service-Winner und stürzte Petkovic zum zweiten Mal im Verlauf des Tages ins Tal der Tränen.

Das letzte Spiel im Peking-Finale

TV-Tipp:

Vor den WTA Championships in Istanbul haben die Damen noch die Chance, ihre Saisonbilanz aufzubessern oder zu veredeln. Vom 3. bis 9. Oktober schlagen die Spielerinnen in Chinas Hauptstadt Peking auf - bei Eurosport und im Eurosport Player können Sie LIVE dabei sein.

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