Eurosport - Sa 10.Okt. 00:33:00 2009
John Higgins bleibt beim Grand Prix in Glasgow weiter auf Kurs und könnte als erster Spieler seit Ronnie O'Sullivan bei den Welsh Open 2005 einen Titel erfolgreich verteidigen. Der Lokalmatador und Weltmeister schlug im Viertelfinale souverän Mark Allen mit 5:1 und trifft nun auf Neil Robertson.
Aber auch der Australier meldete mit 5:1 gegen Joe Perry seine Titelambitionen nachdrücklich an. Im zweiten Halbfinale treffen mit Ding Junhui und Mark Williams zwei Spieler aufeinander, die ihre Formkrise überwunden zu haben scheinen. Ding schlug im Viertelfinale Peter Ebdon mit 5:2, Williams gewann mit dem gleichen Ergebnis gegen Robert Milkins.
John Higgins war vor heimischem Publikum einfach eine Nummer zu groß für Mark Allen. Der Titelverteidiger machte einen hoch motivierten und konzentrierten Eindruck das ganze Match hindurch. Mark Allen dagegen zeigte Unsicherheiten beim Lochspiel und konnte dadurch seine eigentliche Stärke nicht zum Tragen bringen. In Frame eins ging der "Wizard of Wishaw" mit einer 66er-Clearance bis pink mit 1:0 in Führung und erhöhte mit Breaks von 46 und 44 Punkten auf 2:0. Im dritten Durchgang legte Allen zwar eine 41er-Serie vor, doch Higgins konterte mit einer 72 zum 3:0.
Neue Hoffnungen schöpfte Mark Allen, als er auf 1:3 verkürzte. Im vierten Frame hatte er John Higgins auf gelb gesnookert und kassierte nicht nur Foulpunkte, sondern räumte dann auch noch bis pink ab. Nach Wiederbeginn schien sogar ein Comeback von Allen möglich, als er in Frame fünf eine 73 vorlegte. Doch das sollte nicht reichen: Higgins bekam den benötigten Snooker und einen Freeball, räumte mit einer 42er-Clearance ab und gewann auf schwarz zum 4:1. Damit war die Entscheidung gefallen. Die 96 von John Higgins zum 5:1 war sozusagen nur noch eine Kür.
Joe Perry begann gegen Neil Robertson mit einer 60 zum 1:0 zwar stark, doch in der Folgezeit kam der Australier immer besser ins Match. Auftrieb erhielt er, als er den bis zum Ende umkämpften zweiten Frame zum Ausgleich nutzte. Seine Ambitionen als selbsternannter Titelaspirant unterstrich Robertson mit einer 100 im dritten Frame und baute mit einer 67 seine Führung bis zum Interval sogar auf 3:1 aus. Frame fünf war dann wieder umkämpfter, doch nach einem spannenden taktischen Duell lochte Robertson von gelb bis pink zum 4:1. Den Schlusspunkt setzte der 27-jährige aus Melbourne in meisterlicher Manier mit einer 103.
"Welsh Potting Machine" auf Touren
Ding Junhui feierte im fünften Duell gegen seinen Lehrmeister Peter Ebdon den vierten Sieg. Ebdon hatte durchaus eine Reihe von Chancen, die er sich teilweise auch mit sehr schönen langen Bällen erarbeitet hatte, doch mit einer hohen Fehlerquote konnte er daraus keinen Profit schlagen. Trotzdem ließ sich das Match für den in Dubai lebenden Ex-Weltmeister gut an, ging er doch mit einem Top-Break von 50 mit 2:0 in Führung. Dann jedoch zeigte Ding mit einer 107, dass nun auch er richtig in Fahrt gekommen war, und danach blickte er nicht mehr zurück. Fünf Frames in Folge gewann der 22-jährige Chinese. Bezeichnend für das Match war auch der Verlauf des letzten Durchgangs: Ebdon hatte sich mit einer langen roten wieder einmal einen Einstieg verschafft, rutschte dann aber vom Ball ab, als er schwarz lochen wollte. Ding nahm das Geschenk dankbar an und veredelte es zu einem das Match entscheidenden Break von 77 Punkten.
Mark Williams hatte zwar offensichtlich noch immer Probleme mit seiner rechten Hand, die er sich im August gebrochen hatte, doch das hinderte den Waliser nicht daran, den überraschenden Siegeszug von Robert Milkins zu stoppen. Die Nummer 55 der Weltrangliste kam einfach nicht mehr so gut in die Breaks rein wie in den Runden zuvor, wo er Ali Carter und Mark King geschlagen hatte. Die ersten beiden Frames waren noch knapp. In Frame eins verschoss Williams pink, so dass Milkins mit pink und schwarz mit 1:0 in Führung ging. In Frame zwei fiel Milkins dann aber der Spielball, als er gelb lochen wollte; Williams räumte von gelb bis blau zum 1:1 ab.
Danach war die "Welsh Potting Machine" auf Touren gekommen. Mit Breaks von 70, 73 und 40 Punkten zog er auf 4:1 davon. Milkins zögerte das Ende noch einmal hinaus, als er dank einer 47 auf 2:4 verkürzte. In Frame sieben hatte er sogar die Chance zum Anschluss, verschoss jedoch nach 65 Punkten, kurz bevor der Frame sicher gewesen wäre. Williams drehte den Frame noch mit einer coolen und souveränen 70er-Clearance und hatte den Sieg in der Tasche.
Kommentare 1 - 4 of 4
Ding ist der beste :)
Schön, daß Williams und Ding wieder so gut in Form sind. Offensichtlich hatte Mark gestern aber Probleme mit seiner Hand. Na, so lange ist der Bruch ja auch noch nicht her. Deswegen tippe ich auf einen Sieg von Ding, obwohl Williams natürlich in seinem ersten und dritten Match hier beeindruckend gelocht hat.
ich freu mich schon auf das halbfinale Higgins vs Robertson (es sind meine 2 lieblingspieler).
ich denke es wird ein knappes spiel aber Higgins ist der favorit ih freu mich auf ein gutes spiel.
Higgins muss sich hier nicht verstecken,Fall-Out, NEVERGAME!?
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