Düsseldorf (dpa) - Rückkehr zur deutschen Dominanz? Beim 31. Ironman-Klassiker auf Hawaii kommt es auch in diesem Jahr zum Duell zwischen den beiden deutschen Kona-Siegern Normann Stadler und Faris Al-Sultan und dem australischen Titelverteidiger Chris McCormack.
Aus dem Schatten der Helden der vergangenen vier Jahre will zudem Timo Bracht endlich treten. Der Gewinner des Ironman Germany 2007 hat bislang lediglich einen achten Platz bei der inoffiziellen Weltmeisterschaft zu Buche stehen und ist deshalb besonders heiß. «Auf Hawaii fehlt mir noch ein Knaller», hofft der 33-Jährige auf den großen Durchbruch.
Doch wer bei dem «magischen Rennen» (Stadler) auf der Pazifikinsel als Erster ins Ziel kommen will, muss vor allem McCormack schlagen. Der Ausnahmeathlet düpierte die deutschen Rivalen im Juli ausgerechnet bei ihrem Heimrennen in Frankfurt und ist auch vor dem Saisonhöhepunkt in Topform. «Chris ist der große Favorit», sind sich die drei deutschen Siegkandidaten einig. Aber auch Stadler hat sich für die Qual über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen bei brütender Hitze, Wind und Schwüle viel vorgenommen: «Mir könnte es nicht besser gehen. Ich bin topfit», sagte der Hawaii-Sieger von 2004 und 2006 der Deutschen Presse- Agentur dpa.
Seit seinem zweiten Erfolg beim wichtigsten Ironman der Welt hinkt der Radfahr-Spezialist seiner Form jedoch hinterher. 2007 musste er sowohl in Frankfurt als auch auf Hawaii aufgeben, in diesem Jahr sagte er das Heimrennen wegen eines Infekts kurzfristig ab. Es gab sogar Spekulationen, die große Zeit des 35-Jährigen sei vorbei. «Das ist Quatsch. Ich bin noch heiß auf Siege. Wenn ich meine Leistung bringe, wird es für alle schwer, mich zu schlagen», erklärte Stadler gewohnt kämpferisch.
Weitaus zurückhaltender gibt sich Al-Sultan. Auch er hat seit seinem Sieg 2005 immer wieder mit Rückschlägen zu kämpfen. «Ich kann ehrlich nicht sagen, was von mir zu erwarten ist», sagte der Münchner, der im vergangenen Jahr wegen eines Magen-Darm-Infekts passen musste. Immerhin verlief die unmittelbare Vorbereitung nach Plan. «Leidenschaft, Leidensbereitschaft, gute Laune und meine Physis werden mich hoffentlich schnell ins Ziel bringen», sagte der 30- Jährige.
Bracht traut seinen Landsleuten den ganz großen Wurf hingegen nicht ganz zu. «Als Hawaii-Sieger wissen beide, wie es geht, ganz oben zu stehen. Ob das dieses Jahr auch wieder klappt, bezweifle ich», sagte der Sportlehrer. Im Kampf gegen die Einsamkeit setzt er vor allem auf seine Laufstärke. In Frankfurt benötigte er für den abschließenden Marathon 2:42:33 Stunden und schaffte damit die beste je gelaufene Zeit bei einem Ironman. McCormack gibt sich derweil nach seinem langersehnten Erfolg im vergangenen Jahr gelassen. «Der ganz große Druck ist weg. Ich freue mich einfach auf das Rennen», meinte der Australier.
Wie in den vergangenen Jahren stehen die Frauen auf Hawaii im Schatten der Männer-Konkurrenz. Doch auch bei ihnen verspricht das Duell zwischen Titelverteidigerin Chrissie Wellington (Großbritannien) und der niederländischen Roth-Gewinnerin Yvonne van Vlerken Spannung. In Sandra Wallenhorst geht seit langem auch wieder eine Deutsche mit Siegchancen ins Rennen. Die Hannoveranerin gewann im Juli in 8:47:26 Stunden überraschend den Ironman in Österreich.


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