Shanghai Masters - Klasse Comeback von Stephen Hendry

Eurosport - Mi 09.Sep. 11:54:00 2009

Mit einem der größten Comebacks seiner Karriere rettete Stephen Hendry in seinem Auftaktmatch beim Shanghai Masters ein 5:4 über Marcus Campbell. Der siebenfache Weltmeister stürzte seine Fans zunächst in Verzweiflung, als er im rein schottischen Duell zur Pause mit 0:4 hinten lag.

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"Da habe ich mich schon auf dem Heimweg gesehen. Ich wollte nur noch ein respektables Ergebnis schaffen", gestand Hendry nach dem Match.

Um das zu schaffen, ging Stephen Hendry im Midsession Interval nicht etwa an den Trainingstisch, sondern schnappte sich seinen iPod und ging vor der Tür spazieren, um den Kopf freizubekommen. Die Taktik wirkte: Mit Breaks von 78 und 81 Punkten verkürzte er schnell auf 2:4. "Da wusste ich, dass er unter Druck steht", so Hendry über seinen Gegner Marcus Campbell.

Jetzt wartet Ricky Walden

In Frame sieben nutzte Campbell denn auch prompt seine Chancen nicht, so dass Hendry diesen Durchgang auf pink gewann. Dass er auch noch unter Druck entscheidende Breaks schaffen kann, zeigte Hendry in Frame acht: Nach 0:57 erzwang er mit einer 68er-Ckearance bis pink den Entscheidungsframe. In dem schaffte er mit einer weiteren 68 das letztendlich entscheidende Break.

Nächster Gegner von Stephen Hendry ist Ricky Walden. Der Titelverteidiger ließ in seinem Auftaktmatch den Druck durchaus spüren, setzte sich aber ungefährdet mit 5:1 gegen Mark King durch. King machte einfach zu wenig aus seinen Chancen und hatte Probleme mit seinem Positionsspiel. Das höchste Break von Walden war eine 84.

Selt riskiert zu viel

Mit dem Ergebnis konnte John Higgins nach seinem 5:2 über Matthew Selt zufrieden sein, nicht aber mit seinem Spiel. Zu viele Chancen ließ er seinem Gegner, zu wenig zwingend war sein Spiel. Der Weltmeister profitierte auch mehrmals davon, dass Selt, der sich aus der ersten Qualifikationsrunde vorgekämpft hatte, bei seinem TV-Debüt bei manchen Bällen zuviel riskierte. Higgins zeigte aber auch die Qualitäten der Champions, als er sich nach dem 2:2 zur Pause nach Wiederbeginn deutlich steigerte und mit Breaks von 69, 42 und 79 Punkten den Sieg perfekt machte.

Grund zum Jubeln hatten sie chinesischen Fans nach dem 5:1 von Liang Wenbo über Peter Ebdon. Dank einer 118 war Liang mit 2:0 in Führung gegangen, ehe Ebdon verkürzen konnte. Zwei der nächsten drei Frames waren zwar umkämpft, aber hier machte sich bezahlt, dass Liang gelernt hat, Risiken zu minimieren.

Auch Robertson und Selby scheiden aus

Neben Peter Ebdon mussten mit Neil Robertson und Mark Selby noch zwei weitere gesetzte Spieler in der ersten Runde die Segel streichen. Selby unterlag gegen Stuart Bingham mit 3:5, während Robertson nach einer 2:0-Führung noch mit 4:5 gegen Ken Doherty verlor. Der Ire machte damit weiteren wichtigen Boden in seinem Kampf um die Rückkehr in die Weltelite gut, nachdem er im Vorjahr ins Bodenlose gefallen war. Doherty bewies bei seinem Sieg wieder einmal Kampfkraft, erinnerte aber auch wieder an alte Klasse, als er dank Breaks von 66 und 85 Punkten aus einem 2:3 ein 4:3 machte.

Marco Fu lieferte sich bei seinem 5:4-Sieg ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Nigel Bond. Nie hatte ein Spieler mehr als einen Frame Vorsprung. Im letzten Frame hatte Fu eine 51 vorgelegt, doch Bond hatte die Chance zum Comeback. Nach 36 Punkten jedoch konnte er die letzte Rote nicht von der Bande lösen. Nach fast 34 Minuten lochte Fu blau zum Sieg.

Einige kritische Momente musste Ryan Day bei seinem 5:3 über Li Yan überstehen. Nach einem 0:2-Rückstand holte der chinesische Wildcard-Spieler nämlich drei Frames in Folge. Am Ende aber reichte selbst ein 59er-Break im achten Frame für Li nicht aus; die größere Routine des Walisers setzte sich durch.

TV-Tipp:

Die Snooker-Saison beginnt mit dem Shanghai Masters und Eurosport ist LIVE dabei. Vom 7. bis 13. September kommentiert Rolf Kalb das Geschehen aus der Shanghai Grand Stage. Zusätzlich zum TV-Angebot können Sie im Eurosport Player wie gewohnt die Spiele am zweiten Tisch im Live-Stream verfolgen.

Rolf Kalb / Eurosport

Kommentare 1 - 4 of 4

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  1. das stimmt, ich finde er ist und bleibt ein spitze­ spieler, einer der besten, ich bin auch fan von ihm,­ das problem ist bei ihm nur das er ab und an zu­ unkonzentriert ist. Da macht er sich es oft selber­ schwer obwohl er es soooooo einfach haben kann ;) THX­ Hendry :)

    Von Ramon, am Fr 11.Sep. 9:29
  2. Wenn man Hendry-Fan ist, muss man gute Nerven­ haben!!!!!

    Von Silke, am Fr 11.Sep. 0:16
  3. Das war wirklich eine Superleistung von Stephen Hendry!­ Das sieht man selten, daß so ein Rückstand noch gedreht­ wird. Ich hoffe, daß er im nächsten Spiel nicht wieder­ so eine Aufholjagd starten muß. Daß es geklappt hat,­ zeigt aber auch seine Klasse und Erfahrung, auch wenn­ er selbst zunächst nicht daran geglaubt hatte, daß es­ noch gelingen könnte.

    Von ik100, am Mi 9.Sep. 21:38
  4. Ich freu mich rießig für Ken.
    Er kann es anscheinend­ wieder.

    Hendry super comback.

    Von tweety, am Mi 9.Sep. 8:44
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