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Hintergrund: Klassifizierungen bei Paralympics

Di 09 Sep, 09:46 Uhr


Peking (dpa) - 23 Athleten haben in Peking Startverbot erhalten, weil sie nach den Regeln des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) nicht als behindert gelten. Die Frage, wie die Behinderungen zu gewichten sind, ist so alt wie die Paralympics selbst.

Mit 472 Entscheidungen haben die Paralympics weit mehr Wettbewerbe als die Olympischen Spiele (302). Der Grund dafür sind die zahlreichen Schadensklassen in den 20 Sportarten.

Die Wettkampfklassen bei den Behinderten unterteilen sich in vier große Gruppen: Sehgeschädigte, Körperbehinderte (stehend), Rollstuhlfahrer und Zerebralparetiker (Spastisch Gelähmte). Geistig Behinderte wurden nach dem Betrugsskandal spanischer Basketballer 2000 in Sydney von den Paralympics ausgeschlossen. Unmittelbar vor Beginn der Spiele werden die Handicaps der Sportler überprüft und notfalls neue Einstufungen vorgenommen. Sind nicht genug Teilnehmer vorhanden, werden einzelne Wettbewerbe gestrichen.

«Das ist kein Zustand, dass Athleten nach Peking fliegen und nicht wissen, ob sie starten dürfen», sagte der deutsche Chef de Mission, Karl Quade und betonte: «Man muss ein einheitliches System schaffen. Das Reglement ist an manchen Stellen ein Buch mit sieben Siegeln.»

Auch die Nominierungskriterien, die sich nach dem aktuellen Weltrekord richten, sind nicht zeitgemäß. «Die Konkurrenz soll jetzt mal sehen, wie sie damit fertig wird. Für mich war es der letzte Wettkampf. Gerecht ist dies natürlich nicht», sagte Paralympics-Siegerin Marianne Buggenhagen.

 

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