Schwimm-EM - Biedermann stapelt tief
Mo 09.Aug. 12:48:00 2010
Paul Biedermann hat seinen ersten Auftritt bei der Schwimm-EM in Budapest im Schongang absolviert. Der 24-Jährige schaffte in 3:50,07 Minuten als Vorlaufdritter souverän den Sprung ins Finale über 400 Meter Freistil. Über 100 Meter Brust zog Hendrik Feldwehr (1:01,35) als Achter ins Halbfinale ein.
Als Favorit auf Gold sieht sich Doppel-Weltmeister und Weltrekordhalter Biedermann über 400 Meter nicht. "Ziel ist es, unter die ersten Drei zu kommen, aber die Konkurrenz ist sehr stark", stapelte Biedermann mit Blick auf den Endlauf (17:00 Uhr live bei Eurosport) tief.
Biedermann war in der Endabrechnung 15/100 Sekunden langsamer als der russische Vorlaufsieger Nikita Lobintsew, aber zwei Zehntel schneller als sein vermeintlicher Hauptkonkurrent Yannick Agnel (Frankreich). Als zweiter Deutscher schaffte Clemens Rapp als Siebter im altehrwürdigen Hajos-Bad auf der Margareteninsel in der Donau ebenfalls den Sprung in den Endlauf.
Biedermann, für den die 400 Meter mittlerweile "ein bisschen eine Nebenstrecke sind", sieht aber noch Reserven für sein erstes von möglichen sechs Finals. "Ich denke, ich kann heute Abend noch zulegen", meinte der deutsche Superstar, dessen pausierende Freundin Britta Steffen von der Fernsehtribüne aus zusah. Biedermann wird am Abend 90 Minuten nach den 400 Metern auch in der 4x100-Meter-Freistilstaffel schwimmen.
Koch raus, Deibler stark
Mit dem Halbfinaleinzug über 100 Meter Brust qualifizierte sich Feldwehr gleichzeitig für die 4x100 Meter-Lagenstaffel. Marco Koch schied dagegen als 24. (1:01,95) aus. "Zwei Ziele geschafft, das ist gut. Fürs Finale muss ich noch schneller schwimmen, aber das kann ich", meinte Feldwehr.
Kurzbahn-Weltrekordler Steffen Deibler buchte über 50 Meter Schmetterling in starken 23,56 Sekunden als Zweitschnellster das Halbfinal-Ticket. "Das war ein guter Einstieg. So kann es weiter gehen", analysierte der Hamburger. Besser war nur der Spanier Rafael Munoz (23,47), der erst fünf Tage vor dem EM-Start einer Sperre durch den Weltverband FINA wegen drei verpasster Trainingskontrollen entgangen war. Die deutsche Meisterin Jenny Mensing (2:11,89 Minuten) qualifizierte sich als Fünfte für das Semifinale über 200 Meter.
Goldhoffnung Freistil-Staffel
Die 4x100 Meter-Freistilstaffel der Frauen mit Dorothea Brandt, Silke Lippok, Lisa Vitting und Daniela Schreiber schwamm in 3:39,97 Minuten als Schnellste ins Finale und darf sich wie 2006, als sie mit Steffen EM-Gold holte, Hoffnungen machen. "Das können sie auch ohne mich schaffen", hatte die Doppel-Olympiasiegerin Steffen im Vorfeld gesagt. Die 16-jährige Silke Lippok meinte: "Eine Medaille sollte auf jeden Fall drin sein."
Das Männer-Quartett, in dem Biedermann geschont wurde, kam in der Besetzung Markus Deibler, Christoph Fildebrandt, Steffen Deibler und Stefan Herbst in 3:16,78 Minuten als Fünfte weiter.
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Pool Talk mit Alain Bernard
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dpa / Eurosport


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