Tour de France - Armstrong verpasst Gelb hauchdünn

Eurosport - Mi 08.Jul. 21:55:00 2009

Das Team Astana hat das Mannschaftszeitfahren auf der 4. Etappe der Tour de France gewonnen. Trotz des 40-Sekunden-Vorsprungs auf das Team Saxo Bank hat Lance Armstrong das Gelbe Trikot haarscharf verpasst. Fabian Cancellara geht mit einem Vorsprung von weniger als eine Sekunde auf die 5. Etappe.

CYCLING 2009 Tour de France Astana / FOTO: EFE - 0

Das Zeitfahren mit Start und Ziel in Montpellier war 39 Kilometer lang, doch am Ende kam es doch zu einem Wimpernschlag-Finale zumindest was den Kampf um das Gelbe Trikot betrifft. Bis zur letzten Zwischenzeit hatte das Team Astana bereits seine ganze Klasse im Zeitfahren bewiesen und 17 Sekunden auf das Team Garmin, sowie 41 Sekunden auf das Team Saxo Bank herausgefahren.

Contador kämpft, aber es reicht nicht

Um eine Sekunde hätte es zu diesem Zeitpunkt für Armstrong gereicht, doch Cancellara und seine Equipe zeigten Kampfgeist und sorgten im Ziel für Sekundengleichheit zwischen dem Schweizer und dem siebenmaligen Tour-Sieger. Die Sekundenbruchteile aus den beiden Zeitfahren entschieden schließlich zu Gunsten von Cancellara.

"Das war Schweizer Maßarbeit und eine starke Leistung meiner Mannschaft. Wir haben alles aus uns herausgeholt können stolz sein, das Gelbe Trikot verteidigt zu haben", sagte der Schweizer erleichtert. Astana konnte sich immerhin mit dem Tagessieg trösten, den das Team auf den letzten Kilometern mit vollem Einsatz von Alberto Contador nicht mehr aus der Hand gab.

Armstrong behält Recht

Zweitschnellste Mannschaft war Garmin, die schon früh ihrem eigenen Tempo Tribut zollen musste und schon vor der Halbzeit die maximale Zahl von vier Fahrern verlor. Die Klasse der fünf verbliebenen Profis um die Zeitfahrasse David Millar, David Zabriskie und Bradley Wiggins reichte aber aus, um einen gutes Resultat einzufahren.

Dritter wurde der zweite Sieger: Saxo Bank sorgte mit einer starken zweiten Rennhälfte dafür, dass Armstrong Recht behielt. "Saxo Bank ist stark und clever und sie werden das Gelbe Trikot verteidigen", hatte der hatte der US-Amerikaner vor dem Rennen selbst gesagt.

Eine Überraschung, viele Stürze

Gleich die ersten beiden Teams sorgten für Richtzeiten, die lange bestehen bleiben sollten. Caisse d'Epargne, um seinen spanischen Kapitän Oscar Pereiro, ging das Rennen aber etwas zu schnell an. Die bis zum Schluss bestehende Bestzeit bei der ersten Zeitnahme nach zehn Kilometern resultierte im Ziel in Platz sieben. Für die Überraschung des Tages sorgte Katusha. Das Team mit seinem russischen Kapitän Vladimir Karpets verdrängte Caisse d'Epargne von der Spitze und wurde erst eineinhalb Stunden später wieder von Liquigas verdrängt. Am Ende reichte es zu Rang sechs für Katusha und Platz vier für das italienische Team.

Rabobank eröffnete gleich nach dem Start den Sturzreigen. Ausgerechnet Denis Menchov ging in einer scharfen Linkskurve vom Rad und sorgte dafür, dass das Team schon bei der ersten Zeitmessung aussichtslos zurück lag. Im Ziel blieb nach 20 Mannschaften nur der zwölfte Platz und vermutlich das Aus für Menchov im Kampf um Gelb. Pechvogel unter den Teams war Bouygues Telecom: In einer Rechtskurve landeten gleich vier Fahrer im Graben, konnten aber alle das Rennen fortsetezen. Einige Probleme mit den Zeitfahrmaschinen trugen ihr übriges dazu bei, dass es am Ende nur zum 19. Rang reichte.

Nicht bei allen lief es rund

Zu den Geschlagenen gehörte auch Cadel Evans. Gemeinsam mit seinem Team Silence-Lotto verlor der Australier auf dem 13. Rang 2:35 Minuten auf die Sieger und das Gelbe Trikot ein wenig aus den Augen. Zumindest etwas besser erging es Carlos Sastre. Dessen Team Cervélo war zwar eine Minute schneller als Silence, büßte aber auch 1:37 Minuten auf die Fahrer von Astana ein. Auch Team Milram blieb ein wenig hinter den eigenen Erwartung zurück. Mehrere Stürze durch die von Kapitän Linus Gerdemann bemängelte, zu riskikoreiche Fahrweise auf der "Kamikaze-Strecke" führten zu einem Rückstand von 2:48 Minuten - Rang 15.

Das Team Columbia hatte gestern offenbar doch etwas zu viel Kraft gelassen. Trotz einiger exzellenter Zeitfahrer reichte es mit 58 Sekunden Rückstand nur zum fünften Platz. Das Weiße Trikot bleibt zumindest In Bestitz von Tony Martin. Ohnehin war die Strecke heute für die reinen Spezialisten, wie den Zeitfahrweltmeister Bert Grabsch, etwas zu schwer.

TV-Tipp:

Der Kampf ums Gelbe Trikot täglich Live: Verfolgen Sie die Tour de France hautnah mit allen 21 Etappen von Monaco nach Paris, über Pyrenäen und Alpen, durch Regen und Hitze in unseren ausführlichen TV-Übertragungen, mit dem Eurosport Player oder im Live-Ticker bei eurosport.yahoo.de!

Jonathan Schwarz / Eurosport

Kein Yahoo! User? Kostenlos .