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Tragischer Held von Osaka Höhne heiß auf Peking

Mi 09 Jul, 10:45 Uhr


Berlin (dpa) - Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Osaka endete sein Traum im Wassergraben - in Peking sollen André Höhnes Hoffnungen nicht wieder baden gehen.

Doch den Berliner Geher erwarten bei den Olympischen Spielen im August ähnlich harte Bedingungen wie 2007. «Eine Bestzeit in Peking wird schwer», befürchtet er. «Es ist sehr heiß, und es herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit.»

In Osaka war es nicht anders: «Dort waren es morgens um acht schon 34 Grad im Schatten», erinnert sich Höhne. Bei brütender Hitze hatte ihm ein Streckenposten den falschen Weg gewiesen, Höhne dadurch seine Medaillenchance im 20-Kilometer-Gehen eingebüßt. Völlig entkräftet und geschockt war er noch vor dem Ziel ohnmächtig zusammengebrochen.

Höhne hält das traumatische Erlebnis dennoch für eine Chance. «Was die Wettkämpfe in Peking angeht, sage ich mir: Jetzt erst recht!» Dafür müsse jedoch auch die körperliche Fitness stimmen. «Wenn man auf den letzten fünf Kilometern das Tempo hochhalten kann und vielleicht sogar in der Lage ist, noch einen draufzulegen, dann ist alles möglich.»

Bis dahin ist es jedoch noch ein weiter Weg. Eine Erkältung im Frühjahr hat den Trainingsplan, der wöchentlich leicht 40 Stunden umfasst und selbst an sogenannten Ruhetagen Einheiten von zehn Kilometern vorsieht, durcheinandergebracht. «Im März konnte ich einen 50-Kilometer-Wettkampf in Portugal nicht gehen. Das hat mich daran gehindert, richtig schnell zu werden. Ich muss jetzt versuchen, das auszugleichen, was ich dort verloren habe», erzählt der Student des Bauingenieurwesens.

Bis Anfang Juli war er dafür drei Wochen lang im Trainingslager in St. Moritz. Am Wochenende geht es für drei Wochen nach Kienbaum bei Berlin. «Ich muss mich wieder in der Bewegung wohlfühlen», sagt Höhne. Der Hitze geht er dabei bewusst nicht aus dem Weg. «Das ist die beste Vorbereitung auf das Klima in China. Nur das macht wirklich hart.» Auf die hohe Luftverschmutzung kann sich der Familienvater hingegen nicht vorbereiten. «Ich hoffe, dass ich gesund durchkomme und die Chinesen ihre Versprechen wahr machen, in den Tagen vor Olympia den Verkehr einzuschränken.»

Am 4. August bricht Höhne Richtung Asien auf, wo er zunächst noch mit der deutschen Mannschaft im japanischen Shibetsu trainieren wird. Mit klaren Zielen: «Ich würde mir natürlich gerne eine Medaille um den Hals hängen lassen. Es ist aber auch schon ein Highlight, unter die ersten Acht zu kommen.» Fest eingeplant ist der Wettkampf über 20 Kilometer. Fühlt er sich fit, nimmt der beste deutsche Geher auch noch den «Marathon» über 50 Kilometer in Angriff.

 

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