Wimbledon - Federer macht sich unsterblich

Eurosport - Mo 09.Jul. 11:47:00 2007

Roger Federer verteidigte sein "Rasen-Reich": Der Weltranglistenerste rang im Finale von Wimbledon Rafael Nadal nieder.

TENNIS 2007 Wimbledon Federer Nadal - 0

Der Weltranglistenerste rang im Finale von Wimbledon seinen Dauerrivalen Rafael Nadal in fünf Sätzen mit 7:6 (9:7), 4:6, 7:6 (7:3), 2:6, 6:3 nieder. Der Schweizer hat sich damit in den Geschichtsbüchern verewigt - er gewann zum fünften Mal in Folge und hat mit Legende Björn Borg gleichgezogen.

Björn Borg verfolgte von der Ehrenloge aus, wie Roger Federer nach 3:45 Stunden sichtlich gerührt auf dem "Heiligen Rasen" auf die Knie sank und den Rekord des Schweden egalisierte. Federer stemmte zu Tränen gerührt den Siegerpokal in den englischen Himmel.

Der Beginn des Duells verlief wie erwartet: Federer nahm Nadal den Aufschlag ab und führte 3:0. Der spanische "Marathon-Mann" kämpfte sich jedoch schnell ins Match zurück und signalisierte seinem Kontrahenten, dass er für den Sieg sein "letztes Hemd" geben würde. Der 21-jährige Mallorquiner spielte sich in den Tiebreak, den er jedoch knapp verloren geben musste.

Im Wechsel gewannen die beiden Protagonisten danach die Sätze - besser hätte eine Inszenierung des "Traumfinales" der All England Championships nicht sein können. Federer wirkte am Ende des vierten Satzes geschwächt, der spanische Modellathlet ließ seine Muskeln spielen und hatte den Titelverteidiger am Rande der Niederlage. Doch alles kam anders: Pünktlich im entscheidenden Satz gewann Federer seine gewohnte Präzision zurück, durchbrach einmal das Service des Spaniers, brachte in aller Routine seine eigenen Aufschlagspiele durch und verwandelte seinen zweiten Matchball.

Während des gesamten Duells haderte der Schweizer mit den Linienentscheidungen des elektronischen Überwachungssystems "Hawkeye". Der sonst so ruhige Federer diskutierte sogar mit dem Schiedsrichter: "Shit, wie kann dieser Ball drin sein? Kann man das Gerät nicht abstellen? Es tötet mich heute", zweifelte der zu diesem Zeitpunkt völlig frustrierte Schweizer die neue Technik an. Doch letzten Endes passte alles für Federer, um seinen Titel zu verteidigen - selbst das Wetter.

"Ich habe auch Glück gehabt. Ich habe Rafael gesagt, dass er den Sieg auch verdient gehabt hätte. Das war knapp heute. Ich bin froh über jeden Titel, bevor Rafael ihn mir wegnimmt", räumte Federer nach seinem Sieg ein. Ähnliche Worte hatte der Weltranglistenerste wenige Wochen zuvor von Nadal zu hören bekommen, als dieser dem Schweizer erneut den Traum vom Sieg bei den French Open zerplatzen ließ. "Ich muss Roger gratulieren, fünf Siege in Folge sind fantastisch", sagte der Mallorquiner und fügte an: "Ich habe hier zwei Wochen sehr gut gespielt, und ich will im nächsten Jahr wiederkommen und es erneut versuchen."

Borg hatte schon vor dem Match erklärt, dass Federer ein würdiger Nachfolger sei. "Was er in den letzten vier Jahren erreicht hat, ist unglaublich", so Borg. Zu Beginn des Tages hatte sich Borg - von allen Kameras unbeachtet - auf den Centre Court gekniet und sein "Königreich" geküsst - wenige Stunden später applaudierte er anerkennend seinem würdigen Nachfolger.

Auch wenn Nadal dem Schweizer einen Satz mehr als im Vorjahrsfinale abnehmen konnte - die Geschichte der beiden "Tennis-Giganten der Neuzeit" geht weiter.

Eurosport - Richard Rother / Eurosport

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