Eurosport - Mo 09.Jul. 14:15:00 2007
Lange Zeit hatte sich Federer im Endspiel der All England Championships gegen seinen größten Konkurrenten Rafael Nadal schwer getan. Nach 3:45 Stunden war er es aber, der zum fünften Mal in Folge den Siegerpokal in den englischen Himmel strecken durfte.
"Es war einfach eng, aber ich bin nie in Rückstand gewesen. Aber klar ist, dass ich glücklich bin, Nadal geschlagen zu haben, weil er sehr viele Fortschritte gemacht hat."
Dem seit 52 Spielen auf Rasen ungeschlagenen Schweizer war aber auch bewusst, dass etwas Glück zu seinem elften Grand-Slam-Titel gehörte. "Man braucht immer Glück. Wenn der Ball zum Beispiel knapp drin statt out ist. Aber ich weiß, dass man das Glück auch zwingen kann."
Besonders bei den herangezogenen "Hawkeye"-Entscheidungen fehlte ihm jedoch das Quäntchen Glück. Während Nadal fast immer richtig lag, wenn er die Schiedsrichterentscheidungen anzweifelte, bewies der "Gentleman" kein gutes Auge. "Diese Maschine bringt mich um."
Federer, der durch den Finalsieg mit dem ebenfalls fünfmal in Folge erfolgreichen Björn Borg gleichzog, fühlte sich geehrt, dass der Schwede seinem Spiel beiwohnte: "Wenn man nach Wimbledon kommt und auf der Ehrentafel den Namen Borg fünfmal untereinander stehen sieht, dann weiß man: Das ist ein ganz Großer. Dass ich jetzt auch auf dieser Stufe bin, macht mich glücklich. Ihn nach der Partie gesehen zu haben, bedeutet mir enorm viel. Es war großartig zu sehen, dass er dort auf mich wartet."
In der Stunde seines großen Triumphes dachte der Champion aber auch schon weiter. Pete Sampras hält nach wie vor den Rekord der meisten Grand-Slam-Titel. "Ich denke an seinen Rekord. Aber es ist nicht so, dass ich mir sage: Ich muss seinen Rekord schlagen, sonst ist es nicht gut. Pete Sampras ist wahrscheinlich der größte Spieler, den das Tennis je hatte", gab sich Federer gewohnt bescheiden.
Er vertraut darauf, dass ihm noch Zeit bleibt, auch diesen Höchstwert einzustellen: "Ich fühle mich mental und physisch sehr fit und denke, dass ich noch ein paar Jahre so weitermachen kann. Eines Tages auf der gleichen Stufe wie Pete Sampras zu stehen, meinem großen Vorbild, wäre toll."
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