Eurosport - Di 10.Jun. 18:49:00 2008
Zwei junge DTB-Spieler haben beim ATP-Turnier in Halle für einen guten Start aus deutscher Sicht gesorgt. Der 20 Jahre alte Mischa Zverev besiegte Jarkko Nieminen aus Finnland mit 2:6, 6:4, 6:2, der zwei Jahre ältere Andreas Beck bezwang den Franzosen Marc Gicquel mit 6:7 (4:7), 7:6 (7:4), 6:3.
Die deutschen Profis stellen beim Turnier im ostwestfälischen Halle das stärkste Kontingent und zeigen auf dem Rasen zum Auftakt gutes Tennis. Als Erste aus dem elfköpfigen Aufgebot trumpften der deutsche Meister Beck sowie Zverev auf, obwohl es beide mit starken Gegnern zu tun hatten. Der Stuttgarter Beck feierte im ersten Vergleich gegen den Viertelfinalisten des Vorjahrs Gicquel (Weltranglisten-57.) den ersten ATP-Sieg seit Juli 2005 und wehrte dabei sogar einen Matchball ab. Auch dem Hamburger Zverev gelang gegen den in der Weltrangliste 72 Plätze besser eingestuften Finnen Jarkko Nieminen (25.) ein starker Auftritt. In der zweiten Runde treten die beiden deutschen Youngster nun gegeneinander an.
Philipp Kohlschreiber gab sich ebenfalls keine Blösse und besiegte den Franzosen Julien Benneteau mit 6:4, 6:1. Der Weltranglisten-40. wehrte beide Breakchancen seines Gegners ab und qualifizierte sich in einer Stunde und acht Minuten für die zweite Runde. Im innerdeutschen Duell zwischen Benjamin Becker und Denis Gremelmayr setzte sich der Erstgenannte deutlich mit 6:4, 6:2 durch. Becker trifft nun entweder auf James Blake oder Björn Phau. Ausgeschieden ist hingegen Philipp Petzschner, der Robin Söderling aus Schweden mit 4:6, 6:4, 4:6 unterlag.
Haas vor Comeback
Dort könnte Kohlschreiber auf Tommy Haas treffen. Der nach acht Wochen um sein Comeback kämpfende 30-Jährige sowie Nicolas Kiefer greifen erst später in das Geschehen ein. "Es ist bisher noch keinem Spieler gelungen, nach längerer Verletzungspause in die Top 10 zurückzukehren. Ich will es schaffen", sagte Haas, der gegen seinen Freund Radek Stepanek in das mit 713.000 Euro dotierte Turnier startet. Kiefer bekommt es mit dem Niederländer Robin Haase zu tun, der im ersten Vergleich eine lösbare Aufgabe für den Halle-Sieger von 1999 aus Hannover sein sollte.
"Nach drei Monaten verletzungsbedingter Pause fehlt mir die Matchpraxis. Ich hoffe, mich hier optimal auf Wimbledon vorbereiten zu können", sagte Haas. Die schon dreimal operierte rechte Schulter, die ihn zuletzt am 21. April in Monte Carlo zur Aufgabe gezwungen hatte, sei wieder in Ordnung. Gegen den Weltranglisten-16. Stepanek, den er aus dem Camp von Nick Bollettieri kennt und der in Florida sein Nachbar ist, betrachte er sich als Außenseiter. "Radek hat sich gut entwickelt", meinte Haas und ergänzte: "Es wird ein schweres Spiel für mich, aber ich habe nichts zu verlieren."
Federer trifft auf Berrer
Als erster Topspieler war der Tscheche Tomas Berdych im Einsatz. Der Weltranglistenzwölfte besiegte in der Startrunde den Schweden Thomas Johansson mit 6:3, 7:5. Der viermalige Sieger Roger Federer ließ derweil mitteilen, dass er am Dienstag nach Halle kommen werde. Ungeachtet der Dreisatz-Pleite in Roland Garros gegen den Spanier Rafael Nadal wird sich der Schweizer in Ostwestfalen auf Wimbledon vorbereiten. Erster Gegner wird der Stuttgarter Michael Berrer sein, der mutig seine Chance nutzen will. "Jetzt ist ein guter Moment, um ihn zu schlagen", sagte der bullige Schwabe, der dem Weltranglisten-Ersten zuletzt in Basel immerhin einen Satz abgenommen hatte.
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