GP Spanien - Australier dominiert Europa-Auftakt

Eurosport - So 09.Mai. 17:46:00 2010

Die deutschen Piloten fuhren beim Großen Preis von Spanien am erhofften Erfolg vorbei. Während Michael Schumacher mit dem runderneuerten Silberpfeil bei Mark Webbers Start-Ziel-Sieg zumindest einen Aufwärtstrend verzeichnete, war Sebastian Vettel trotz eines Podestplatzes unzufrieden.

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Ein weitgehend ereignisarmes Rennen gewann erst in den Schlussrunden an Spannung. Sebastian Vettel hatte durch einen Fahrfehler ins Kiesbett in der 54. von 66 Runden den dritten Platz eigentlich schon verspielt, doch ein Reifenplatzer von Lewis Hamilton in der vorletzten Runde bescherte dem Red-Bull-Pilot noch den Platz auf dem Podium.

"Wir hatten viele Probleme mit dem Auto, ich habe mich nicht wohlgefühlt", klagte der 22-Jährige. "Es ist jede Menge schief gelaufen." Vom Pech des Briten profitierte zudem Fernando Alonso. Der Spanier konnte bei seinem Heimrennen auf dem Circuit de Catalunya bei Barcelona noch auf den zweiten Platz vorfahren.

Ein Rennen mit wenig Höhepunkten

Angesichts der beinahe schon erschreckenden Red-Bull-Dominanz in der Qualifikation hatte sich der Heppenheimer Vettel berechtigte Hoffnungen auf den Sieg beim fünften Saisonrennen gemacht. Doch vom Start Weg hatte der 22-jährige keine Chance gegen seinen Teamkollegen.

Konnte er zu Anfang zumindest mit Webber die "Bullen"-Doppelführung gegen Hamilton verteidigen und den Vorsprung ausbauen, kostete dem Hessen ein langer erster Reifenwechsel den zweiten Platz. Nutznießer Hamilton profitierte bei seinem Überholvorgang jedoch auch vom langsamen Lucas di Grassi, der Vettel den Weg blockierte.

Webber baute indes seinen Vorsprung auf dem 4,655 Kilometer langen Kurs kontinuierlich aus und bestimmte über das gesamte Rennen das Tempo. Weit abgesetzt von seinen Verfolgern drehte der Australier einsam seine Runden.

Schumi im Privatduell mit Button

Michael Schumacher steckte zunächst lange auf der sechsten Position fest. In der 17. Runde konnte er dann Weltmeister Jenson Button überholen und lieferte sich bis kurz vor Rennende ein packendes Privatduell gegen den Briten. Immer wieder wehrte der 41-Jährige die zahlreichen Attacken von Button ab.

Die Mercedes-Verantwortlichen lobten den Altmeister dann auch folgerichtig. "Eine erstklassige fahrerische Leistung - mehr war heute nicht möglich, doch Michael hat seine Klasse gezeigt und Weltmeister und Tabellenführer Button auf der Strecke hinter sich gehalten - obwohl er dazu nicht das perfekte Auto hatte", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Teamchef Ross Brawn ergänzte: "Mit Michael Schumacher bin ich sehr zufrieden. Er hat seine ganze Erfahrung, seine Entschlossenheit und seinen Siegeswillen in die Waagschale geworfen."

Rosberg im Pech

Ein Wochenende zum Vergessen erlebte Nico Rosberg. Der Wiesbadener verlor beim Start zunächst vier Plätze, weil ihn Robert Kubica ins Gras abgedrängt hatte. Für den zweiten Silberpfeil-Piloten, zu diesem Zeitpunkt auf Rang zwölf, war das Rennen dann spätestens nach seinem ersten Boxenstopp in der 15. Runde gelaufen, als er wegen einer zu locker angezogenen Radmutter zurückgeschoben werden musste und viel Zeit verlor.

Vettel fand in der Folge kein Mittel, Hamilton den verloren gegangenen zweiten Platz wieder abzunehmen. Durch seinen Ausritt ins Kiesbett in Runde 54 schien er selbst den dritten Platz noch aus der Hand zu geben. Doch dann platzte Hamiltons Vorderreifen…

Button weiter WM-Führender

Am Ende gewann Webber in 1:35:44,101 Stunden, Alonso wurde Zweiter mit 24,065 Sekunden Rückstand. Dem Dritten Vettel fehlten nach 307,104 Kilometern 51,338 Sekunden auf seinen Red-Bull-Teamkollegen.

Mercedes-Fahrer Schumacher erreichte als Vierter immerhin sein bestes Resultat seit seinem Comeback. Jubilar Rosberg belegte bei seinem 75. Grand Prix hingegen lediglich einen enttäuschenden 13. Rang. Adrian Sutil (Gräfelfing) holte im Force India als Siebter wertvolle Punkte, Nico Hülkenberg (Emmerich) wurde im Williams 16. und Virgin-Pilot Timo Glock (Wersau) belegte Rang 18.

Vor dem Großen Preis von Monaco am kommenden Wochenende konnte Weltmeister Jenson Button durch seinen fünften Rang die WM-Führung mit 70 Punkten knapp vor Ferrari-Pilot Alonso (67) verteidigen. Vettel ist nach fünf Grand Prix WM-Dritter (60), Schumacher Neunter (22).

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Felix Schaufelberger / Eurosport

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