Eurosport - Fr 09.Mai. 19:54:00 2008
Dinara Safina setzte sich beim WTA-Turnier von Berlin im Viertelfinale gegen Serena Williams nach 2:11 Stunden hauchdünn mit 2:6, 6:1, 7:6 (7:5) durch. Im Halbfinale trifft sie nun auf die Weißrussin Viktoria Asarenka, welche Alona Bondarenko mit 7:6 (7:2), 6:2 besiegte.
Zu Beginn deutete alles auf eine weitere Demonstration von Williams hin. Die Nummer fünf der Setzliste startete furios, ließ Safina kaum Zeit ins Spiel zu finden und nahm ihr gleich drei Mal den Aufschlag ab. Ein ganz anderes Bild dann im zweiten Satz: Nach einer Besprechung mit ihrem Coach trat die jüngere Schwester von Marat Safin wie verwandelt auf, während die US-Amerikanerin sich miserabel bewegte und entsprechend kaum mehr einen Ball traf und den zweiten Durchgang gleich mit 1:6 abgab.
Dramatisch wurde es dann im Entscheidungssatz. Die beiden Protagonistinnen kämpften sich über lange Grundlinienduelle auf höchstem Niveau von Punkt zu Punkt, jubelnd, schreiend, hadernd mit sich. Beide Akteurinnen konnten diverse Chancen zum Break nicht nutzen, wodurch es zu einem Tie-Break kam. Safina konnte dort ihren zweiten Matchball mit Glück verwerten, weil Williams im unglücklichsten Moment die Saite riss.
"Habe mir das Glück verdient"
Nach einer bislang mäßigen Saison gelang Safina nun in Berlin schon ihr zweiter Überraschungs-Coup. Unwiderstehlich agierte sie bereits gegen die Weltranglisten-Erste Justine Henin, nun krönte sie diese Leistung mit dem ersten Halbfinaleinzug des Jahres. "Ich war ein bisschen glücklich, es war sehr eng. Aber ich habe mir das Glück auch verdient", erklärte die strahlende Siegerin.
Die aus Michigan stammende Williams suchte nach der zweiten Niederlage im 21. Saisonspiel nicht nach Ausreden. "Das war heute definitiv nicht mein Tag. Ich könnte so viele Dinge aufzählen, die ich falsch gemacht habe", erzählte sie an der Pressekonferenz. Im Ranking verpasste die aktuelle Weltranglisten-Sechste damit einen weiteren Schritt nach vorne zu machen.
Dementjewa gegen Jankovic mit längerem Atem
Für Safina geht unterdessen das Mammutprogramm weiter: Bereits am Donnerstag musste die 22-Jährige nach dem Einzel noch im Doppel an der Seite von Elena Wesnina antreten, nun gilt noch einmal dasselbe. Die austrainierte Russin gilt im morgigen Halbfinalspiel gegen Viktoria Asarenka dennoch als große Favoritin. Die 18-jährige Weißrussin konnte in ihrem ersten Viertelfinale bei einem Tier-1-Event die Nervosität nicht verbergen. Ihre Gegnerin Alona Bondarenko machte allerdings derart viele Fehler, dass das Nachwuchstalent gar nicht anders konnte, als sich mit einem 7:6 (7:2), 6:2 für die nächste Runde zu qualifizieren.
Ebenfalls für die Halbfinals qualifizieren konnte sich Elena Dementjewa. Die Weltranglisten-Neunte lieferte sich mit Jelena Jankovic ein äußerst ausgeglichenes Match, bei dem praktisch jedes Spiel über Einstand ging. Am Ende hatte die Russin den längeren Atem als ihre mit einer Erkältung laborierende Kontrahentin und siegte nach 2:32 Stunden mit 6:3 2:6 6:3. Die 27-Jährige trifft nun auf die Siegerin des letzen Viertelfinals zwischen Ana Ivanovic und Agnes Szavay.
Mattias Wieland / Eurosport