Eurosport - Fr 09.Mai. 20:33:00 2008
Heiße Diskussionen über mögliche Neueinkäufe haben kurz vor Saisonende Hoch-Konjunktur. So auch bei Schalke 04, wo Manager Andreas Müller aber nur vorsichtig seine Gedanken zur neuen Spielzeit äußert.
Wortkarg wie immer bleibt der Schalke-Manager Müller bei der Wiedergabe seiner Vorstellungen möglicher Neueinkäufe für die Saison 2008/2009. Schließlich sei noch nichts spruchreif und in trockenen Tüchern. "Wir warten noch ab, daher gibt es keine Meldungen unsererseits", so Müller.
Aber ein baldiger Austausch mit neuen Coach Fred Rutten soll schließlich für mehr Klarheit in den anstehenden Personalplanung sorgen. "Wir setzen uns hohe Ziele für die kommende Saison, da werden Verstärkungen nicht ausbleiben. Wir planen mit zwei oder drei Neuverpflichtungen."
Also keine gewaltige Runderneuerung bei Schalke. "Wir haben trotz einiger Tiefs doch eine gute Saison hingelegt. Warum sollte man jetzt alles personell umwerfen?", fragt sich auch Kapitän Marcelo Bordon und bricht somit eine Lanze für alle seine Mitspieler.
Schalke 04 will zwar endlich konstant um die Meisterschaft mitspielen, aber "dafür werden wir keine Transfers im zweistelligen Millionenbereich tätigen", so Müller weiter. Eine Absage an seitens diverser Medien kolportierten Gedanken, einen "Kracher" wie den rumänischen Stürmer Adrian Mutu (AC Florenz) zu verpflichten.
"Unser neuer Trainer will die Potenziale jedes Einzelnen im Team noch weiter fördern. Da werden noch einige Prozentpunkte heraus gekitzelt werden", erklärt Müller. Das erste große Gespräch über die Personalentscheidungen für die neue Saison soll schon in der nächsten Woche stattfinden.
Rafinha: Charakter ist wichtig
"Natürlich bringen große Stars jede Mannschaft spielerisch etwas weiter. Aber für mich ist der unbändige Siegeswille eines Team immer noch entscheidend für den großen Erfolg", so der Rechtsverteidiger Rafinha, der auch hinzufügt: "Ein möglicher Neuer sollte also nicht nur sportlich, sondern auch charakterlich zu uns passen." Die Fans sind auf die Planungen des Duos Müller/Rutten gespannt. Die älteren Trainings-Kiebitze in Gelsenkirchen hätten natürlich nichts gegen "einen tollen Techniker wie Ribery."
Geld wäre da, im abgelaufenen Geschäftsjahr verbuchten die "Knappen" 12,8 Millionen Euro Gewinn. Hinzu kämen mögliche Spielerabgänge. Gustavo Varela, Mathias Abel oder die Dänen Sören Larsen und Peter Lövenkrands werden als Streichkandidaten gehandelt. "Was die Medien über mich schreiben, interessiert mich nicht. Ich bleibe hier", betont hingegen Lövenkrands. Auch Stürmer Larsen bleibt locker: "Ich mache mir keine Gedanken über einen Wechsel."
Frankfurt nur eine Etappe
Bei den Spielern gilt derweil die Konzentration der direkten Qualifikation für die Champions League. Der Sieg von Werder Bremen im Nordderby beim Hamburger SV war ein großer Rückschlag für die königsblauen Hoffnungen. "Schade, ich habe wenigstens mit einem Remis gerechnet", so Abwehr-Chef Marcelo Bordon. "So liegt Werder natürlich weiter im Vorteil, aber wir geben nicht auf und wollen mit einem Sieg gegen Frankfurt weiter um den zweiten Platz kämpfen."
Besonders Rakitic soll wieder das belebende Element im Mittelfeld sein. Nach seiner tollen Leistung beim 3:0 in Bochum, hofft Bordon auf eine weitere Gala-Vorstellung: "Er hat grandios gespielt. Seine starke Form kommt jetzt zum richtigen Zeitpunkt." Der Gelobte gibt sich bescheiden: "Es freut mich, dass ich zum Sieg beitragen konnte. Dennoch: Wir haben unser Ziel noch nicht erreicht. Unsere Perspektive ist nicht aussichtslos, aber zunächst einmal müssen wir unsere Punkte holen. Dann wird man sehen, ob es am Ende sogar zu Platz zwei reicht." Manager Müller bleibt ebenfalls optimistisch: "Wir müssen halt auf einen Ausrutscher der Bremer hoffen."
Beim Duell gegen seinen alten Klub wäre Albert Streit gerne von Beginn an dabei. Der in der Winterpause von Frankfurt nach Gelsenkirchen gewechselte Mittelfeldspieler wird wohl zunächst auf der Bank sitzen. "Meine Kollegen haben in Bochum ein tolles Spiel hingelegt. Natürlich will ich auch spielen, aber ich kann den Trainer verstehen, wenn er nichts ändern will." Er stellt aber auch klar: "Am Samstag geht es nicht um mich, sondern nur um einen wichtigen Dreier."
Aus Gelsenkirchen berichtet Hakan Uzun / Eurosport