Eurosport - Fr 09.Mai. 16:49:00 2008
Der Bluff ist ein sehr starker Spielzug im Poker, da er es ermöglicht, ohne eine gute Hand viel Geld zu machen. Wer die Kunst des Bluffens beherrscht, ist nicht mehr sklavisch den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit ausgeliefert und muss nicht mehr stundenlang auf gute Hände warten.
Beim Bluffen kommt es immer auf die richtige Dosierung an. Wenn Sie selten oder nie bluffen, laufen Sie Gefahr, zu wenige Pötte zu gewinnen. Ihr Spiel tendiert dann zu sehr in Richtung tight - passive. Wenn Sie dagegen zu häufig bluffen, werden die anderen Spieler dies sehr schnell merken und ehe Sie sich versehen, haben Sie einen Call nach dem anderen und ihr Geld verloren.
Ideal ist im Poker eine Spielweise, die ein "tightes" Spiel mit einigen Bluffs zur rechten Zeit "würzt". Ein Bluff kann immer nur situationsbedingt erfolgen. Es kommt darauf an, genau den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, wobei die Position, das Wettverhalten der anderen, Tells und viele andere Faktoren eine Rolle spielen. Das Zauberwort heißt hier "Fold-Equity", mit anderen Worten: Wie wahrscheinlich ist es, dass der oder die Gegner auf meinen Bluff hin aufgeben? Die folgenden Regeln sollten Sie beim bluffen unbedingt beachten:
- Ein Bluff ist immer dann angebracht, wenn der Gegner durch sein Wettverhalten oder seine Körpersprache Schwäche zeigt. Denken Sie immer über einen Bluff nach, wenn die Gegner zu Ihnen gecheckt haben.
- Je weniger Geld im Pot ist, desto eher funktioniert ein Bluff. Je mehr Geld ein Spieler bereits in den Pot investiert hat, desto schwieriger wird es für ihn, sich von seiner Hand zu trennen. Bluffs klappen im Hold'em daher am ehesten vor- oder auf dem Flop.
- Ein Bluff auf dem Flop funktioniert dann sehr gut, wenn Sie vor dem Flop schon der Aggressor waren. Eine solche Wette auf dem Flop nennt man, unabhängig davon, ob Sie den Flop getroffen haben oder nicht, Continuation-Bet.
- Je besser Ihre Position und je weniger Spieler in der Hand sind, desto eher funktioniert ein Bluff.
- Bluffs gegen Anfänger sind meist verfehlt, da diese gerne callen. Ideal sind tight-passive Gegner.
- Wenn Sie bluffen, ist es immer gut, eine bestimmte Hand zu repräsentieren, anstatt einfach nur Stärke zu zeigen. Wenn zum Beispiel ein Ass auf dem Board auftaucht und Sie dann wetten, repräsentieren Sie ein Ass-Paar.
- Bluffen Sie eher nicht, wenn Ihr Spiel aus dem Gleichgewicht geraten ist oder wenn Sie auf Tilt sind. In diesem Zustand werden die Gegner Ihre Bluffs viel leichter durchschauen.
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