Hannover (dpa) - Torhüter Tim Wiese von Werder Bremen muss nach seiner Kung-Fu-Attacke gegen Stürmer Ivica Olic vom Hamburger SV keine nachträgliche Sperre befürchten.
«Es handelt sich um eine unumstößliche Tatsachenentscheidung. Das können wir nicht ändern», sagte Manfred Amerell, Mitglied des DFB-Schiedsrichter-Ausschusses, der Deutschen Presse Agentur dpa. Schiedsrichter Lutz Wagner hatte das brutale Foul nur mit einer gelben Karte geahndet.
Amerell bestätigte, dass Wagner mit seiner Entscheidung in der Bundesliga-Partie nicht richtig gelegen habe. «In diesem Fall war seine Wahrnehmung falsch. Das haben die TV-Bilder bewiesen. Wagner hatte aus seiner totalen Position nicht die richtige Sicht», erklärte Amerell. Möglicherweise hätte ein Rücksprache mit dem Schiedsrichter-Assistenten eine andere Entscheidung herbeigeführt.
Wagner habe seinen Fehler in einem Gespräch mit dem Ausschuss-Vorsitzenden Volker Roth eingeräumt. Sanktionen habe der Unparteiische aus Hofheim nicht zu befürchten. «Die Qualität unserer Schiedsrichter ist gut. Sie machen ebenso Fehler wie Spieler, die ja auch mal einen Elfmeter verschießen. Die Diskussion über diese Entscheidungen gehört zum Spiel und ist in Ordnung», sagte Amerell.
Der frühere Bundesliga-Schiedsrichter verglich die vieldiskutierte Szene im Nordderby mit ähnlichen Vorfällen in der Vergangenheit. «Nach Harald Schumacher und Oliver Kahn ist Wiese Torhüter Nummer drei, der Glück gehabt hat», sagte Amerell. Ex-Nationaltorwart Schumacher hatte bei seinem Zusammenprall 1982 im WM-Halbfinalspiel gegen Frankreich den Franzosen Patrick Battiston schwer verletzt. Bayern-Keeper Kahn sorgte mit einer Kung-Fu-Einlage im April 1999 gegen den Dortmunder Stürmer Stephan Chapuisat für Schlagzeilen. Beide Torhüter kamen damals ebenfalls ohne Strafe davon.


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