Bielefeld (dpa) - Für Mirko Slomka war es die perfekte Fußball-Woche, für Michael Frontzeck eine mit ungewöhnlicher Job-Garantie.
«Das Thema ist tot. Egal, was passiert, die Saison wird mit Michael Frontzeck zu Ende gespielt», sagte Arminia Bielefelds Präsident Hans- Hermann Schwick und stoppte trotz der 0:2 (0:1)-Niederlage gegen den FC Schalke 04 jegliches weitere Gerede über eine Weiterbeschäftigung seines leitenden Angestellten. Obwohl die Arminia nicht mehr gewinnt und die Abstiegsgefahr immer bedrohlicher wird, sieht Frontzeck wie auch Slomka beim Champions-League-Viertelfinalisten aus Gelsenkirchen seinen beruflichen Besitzstand als Bundesliga-Trainer aktuell gesichert.
Das Frontzeck-Team bleibt 2008 sieglos, und doch minimieren sich in Ostwestfalen alle äußerlichen Aufgeregtheiten, wie sie noch bei der Amtsenthebung von Manager Reinhard Saftig offenbart wurden. Frontzeck zeigte sich nach dem präsidialen Machtwort dankbar: «Es ist ein sehr gutes Zeichen des Clubs, in einer solchen Phase nicht die Nerven zu verlieren.» Für die Zukunft sei das der richtige Schritt, meinte Frontzeck zu der Rückenstärkung, bei der es viele Parallelen zu jüngsten Vorgängen «auf Schalke» gibt. Auch dort durfte Slomka trotz heftigster Diskussionen bleiben, gehört mit seinem Team dank Torhüter Manuel Neuer und dessen Porto-Coup zu den besten acht der «Königsklasse» und sieht nach drei Bundesliga-Pleiten wieder Land.
«Es war insgesamt eine sehr gute Woche für die Mannschaft und den Verein. Das ist ein schönes Erlebnis», stellte Slomka mit seinem strahlendsten Lächeln fest. Der Uruguayer Gustavo Varela krönte sein Comeback nach zehn Monaten Pause auf Anhieb mit einem Treffer (24. Minute), Halil Altintop (74.) machte den Schalke-Sieg perfekt. Doch es war abermals Neuer, der mit einer sensationellen Aktion gegen Christian Eigler (21.) das 0:1 verhinderte und damit erneut zum Fundament eines Schalker Erfolgs wurde. «Mit einem 1:0 wäre das Konzept von Arminia Bielefeld sicherlich aufgegangen», sagte Slomka.
Doch es gibt eben dieses weitere Manko bei der Arminia: Zum 15. Mal hintereinander blieb sie in den ersten 45 Minuten ohne Tor. Da wirkte es fast wie ein Flehen, als Frontzeck die Eigler-Chance verbal festhielt: «Ich hätte es meiner Mannschaft gegönnt. Schalke wäre vielleicht eingeknickt.» Doch er ist auch Realist: «Hätte, wenn und aber» - am Ende standen die Gastgeber vor 26 100 Zuschauern erneut ohne Sieg da und müssen sich vertagen. «Mit aller Macht», so Frontzeck, soll es beim Auswärtsspiel in Hannover klappen. Schwick übte sich in Zweckoptimismus: «Ich bin absolut überzeugt, dass der Knoten bald platzen wird.»
Aus der Mannschaft gab es das Plazet, zum Trainer zu stehen und mit ihm die Zukunft positiver zu gestalten. «So blöd es sich auch anhören mag: Wir müssen diesen Weg weitergehen», sagte Arminia- Verteidiger Bernd Korzynietz trotz der fünften Pleite im sechsten Bundesligaspiel mit Frontzeck. Korzynietz: «Irgendwann rutscht auch wieder einer rein. Dann stoßen wir den Bock um, holen einen Sieg und starten einen Lauf.»


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