dpasport

Marcelinho macht Mut: «Wölfe» zuversichtlich

So 09 Mär, 09:38 Uhr


Wolfsburg (dpa) - Marcelinho macht Magaths Männer mutiger. Zwei Tore des Brasilianers trugen maßgeblich zum 3:0 (2:0) des VfL Wolfsburg über Energie Cottbus bei und holten das beim 1:3 in Karlsruhe verloren gegangene Selbstvertrauen zurück.

«Wir wollten zeigen, dass wir den Weg, den wir davor beschritten haben, weitergehen können. Das ist uns gelungen», befand Christian Gentner mit breiter Brust und schickte den nächsten Gegnern eine Kampfansage. «Gegen Bremen, Bayern und den HSV wird es nicht einfach, aber wir wissen, dass wir uns nicht verstecken müssen. Wir sind stabiler geworden.»

Der Nachweis dafür zu erbringen, war vor 21 460 Zuschauern gegen einen harmlosen Gegner, der nur in der ersten Viertelstunde Erstliga-Format nachwies, leichter als gedacht. Spätestens als Gentner (17.) und Marcelinho (19.) mit ihren Toren eine beruhigende Führung herausgeschossen hatten, verlief die Partie in den erhofften Bahnen. Die «Wölfe» kontrollierten die Partie nach Belieben, spielten sich die eine oder andere Chance heraus, ehe Marcelinho mit seinem zweiten Streich (76.) die endgültige Entscheidung besorgte.

Dem Wolfsburger Kapitän fiel nach seinem Doppelschlag eine großer Stein vom Herzen. Immerhin hatte der 32-Jährige seit dem 21. Oktober vergangenen Jahres auf ein Erfolgserlebnis in der Fußball-Bundesliga warten müssen. «Ich freue mich sehr über die zwei Tore. Dafür muss ich mich aber bei der Mannschaft bedanken, weil sie die Räume für Cottbus eng gemacht hat und mir dadurch Platz verschafft hat», ließ Marcelinho übersetzen. «Ich habe wieder mehr Selbstvertrauen.»

Das freute auch Trainer Felix Magath. Sein verlängerter Arm auf dem Feld hat sich in dieser Saison zwar mannschaftsdienlich und lauffreudig wie noch nie in seiner Bundesliga-Karriere präsentiert. Für die entscheidenden Aktionen, die Marcelinho so unvergleichlich wertvoll machen, fehlten ihm so offensichtlich aber Kraft und Konzentration. «Ich hoffe, er kann die Form halten. Wir können einen erstarkten Marcelinho für die kommenden Spiele gebrauchen», meinte der 54 Jahre alte Fußball-Lehrer angesichts der kommenden harten Brocken. Nächsten Sonntag geht es zu Werder Bremen, dann ins Pokal-Viertelfinale bei Bayern München, und dann folgt das Nordderby gegen den Hamburger SV.

Solche Partien könnten die Lausitzer in der Form vom Wochenende gleich abschenken. Ohne Energie, ohne wirklichen Widerstand ergaben sie sich in die elfte Saison-Niederlage und übernahmen wieder die «Rote Laterne». «Was wir heute abgeliefert haben, hatte mit Kampf gegen den Abstieg nichts zu tun. Wir müssen aggressiver spielen, in den Zweikämpfen präsenter sein», forderte Kapitän Timo Rost. Er klingt wie ein einsamer Rufer. Trainer Bojan Prasnikar wirkte ebenso ratlos, versprach vor dem Nachholspiel gegen den VfB Stutggart wenigstens: «Das wird besser.»