Afrika-Cup - Rohr: "Neuer Vertrag liegt bereit"
Im Exklusiv-Interview mit eurosport.yahoo.de spricht Gabuns Nationaltrainer Gernot Rohr über den leidenschaftlichen Auftritt seines Teams sowie seine weitere Zukunft auf dem "Schwarzen Kontinent". Zudem nennt der 58-Jährige alle wichtigten Punkte, um die Mannschaft noch stärker aufzustellen.
Das Interview führte Christoph Jackszties
Herr Rohr, Sie haben mit Gabun in der Gruppenphase gegen Niger, Marokko und Tunesien gewonnen und sind als Gruppenerster in das Viertelfinale eingezogen. Hatten sie der Mannschaft eine solch gute Leistung zugetraut?
Gernot Rohr: Ehrlich gesagt ja, denn wir haben seit zwei Jahren daran gearbeitet und durch unsere Vorbereitungsspiele und Lehrgänge das Turnier gut vorbereitet. Dass es so gut lief mit drei Siegen, damit habe ich nicht unbedingt gerechnet. Aber dass die Mannschaft gut spielen kann, war mir klar.
Die Spiele ohne Beteiligung der Gastgeberländer wurden nur von wenigen Zuschauern besucht. Wie war's beim Afrika Cup, als Gastgeber auf dem Platz zu stehen?
Rohr: Es war äußerst spannend und die Stimmung war toll. Als Gastgeber hat man natürlich immer die Unterstützung des Publikums und das war eine schöne Sache. Es war in allen Spielen eine tolle Stimmung und wir hatten plötzlich das ganze Publikum hinter uns.
Hat die zusätzliche Unterstützung durch die Fans zur guten Leistung in der Gruppenphase beigetragen?
Rohr: Ja natürlich, es ist immer hilfreich wenn man vom Publikum unterstützt wird. Die Mannschaft hat dadurch zusätzliche Kräfte freigemacht. Das Team war in einer guten physischen Verfassung, dazu noch die tolle Unterstützung des Publikums. Das war sehr hilfreich. Dadurch sind die Jungs teilweise über sich hinausgewachsen, besonders im Spiel gegen Marokko.
Die Enttäuschung nach der knappen Niederlage gegen Mali war natürlich groß. Waren Sie und die Mannschaft dennoch stolz, überhaupt so weit gekommen zu sein?
Rohr: Ich war sehr stolz auf die Mannschaft, da sie gekämpft hat, nie aufgegeben und bis zur letzten Minute daran geglaubt hat. Auch das Publikum war nicht enttäuscht, das hat man gespürt. Vielleicht ein wenig, aber sie waren nicht sauer, da sie gemerkt haben, dass die Mannschaft alles gegeben hat.
Viele Spieler hoffen durch den Afrika Cup auf sich aufmerksam zu machen, um in Europa spielen zu können. Wie hoch war der Druck für die Spieler?
Rohr: Der Druck war natürlich groß. In der Vorbereitung gab es einige Unentschieden und Zweifel, ob die Mannschaft überhaupt in der Lage ist, ein Tor zu schießen oder ein Spiel zu gewinnen. Dieser Druck lastete auf den Spielern. Aber mit dem ersten Tor gegen Niger ging der Druck in Begeisterung über, das war der Knackpunkt. Dadurch hat sich die Mannschaft befreit und guten Fußball gespielt.
Der nächste Afrika Cup findet bereits 2013 statt. Was kann die Mannschaft im Hinblick das kommende Jahr verbessern?
Rohr: Wir haben leider auf der Bank nicht viele Möglichkeiten. Wir müssen noch einige Spieler ausfindig machen, die uns auf bestimmten Positionen helfen können. Besonders im defensiven Mittelfeld haben wir nicht viele Alternativen auf der Bank oder auch auf den Flügeln haben wir nicht so viele Möglichkeiten. Ich möchte dafür sorgen, dass wir in der Breite stärker werden.
Inwiefern unterscheidet sich die Trainerarbeit in Europa und in Afrika?
Rohr: Ein Punkt ist die Unberechenbarkeit der Spieler. Es gibt viel mehr unberechenbare Elemente und man kann nie damit rechnen, dass auch alles so ausgeführt wird, wie man es geplant hat. Dafür ist die Inspiration stärker und der Überraschungseffekt größer. Unsere Spieler sind während des Turnieres von der Disziplin her vorbildlich gewesen. Wir waren und sind eine gute Einheit, das hat zum Erfolg beigetragen.
Wie sehen Sie ihre Arbeit in Gabun, sind Sie motiviert weiter zu machen?
Rohr: Es hat Spaß gemacht, mein Vertrag läuft am 8. März aus. So wie ich gehört habe, will man den verlängern. Wir werden das jetzt in aller Ruhe nach dem Ende des Afrika Cups besprechen. Ich werde mit meinen Kollegen und meiner Familie sprechen, die ja nicht mit mir in Afrika ist. Dann muss ich mir das alles durch den Kopf gehen lassen und werde eine Entscheidung treffen. Aber das Angebot von Seiten des Verbandes zur Vertragsverlängerung ist gegeben.
TV-Tipp:
Der African Cup of Nations - vom 21. Januar bis 12. Februar. Eurosport und Eurosport 2 zeigen alle 32 Spiele live und berichten ausführlich aus Äquatorialguinea und Gabun. Mehr als 200 Stunden Berichterstattung lassen für Fußballfans keine Wünsche offen.

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