Bundesliga - Reus und die Folgen: Der Giganten-Zoff

Mo 09.Jan. 14:02:00 2012

Neue Details aus dem Poker um das Supertalent, das sich letztlich Borussia Dortmund sicherte: Offenbar scheiterte ein Transfer von Marco Reus zum FC Bayern auch an einer frechen Forderung des Flügelflitzers. Seine Entscheidung für den BVB lässt die Rivalität indes wieder neu aufleben.

reus gladbach 2011 - 0

Von Daniel Rathjen (twitter: @DanielRathjen)

Es wird brisant am 20. Januar - und interessant. Zum Rückrundenauftakt empfängt Borussia Mönchengladbach den FC Bayern.

Der deutsche Rekordmeister kann sich also gleich mal aus nächster Nähe anschauen, was für ein Talent ihm mit Marco Reus durch die Lappen gegangen ist.

Seit dem vergangenen Mittwoch ist es Fakt: Der Flügelflitzer wechselt im Sommer für 17,1 Millionen Euro nicht von den "Fohlen" an die Isar, sondern zu Borussia Dortmund.

Intern sollen die Münchner Bosse die Absage gelassen zur Kenntnis genommen haben. Letztlich habe sich der Gladbacher in München wohl nicht durchbeißen wollen, der letzte Wille habe gefehlt, heißt es im "kicker", der sich auf Vereinsquellen beruft.

Auch wenn Berater Dirk Hebel dementiert ("So etwas hat es nie gegeben!"), nach Informationen der Sportzeitung forderte Reus offenbar auch eine Stammplatzgarantie, doch die konnte und wollten die Bayern ihm nicht geben. Verständlich, angesichts einer Konkurrenz von Arjen Robben und Thomas Müller auf der Lieblingsposition des Offensivmannes.

Bayern eher zurückhaltend

Weiter heißt es, der FCB habe auch finanziell nicht alles in die Waagschale geworfen, weil die Meinung bestand, dass Reus sich international noch nicht hat beweisen können. Das Risiko sei demnach zu hoch gewesen, zumal sich das ganze Paket für den Nationalspieler auf 40 Millionen Euro belaufen hätte.

Was die Bayern mehr ärgert als der geplatzte Reus-Transfer ist jedoch die Tatsache, dass sich in Fußball-Deutschland daraus zahlreiche Interpretationen ableiten. Dortmund soll die Bayern nun plötzlich an Attraktivität und Stärke überholt haben, weil ein Perspektivspieler sich beim BVB eine bessere Entwicklung erhofft.

Vor dem Rückrundenstart trommelt sich der Herbstmeister deshalb schon mächtig auf die Brust und attackiert den amtierenden Meister: "Die Dortmunder haben es in den letzten Jahren sehr erfolgreich mit ihrem Understatement verstanden, die Dinge zu verfolgen. Das ist mit diesem Transfer vorbei, das ist schon ein neuer Schritt", wird Bayerns Sportdirektor Christian Nerlinger in der "Bild" zitiert.

Verbal-Zoff mit Dortmund

Der Konter des Tabellenzweiten aus Dortmund ließ nicht lange auf sich warten. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke meinte: "Da spielen natürlich auch noch ein paar wirtschaftliche Parameter eine Rolle. Aber das ist nicht unbedingt die Materie von Nerlinger." Und Trainer Jürgen Klopp ergänzte: "Keine Angst. Wenn wir unsere Strategie wirklich ändern sollten, werden wir Herrn Nerlinger schon Bescheid sagen."

Klopps Münchner Kollege Jupp Heynckes bemerkte süffisant: "Mal abwarten, wie lange sie sich auf diesem Niveau bewegen können. Bayern war immer die Nummer eins, dann kam immer eine zweite Mannschaft hinzu - wie früher Gladbach, Bremen oder Dortmund..."

Für eine heiße zweite Saisonhälfte dürfte gesorgt sein...

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