Dakar 2009 - Bauers Dakar-Blog: Himmelsstürmer

Eurosport - Fr 09.Jan. 10:34:00 2009

Eric Veyssieres bestreitet dieses Jahr seine 17. Rallye Dakar. Eric, wer? Der Franzose mit dem wettergegerbten Gesicht ist einer der heimlichen Stars der Rallye. Eric ist Kameramann bei der Dakar - und zwar der Beste.

Rally Raid 2009 Dakar 2009 Eric Veyssiere (camera) - 0

Ein Interview mit einer der leisen Legenden der Dakar, ohne die abends nie Bilder über den Schirm flattern würden.

Eric, warum bezeichnen Dich alle als besten Kameramann hier? Du bist eine wandelnde Legende hier im Biwak.

Eric Veyssiere: Das würde ich so nicht sagen. Ich kenne halt, 2008 mitgezählt, die Leute seit zwei Jahrzehnten. Viele sind Freunde geworden. Ich bin der dienstälteste Kameramann der Dakar, es gibt nicht viele, die an mehr Dakars teilgenommen haben. Vielleicht liegt es daran.

Oder aber auch an den tollen Bildern, die Du filmst...

Veyssiere: Das hoffe ich zumindest. Meine Arbeit macht mir Spaß, nur dann kann ich darin auch gut sein. Ich bin immer in den Helikoptern unterwegs. Heute werden die Kameras da mit Joysticks aus der Kanzel bedient, man ist quasi Co-Pilot. Du brauchst schon ein eingespieltes Team, um gute Bilder oder Sequenzen filmen zu können. Die Kamera ist in alle Richtungen drehbar. Das, kombiniert mit denn Manövern des Helikopters kann zu tollen Bildern führen. Das ist schon was anderes als früher.

Wie war es denn früher?

Veyssiere: Ach, da hast du zwölf Stunden am Tag in der offenen Luke über der Sahara gesessen und dir den Pelz verbrannt. Die Kamera war nur auf der Schulter und der Handschlaufe, die Kommunikation mit dem Piloten eingeschränkt. Wäre mir das Ding aus der Hand geglitten, dann wär's das gewesen mit dem Tages-Programm. Ich hab sie noch mit dem Gürtel an meinem Hals befestigt. Damals hatte man auch noch kaum Erfahrung mit Bildern aus der Luft. Auch hatten wir bei weitem nicht so viele Infos wo die entsprechenden Fahrzeuge sich auf der Strecke befinden. GPS war damals noch Zukunftsmusik. Bei den Zwischenlandungen haben wir dann Interviews gemacht oder an neuralgischen Stellen in den Dünen gefilmt, dann die Kassetten schnell ins Biwak geflogen und wieder zurück auf die Strecke.

Klingt spannend. Was sind denn Deine besten Erinnerungen aus fast 20 Jahren Dakar?

Veyssiere: (er schweigt lange). Puh. Zu viele. Auch zu viele schlechte. Zu viele Tote. Ich habe meist die Motorräder gefilmt. Heinz Kinigadner, Richard Sainct, Fabrizio Meoni - das waren Freunde. Die letzten Beiden haben ihr Leben auf Rallyes verloren. Das tut weh. "Kini" war schon ein toller Charakter, immer Vollgas, der hat Sachen hingelegt, dass ich dachte, das überlebt er nicht. Er ist nie in Dakar angekommen, hat es aber immer wieder versucht. Heute hat man diesen Kontakt nicht mehr. Damals waren wir gerade mal sechs Kameramänner, es kam schon vor dass man sich mit einem Piloten das Zelt geteilt hat. Wir hätten uns alle träumen lassen, dass aus dieser Veranstaltung mal so ein Medienereignis werden könnte.

Helikopter-Kameramänner leben gefährlich, oder?

Veyssiere: Ich bin schon abgestürzt, wenn Du das meinst. Erst vorgestern hat der chilenische Pilot, mit dem ich hier unterwegs bin, die Kiste so hart aufgeknallt, dass der Heli jetzt erstmal nicht benutzt werden kann. Aus fünf Metern wie ein Stein nach unten. Bamm. Was weiß ich warum. Ich filme ja auch viel Natur-Dokus, Radrennen wie die Tour de France, Deutschland-Tour, Raid Gauloises. Da ist es nur eine Frage der Zeit bis mal was passiert.

Warum tust Du Dir das dann noch an?

Veyssiere: Ich habe in meinem Leben Sachen gesehen, die man sich nicht vorstellen kann. Warte mal bis wir in die Anden kommen. Da sind Landschaften, die kann kein Künstler malen, die kannst du dir nicht ausdenken. Im Heli ist es nicht immer romantisch, von wegen in den Sonnenuntergang fliegen und so. Schweinekalt ist es da oben und ich bin die meiste Zeit erkältet - war es früher jedenfalls. Heute ist es ja ein Klacks, aber mich reizt nach wie vor die Perfektion, alles gut in Szene zu setzen.

Eric, im Namen aller Eurosport-Zuschauer ein herzliches Dankeschön für die tollen Bilder!

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Aus Argentinien berichtet Gernot Bauer / Eurosport

Kommentare 1 - 1 of 1

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  1. Ein Könner! Klasse Bilder, auch schon in Afrika! Macht­ für mich 50 % aus die Landschaft zu sehen und zu­ genießen.

    Von Tomsclub, am Fr 9.Jan. 19:26
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