Dakar 2009 - Al-Attiyah-Team hofft auf Gnade

Eurosport - Fr 09.Jan. 13:32:00 2009

BMW-Pilot Nasser Al Attiyah, der Gesamtführende der Rallye Dakar, wurde vorläufig disqualifiziert. Die Veranstalter nahmen den Katari in Diensten des deutschen X-Raid-Teams nach seinem Sieg auf der 6. Etappe aus dem Rennen, da er zu viele Wegpunkte ausgelassen hat. Das Team hofft jetzt auf Gnade.

0801 Itw Nasser Al Attiyah - 0

Das Regelwerk sieht für das Nichtansteuern von bis zu vier der sogenannten "Way Points" Zeitstrafen vor. Sind es mehr als vier, wird das betreffende Team mit der sofortigen Disqualifikation sanktioniert.

Ein klein wenig Hoffnung besteht aber noch, wie Teamchef Sven Quandt gegenüber Eurosport erläuterte: "Wir wissen noch nicht zu 100 Prozent, ob es das endgültige Aus bedeutet. Vielleicht können wir doch noch weiterfahren, und wenn es mit einer 60-Stunden-Zeitstrafe ist", sagte Quandt gegenüber Eurosport. Entscheidend sind die Gespräche mit der Rennleitung, die nun folgen sollen.

Eurosport-Reporter Gernot Bauer sprach unterdessen vor Ort im Biwak mit dem enttäuschten Piloten, der mit seiner schwedischen Beifahrerin Tina Thorner den Traum vom Dakarsieg so oder so aufgeben muss.

Es gab heute viel Verwirrung um Sie. Was ist passiert?

Nasser Al Attiyah: Gestern mussten wir in den Dünen anhalten, da der Kühler überzukochen drohte. Ich habe sieben Minuten gestoppt, den Kühlerkopf aufgedreht und mir dabei sogar noch den Daumen stark verbrannt. Nach einer Pause konnten wir dann weiterfahren und hatten ja auch noch ein beachtliches Ergebnis vorzuweisen. Heute hatten wir dieses Problem zu Beginn der Etappe wieder, es waren mehr als 130 Grad Motortemperatur. Da wir in den Dünen definitiv liegen geblieben wären, haben Tina und ich uns dazu entschlossen, direkt zu CP1 zu fahren.

Ein entscheidender Fehler, wie sich jetzt herausgestellt hat.

Al Attiyah: Ja, denn wir haben unterwegs einige "Way Points" nicht passiert. Ab CP1 haben wir die Etappe normal zu Ende gefahren. Ich wusste dass ich eine Zeitstrafe bekommen würde, aber wenn ich mit dem überhitzten Motor in den feinen weichen Sand der Dünen gefahren wäre, wäre ich definitiv mit Motorschaden ausgeschieden. Es tut mir sehr leid für das Team. Denn Tina und ich wussten nicht, dass das Verpassen zu vieler "Way Points" eine Disqualifikation nach zieht.

Man sieht Ihnen die Enttäuschung an. Trotzdem, die Schuld-Frage....

Al Attiyah: ...ich muss mir den Vorwurf selber machen, denn ich war mir der Regel nicht bewusst. Wir haben im Auto in die Karten geschaut und sind gefahren. Ich bin Rennfahrer und kein Regelkundler, auch wenn ich mir das jetzt zu Recht vorwerfen lassen muss. Es tut sehr weh, auf diese Art und Weise von der Rallye zu gehen. Ich hoffe, dass uns die Organisatoren vielleicht doch noch weiterfahren lassen. Das Team hat sehr gut gearbeitet, wir haben eine tolle Show geboten. Schade, dass es wegen eines Zylinderkopfes dann nicht klappt.

Was steht jetzt an?

Al Attiyah: Wenn es bei der Disqualifikation bleibt, dann fliege ich nach Hause. Es tut zu weh, hier passiv dabei zu sein.

Gernot Bauer und Tobias Laure / Eurosport

Kommentare 1 - 4 of 24

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  1. Da gibt es ein schönes Sprichwort: Unwissenheit schützt­ vor Strafe nicht, und auch solche "Stars"­ müssen sich an die Regeln halten.

    Von Franky, am Fr 9.Jan. 7:34
  2. Ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl wäre hier von der­ Organisation schon zu erwarten gewesen...

    Von bender28121982, am Fr 9.Jan. 7:13
  3. Rally fahren und die Regeln nicht wissen? Habe selten­ so gelacht... Ist so wie Einkaufen gehen und an der­ Kasse erfahren das man auch bezahlen muss. Ach stimmt,­ Superstars lassen Einkaufen oder bekommen eh alles­ geschenkt, ach nein, heißt ja "Gesponsert".

    Von andre.nestler, am Fr 9.Jan. 7:11
  4. Kommentar nicht angezeigt durch zu niedrige Bewertung. Zeigen

    Tja kann passieren - mit ner Frau als Beifahrer :)

    Von rueganer, am Fr 9.Jan. 6:52
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