Eurosport - Sa 08.Dez. 16:23:00 2007
Bayern enttäuscht in der ersten Hälfte, Bremen strauchelt in Hannover: Das Rennen um die Herbstmeisterschaft bleibt spannend. Die Münchner kamen zuhause gegen den MSV Duisburg bisher nicht über ein 0:0 hinaus, ein Torfestival gab es hingegen in Hannover, wo Werder 2:3 zurückliegt.
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Danach folgen das Auswärtsspiel bei Hertha BSC und im UEFA-Cup die Begegnung mit Aris Saloniki. Allerdings hofft Werder Bremen, das im Nordderby bei Hannover 06 gastiert, auf einen Patzer des Branchenprimus', um ihm im Fernduell den inoffiziellen "Hinrunden-Titel" noch wegzuschnappen.
"Uns steht ein ganz schwerer Endspurt bevor. Ich hoffe, dass wir unsere Position festigen können", sagte Werder-Coach Thomas Schaaf, dessen Mannschaft mit nur einem Punkt Rückstand hinter den Bayern auf Platz zwei liegt. Statistisch gesehen könnten die Hanseaten auch ein leichtes Spiel haben: Der letzte Heimsieg der Niedersachsen gegen Werder liegt mehr als 35 Jahre zurück. "Da wir lange nicht gegen Bremen gewonnen haben, dürfte die Wahrscheinlichkeit für einen Heimsieg steigen", konterte 96-Trainer Dieter Hecking. Ein besonderes Spiel ist es für Werders Abwehrchef Per Mertesacker, der an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt: "Das ist das Spiel, worauf ich gewartet habe. Das ist emotional das Maximale."
Beckenbauer: Brauchen weitere Stars
Der FC Bayern will seinen Kader weiter optimieren, um die nationale Konkurrenz mehr als bisher auf Distanz halten zu können und wieder in die Champions League einzuziehen. "Wenn wir auf Dauer Erfolg haben wollen, dann brauchen wir weitere Stars", kündigte Bayern-Präsident Franz Beckenbauer an. Die Kluft zwischen den Münchnern und den Duisburgern beträgt schon jetzt 22 Zähler. Dennoch wollen die Gäste nicht als schnöde Punktelieferanten dienen. "Wir wollen zeigen, dass wir besseren Fußball spielen können - und wir wollen gewinnen", sagte MSV-Vereinschef Walter Hellmich.
Den frommen Wunsch hat auch Energie Cottbus, das mit dem Sieg gegen den Karlsruher SC wieder etwas Hoffnung auf den Klassenverbleib schöpfte. Das auswärts bisher sieglose "Schlusslicht" muss aber beim Tabellendritten Hamburger SV antreten. "Das KSC-Spiel war gut und wichtig, ist aber vorbei", meinte Energie-Trainer Bojan Pra¨nikar und kündigte an: "Wir werden als Mannschaft auftreten, diszipliniert stehen und torgefährlich sein." Um den Bayern und Bremen auf den Fersen zu bleiben, will der HSV die Zügel anziehen. "Wir müssen besser Fußball spielen als zuletzt in Bremen und Zagreb", forderte Kapitän Rafael van der Vaart.
Hertha unter Zugzwang
Dass der UEFA-Cup-Erfolg gegen AZ Alkmaar (2:1) für den Tabellen- 16. 1. FC Nürnberg nicht zum Bumerang wird, hofft Trainer Hans Meyer. Denn: "Wenn gegen Hertha BSC nicht gewonnen wird, war der Sieg ein Muster ohne Wert." Die Franken könnten sich mit einem Sieg von den Abstiegsrängen absetzen, wenn Bayer 04 Leverkusen die Erfolgsserie gegen Hansa Rostock (Platz 15) fortsetzt. Um nicht weiter ins Mittelmaß abzugleiten, stehen die Berliner jedoch unter Zugzwang. "Wir kommen langsam unter Druck", weiß Hertha-Coach Lucien Favre angesichts von bisher nur 19 gewonnenen Zählern.
Dies gilt nicht minder für den VfL Wolfsburg vor dem Gastspiel beim VfB Stuttgart. Bei den Niedersachsen sorgt vor allem die "T- Frage" für Wirbel: Simon Jentzsch wurde aus dem Kader gestrichen. Im Tor wird André Lenz stehen. Dessen Ersatzmann ist der sonst in der Regionalliga-Mannschaft aktive Patrick Platins. Das bestimmte Trainer Felix Magath vor der Abreise nach Stuttgart.
Amanatidis sorgt für Unruhe
Den Sprung auf einen UEFA-Cup-Platz hat Vizemeister FC Schalke 04 vor der Partie bei Eintracht Frankfurt im Visier. Bei den seit sechs Spielen sieglosen Hessen sorgte der Vorwurf, Fußball-Profi Ioannis Amanatidis habe in einem Parkhaus eine Frau geohrfeigt, zusätzlich für Unruhe. "Das hat kein negativen Auswirkungen", meinte Eintracht- Coach Friedhelm Funkel und forderte sein Team auf, "bis ans Limit zu gehen". Schalke hofft zudem auf Schützenhilfe durch den VfL Bochum, der den Tabellenfünften Karlsruher SC empfängt. "Wir werden alles versuchen, um dem KSC eine Niederlage beizubringen", sagte VfL-Coach Marcel Koller, "aber ich bin kein Hellseher und kann nicht wirklich sagen, ob der Aufwärtstrend des Aufsteigers tatsächlich beendet ist."
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