Eurosport - Sa 08.Dez. 18:28:00 2007
Vor 69.000 Zuschauern kam der FC Bayern München in der Allianz-Arena nicht über ein schwaches 0:0(0:0)-Unentschieden gegen den MSV Duisburg hinaus. Idrissou (80.) hatte seine Nerven nicht im Griff und sah nach einer Tätlichkeit gegen Kahn zu Recht die Rote Karte von Schiedsrichter Babak Rafati.
Das erwartete Schützenfest des FC Bayern München gegen das Kellerkind aus Duisburg blieb aus. Der Rekordmeister lies Einsatz, Aggressivität und Wille in der ersten Hälfte völlig vermissen. Zwar erhöhten die Bayern den Druck nach der Pause, doch am Ende können sich die Zebras als Sieger fühlen, denn einen Punkt entführt man nicht jeden Tag aus der Allianz-Arena. Die Münchner bleiben mit 35 Punkten Spitzenreiter. So bleibt die Frage der Herbstmeisterschaft bis zum letzten Spieltag der Vorrunde offen. Dennoch haben die Bayern die besten Karten: Der FCB hat trotz des Remis gegen Duisburg einen weiteren Zähler zwischen sich und den SV Werder Bremen gebracht, der bei Hannover 96 3:4 unterlag.
Duisburg holte sich neben einem Punkt vor allem viel Selbstvertrauen und steht nun mit 13 Zählern auf dem 16. Rang der Tabelle.
1. Halbzeit:
Der Duisburger Coach Rudi Bommer hatte sein Team sehr gut auf die Partie vor 69.000 Zuschauern in der erneut ausverkauften Allianz-Arena eingestellt. Die Abwehrreihe um die Routiniers Roque Junior und Björn Schlicke stand sehr tief und ermöglichte den Bayern wenig Räume zum Kombinieren. Den kompakten Defensiv-Verbund komplettierten Mihai Tararache und Ivica Grlic, die den Bayern im defensiven Mittelfeld den Zahn zogen. Ottmar Hitzfeld konnte auf alle Stars zurückgreifen, zudem bekam Ernesto Sosa bekam die Chance sein Können von Beginn an zu zeigen.
Gleich zu Beginn versuchte der FCB Druck auf die Hintermannschaft der Gäste aufzubauen. Miroslav Klose (2.) hatte nach einem schönen Zuspiel von Zé Roberto die Gelegenheit zum Torschuß, doch der Nationalspieler stand nicht richtig zum Ball und am langen Pfosten verpasste Luca Toni. Im Anschluss waren Chancen allerdings Mangelware und die Bayern begnügten sich damit den Ball hin und her zu schieben und ließen das schnelle Spiel in die Offensive komplett vermissen. Lediglich Daniel van Buyten (42.) hatte die Möglichkeit nach einem Freistoß von
Franck Ribéry aus dem linken Halbfeld, den zunächst alle verpassten. Doch van Buyten schaffte es nicht den Ball aus fünf Metern im Tor zu versenken.
In der 37. Minute musste Tobias Willi verletzungsbedingt durch Michael Lamey ersetzt werden. Der eingewechselte Spieler fügte sie nahtlos in das heute gut funktionierende Mannschaftsgefüge ein. Ribéry, Toni und Klose waren völlig abgemeldet und so lahmte das Offensiv-Spiel der Münchner, denn auch Sosa konnte auf der rechten Seite im Mittelfeld nicht überzeugen. So wurde die Mannschaft von Hitzfeld vom verwöhnten Publikum dann auch zurecht mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Halbzeit begleitet.
2. Halbzeit:
Nach der Pause wollten die Bayern ihren Fans das zeigen, was sie in der ersten Halbzeit schuldig blieben. Nach einem schönen Dribbling von Ribéry über die linke Seite war es erneut van Buyten (52.), der die große Möglichkeit vergab den Ball ins Tor zu köpfen. Ribéry drehte zusehends auf und hauchte dem Offensiv-Spiel der Münchner Leben ein. In der 69. Minute war es dann französische Nationalspieler selbst, der von links in den Strafraum drängte, mit einem Flachschuss am gut aufgelegten Keeper Tom Starke aber scheiterte.
Die Duisburger hielten dennoch gut dagegen und vereitelten die meisten Möglichkeiten schon im Ansatz durch ihr aggressives Spiel gegen den Ball und durch die gut funktionierende Abseitsfalle. Allein Weltmeister Toni stand bis zu seiner Auswechslung (76.) sieben Mal im Abseits. Den heute blassen Italiener ersetze Lukas Podolski, der nach einer Flanke von rechts durch den nun quirligen Ribéry (78.) die Möglichkeit hatte das 1:0 mit dem Kopf zu erzielen, doch er und auch sein Nationalmannschaftskollege Klose verpasste in aussichtsreicher Position.
In der 81. Minute schwächte sich der MSV selbst, als Mohmmadou Idrissou sich nicht im Griff hatte und Oliver Kahn in einer völlig unnötigen Aktion die Beine wegzog eine klare Rote Karte für den Angreifer war die Folge! Zuvor hatte Duisburg Pech, als sowohl Tobias Willi (39.) als auch Schlicke (49.) verletzungsbedingt ausgewechselt wurde.
Auch die letzten Angriffsbemühnungen der Bayern in der Schlussphase konnte die Duisburger Defensive abwehren und sich nach vier Minuten Nachspielzeit über ein verdientes Remis beim Rekordmeister freuen, das den Duisburgern neben einem Punkt auch sehr viel Selbstvertrauen bringen wird.
Spieler des Spiels:
Tom Starke war im Spiel gegen das Starensemble aus München ein sicherer Rückhalt für seine Mannschaft und vereitelte etliche Chancen.
Andreas Lehmann / Eurosport