München (dpa) - Am Anfang gab es Pfiffe, am Ende nur noch Beifall: Bundestrainer Uwe Krupp hat der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft sechs Monate nach dem WM-Schock in der Schweiz wieder Leben eingehaucht.
Der verdiente Lohn für den beherzten Auftritt beim 20. Deutschland-Cup in München war das umjubelte 5:1 (3:1, 1:0, 1:0)-Schützenfest gegen die Schweiz. Nach dem Prestigeerfolg gegen den Erzrivalen und vor dem entscheidenden Schlussspiel zwischen den USA und der Slowakei war sogar der Turniersieg möglich.
Beim Schaulaufen für Olympia 2018 in München versetzte der letzte Test für die Winterspiele im Februar in Vancouver das deutsche Lager in Aufbruchstimmung. «Wir sind zurück. Unser Eishockey kann sich wieder sehen lassen», stellte Sportdirektor Franz Reindl auch mit Blick auf die Heim-Weltmeisterschaft im Mai kommenden Jahres erleichtert fest.
Weltklasse-Eishockey zeigte keine der vier Mannschaften. Die DEB- Auswahl verschaffte sich mit großem Engagement, Siegeswillen und Moral Respekt und Anerkennung. «Da wird um jeden Puck gekämpft, mit Deutschlands Eishockey geht's aufwärts», stellte der slowakische Trainer Jan Filc fest. Sein Team musste sich mit 1:2 geschlagen geben, als der Iserlohner Michael Wolf mit dem entscheidenden Penalty den deutschen Kraftakt belohnte.
Trotz der kraftraubenden Energieleistung gegen die Slowakei konnte die neuformierte Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) noch zulegen und fegte mit verblüffender Leichtigkeit und erfolgreichem Powerplay nach zuletzt sechs Niederlagen gegen die Schweiz den Favoriten vom Eis. Patrick Hager (4. Minute), Manuel Klinge (13.), Wolf (17.), Jason Holland (26.) und Kai Hospelt (48.) machten vor 5800 Zuschauern in der Olympiahalle den verdienten Erfolg perfekt.
Der nach der letzten WM schwer unter Beschuss geratene Krupp hakte den Olympia-Test als gelungen ab. «Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, die extrem hart arbeitet. Die Jungs sind über sich hinausgewachsen und an die Grenzen ihrer Fähigkeiten und der körperlichen Belastungen gegangen», zog der zu Turnierbeginn mit Buhrufen empfangene Coach zufrieden Bilanz. «Wir sind wieder konkurrenzfähig. Der Trainer hat den Jungs wieder Spielfreude, Siegeswillen und Emotionen vermittelt. Der Umbruch ist gelungen», sagte Reindl, der nach der WM im Frühjahr in Köln und Mannheim mit Krupp weitermachen möchte. Doch die Zeichen stehen eher auf Abschied. «Ich hätte Verständnis dafür», sagte Reindl
Am 11. November fliegt Krupp nach Übersee, um die in der nordamerikanischen Profiliga NHL beschäftigten Nationalspieler in Augenschein zu nehmen. «Es gibt keine Freifahrtscheine», betonte Krupp. Aber Spieler wie Marco Sturm, Marcel Goc, Jochen Hecht, Dennis Seidenberg, Christian Ehrhoff, Felix Schütz oder Alexander Sulzer dürften gesetzt sein. Auf dem besten Weg zurück in den Kader ist Thomas Greilinger. «Er kann ein fester Bestandteil der Mannschaft werden», lobte Krupp den Stürmer, der nach zwei schweren Knieverletzungen in der niederbayerischen Eishockey-Provinz neu anfing und nun wahrscheinlich nach Vancouver fährt. Auch Berlins Meister-Torwart Rob Zepp darf nach seinem Klasse-Debüt im Spiel gegen die USA auf einen Platz im vorläufigen Olympia-Aufgebot hoffen, das Krupp im Dezember benennen muss.


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Kommentare 1 - 1 of 1
Schöner Sieg der Deutschen, doch man sollte sich da jetzt nicht zuviel rausnehmen, an der letzten WM lief auch garnix, und nun scheint man eine gute Basis gefunden zu haben! Die Schweizer waren auch etwas müde (4 spiel in 92 Stunden), aber dennoch hat Deutschland verdient gewonnen! Aber wie gesagt Ball flachhalten, das war der erste Sieg seit langer langer Zeit und an Olympia zählts, nicht jetzt!
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