Bundesliga - Top-Transfer versus Problemfall

Eurosport - Sa 08.Nov. 21:03:00 2008

Der HSV und Borussia Dortmund sind Tabellennachbarn. Doch viel gemeinsam hat ihr Saisonverlauf nicht. Die einen konstant, die anderen schwankend, versuchen beide Mannschaften, oben anzudocken. Wenn es am Samstag (15:30 Uhr im Live-Ticker) zum direkten Duell kommt, stehen zwei "Überläufer" im Fokus.

FOOTBALL 2008-2009 Bundesliga Hamburg-Dortmund Petric Zidan PICASSO - 0

Die rauchige Stimme von Martin Jol erinnerte ein wenig an seinen Vorgänger als HSV-Trainer, Huub Stevens. Jol schien sich im nassen November einen "aufgesackt" zu haben, wie man norddeutsch für erkältet sagt. Auch der latent genervte Unterton ließ für einen Moment an den bisweilen unwirschen Stevens denken. Grund für Jols Verstimmtheit: Nach einem fulminanten Saisonstart ist er mit seinen "Rothosen" von der Realität eingeholt worden. Nach zuletzt nur vier möglichen Punkten aus vier Spielen - währenddessen kassierten die Konkurrenten Hoffenheim, Leverkusen und Bayern derer zwölf - war der Absturz von der Pole-Position der Tabelle auf Rang fünf zu verbuchen.

Vielleicht ist Jol auch deswegen so verschnupft, weil die Ursachenforschung für die Mini-Negativserie schwer zu ergründen ist, obwohl sich der breit aufgestellte Expertenstab um den Cheftrainer und HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer alle Mühe gibt, dies zu tun. "Es ist kein Normalzustand, so oft in Rückstand zu geraten", hatte Beiersdorfer noch nach dem jüngsten 0:3 bei Hannover 96 angemahnt. "So haben wir oben in der Tabelle nichts zu suchen", lautete seine logische Schlussfolgerung. Das Kassieren von frühen Gegentoren ist beim HSV virulent. Doch wo es zu Saisonbeginn häufig klappte, selbst einen 0:2-Rückstand noch einmal umzubiegen, ist auch die Überlebensversicherung Angriff nun ins Stocken geraten.

Hanebüchener HSV-Auftritt

Jol schien nach dem Desaster von Hannover innerlich Geröll abgesondert zu haben, so hanebüchen war die Vorstellung bei den Leinestädtern gewesen. Stock-, Stellungs- und Leichtsinnsfehler drohen zum Markenzeichen des derzeitigen HSV zu werden, vor wenigen Wochen noch das Bundesligateam der Stunde. "Wenn man so viele Ballverluste hat, wie wir, macht man es dem Gegner leicht", kritisierte HSV-Coach Jol das unflüssige Spiel seiner Elf.

Gegen Borussia Dortmund soll nun alles anders werden. Dass das Einspielen eines in großen Teilen neuen Teams ein Prozess mehrerer Monate sein wird, hatte Jol stets betont, umso mehr muss er sich auf seine Führungsspieler verlassen. Der Coach nennt diese gerne "Stilisten" und meint damit eine Mischung aus technischem Vermögen und Verantwortungsgabe.

Top-Transfer versus Problemfall

Mladen Petric ist so ein Spieler, und die jüngste Talfahrt des HSV kann auch ein wenig an ihm festgemacht werden. Nachdem der Ex-Dortmunder zuvor in vier Ligaspielen viermal traf, hat der kroatische Nationalspieler ebenfalls seit vier Spieltagen Sendepause. Nun geht es ausgerechnet gegen den Verein, der ihn kurz vor Ende der Transferperiode in einem spektakulären Transfercoup nach Hamburg ziehen ließ. Die Hanseaten gaben dafür ihren ungeliebten Stürmer Mohamed Zidan an Dortmund ab. Dazu kassierten die Westfalen immerhin noch 4,8 Millionen Euro, was die unterschiedliche Qualität beider Angreifer drastisch beziffern müsste.

Zunächst sah es auch so aus, als wenn Petric der erwünschte Top-Transfer nach dem Weggang von Leader Rafael van der Vaart wäre - insgesamt erzielte er schon acht Pflichtspieltreffer in 15 Spielen. Zidan indes, an der Elbe als Problemfall abgestempelt und ohnehin republikweit mit kritischen Argusaugen beobachtet, kam in Dortmund nicht in Tritt. Ein Bauchmuskelanriss in der UEFA-Cup-Partie gegen Udine Calcio tat ihr weiteres zur schlechten Lobby.

Zidan schenkt Vertrauen langsam zurück

Wenn da nicht Zidans Mentor aus gemeinsamen Mainzer Tagen, BVB-Trainer Jürgen Klopp wäre. Er hielt nibelungentreu zu seinem einstigen Musterschüler, der in der Rückrunde 2005/06 in 15 Spielen 13 Tore für Mainz 05 in der Bundesliga erzielte und seine zeitweilige Extraklasse unter Beweis stellte. Zidan fängt an, Vertrauen zurückzuzahlen und traf in den zurückliegenden vier Partien zweimal für den BVB jeweils mit wichtigen Treffern. Die Dortmunder haben die letzten sechs Begegnungen in der Bundesliga nicht verloren, allerdings auch nur zweimal gewonnen.

Trotzdem trifft der HSV als starke Heimmannschaft auf ein auch auswärts kompakt auftretendes Gästeteam. Was beide Mannschaften verbindet, sind Personalsorgen. Während beim HSV der Einsatz von Rechtsverteidiger Guy Demel fraglich ist, Marcell Jansen wohl höchstens als Ergänzungsspieler zur Verfügung steht und Nigel de Jong noch mindestens eine Woche fehlt, muss Klopp auf Alexander Frei, Mats Hummels und Dede verzichten.

Aus Hamburg berichtet Martin Sonnleitner / Eurosport

Kommentare 1 - 6 of 6

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  1. Also mal im Ernst, was sollte der BVB mit Petric, der wollte einfach nicht spielen und hat das auch deutlich heraushängen lassen (er ist zum Ende der Saison weniger gelaufen als der Torwart). Beim HSV hat er anscheinend wieder Lust und das ist doch ok. Herrausragend war er aber sicherlich nicht. Zidan hat sich bisher auch kaum hervor getan, hatte dazu aber auch noch nicht so viele Chancen.

    Von Flower, am So 9.Nov. 11:20
  2. Petric reicht für die Buli aus aber in England oder Spanien hätte der bei einem Spitzenklub wie Chelsea,Manu.Arsenal,Liverpool oder Barca keine Chance.
    Außerdem ist der Geldgeil und hätte bei Dortmund bleiben müssen!!!

    Von essien66, am Sa 8.Nov. 20:08
  3. Gjndmktgckm

    Von Malte, am Sa 8.Nov. 19:51
  4. LoooL... Was soll dieser Artikel? Das ist apsoluter schwachsinn, wie kann man eine Talfahrt an einem Spieler festlegen?.. die Mannschaft spielt, nicht Mladen Petric.
    Er war in dieser Saison bisher der beste Spieler beim HSV, man kann sich ja auch fragen warum Guerrero weis auch nicht wieviel Spiele nicht getroffen hat...
    Zidan hat bisher dem BVB nicht wirklich etwas gebracht, ein Törchen villeicht erzielt und das wars, Petric hätte sicherlich der Mannschaft mehr genützt als Zidan.

    Von beni_hrvat, am Sa 8.Nov. 14:45
  5. Zidan ist der beste stürmer in der bundesliga. er hatte nur grad pech wegen der verletzung. aber er kommt jetzt wieder und wird wieder der alte zidan aus mainzer zeiten sein.

    Von elhadaaf, am Sa 8.Nov. 13:46
  6. Beterschap Martin en laat ze een poepie ruiken die van BVB

    Von damesvoetbal, am Sa 8.Nov. 12:22
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