Eurosport - Do 08.Okt. 16:42:00 2009
Klartext vom neuen Champion: Nach seinem Gold-Coup bei den Titelkämpfen in der Schweiz hielt sich Cadel Evans noch mit Äußerungen zum Thema Doping zurück. Jetzt aber bekennt der Australier Farbe und äußert sich zum Reizthema ebenso wie zu seinen Jahren bei T-Mobile.
Der frischgebackene Titelträger geht davon aus, dass es inzwischen eine "Wende" im Kampf gegen Doping im Radsport gegeben habe - und dass er ohne diese Neuausrichtung und Verschärfung "vielleicht gar nicht Weltmeister wäre".
Wobei er auch offen Stellung zu der Tatsache bezieht, dass er selbst in einem Team aktiv war, in dem systematisches Doping inzwischen als Fakt festgestellt wurde.
Mit Rückblick auf seine beiden Jahre im Trikot von T-Mobile 2003/2004, in denen er sich gleich drei Mal das Schlüsselbein brach und nur vereinzelt seine Klasse zeigen konnte, meint er nun in der 'Gazzetta dello Sport': "Das Team war fraglos ein wenig seltsam. Und es war auf keinen Fall die passende Umgebung für mich. Ich war Außenseiter, es gab seltsame, zwiespältige, unklare Situationen."
Er bestritt, teils auch wegen seiner Verletzungen, kaum große Rennen im Magenta-Trikot und fasst seine Zeit dort kurz und bündig als "unglücklich zwischen Stürzen und Verletzungen" zusammen. Im Rahmen aller Ermittlungen um den einstigen Top-Rennstall kam Evans selbst nie in Doping-Verdacht, weder durch Unterlagen noch Aussagen.
Schlechtes Umfeld, gestohlene Siege
Ein unschöner Geschmack bleibt aber dennoch, ebenso wie von nie konkretisierten oder gar bewiesenen Vorwürfen einer angeblichen Zusammenarbeit mit dem italienischen Doping-Arzt Michele Ferrari. Auch Evans aktueller Rennstall Silene-Lotto hatte zuletzt zumindest ein unglückliches Händchen bei seiner Personalauswahl - um es vorsichtig zu sagen: Erst wurde Bernhard Kohl verpflichtet, dann Thomas Dekker - beide sind inzwischen als Blutdoper überführt und geständig.
Das alles bedeutet aber in keinster Weise, dass Evans selbst nach seinem größten Sieg im Titelrennen von Mendrisio seine Vergangenheit umdeuten will. Selbst in systematisch dopenden Teams wie Festina oder Cofidis gab es saubere Fahrer.
Und der oft schweigsame und sich meist nur kryptisch äußernde 32-Jährige hat schon vor dem Triumph in Mendrisio durchaus klar Position zum Betrug sauberer Fahrer durch die gedopte Konkurrenz bezogen. So erklärte er 2007, als er sich bei der Tour de France erst mit Michael Rasmussen und dann Alberto Contador duellierte: "Ich bin schon in der Vergangenheit von Betrügern geschlagen worden und werde das auch wieder werden. Dessen bin ich mir sicher - aber ich rege mich darüber nicht auf."
TV-Tipp:
Auch nach der WM blieben wir bis zum Saisonfinale bei den letzten Top-Rennen für Sie dabei: Verfolgen Sie bei Eurosport-TV, im Eurosport Player und hier im Live-Ticker die großen Klassiker Paris-Tours (11.10.) und Lombardei-Rundfahrt (17.10.) hautnah mit!
Kommentare 10 - 29 of 29
Auf jedenfall jemand der es als "ewiger Zweite" verdient hat. So viel Pech bei der Vuelta und wirklich auf der Rechnung hatte ihn doch vorher niemand. Nur wenige Kämpfen so hart auf dem Rad wie er.
Lieber Herr Andreas Schulz!
Sie schrieben in Ihrem Artikel folgenden Satz:
Das alles bedeutet aber in keinster Weise, dass Evans selbst nach seinem größten Sieg im Titelrennen von Mendrisio seine Vergangenheit umdeuten will. Selbst in systematisch dopenden Teams wie Festina oder Cofidis gab es saubere Fahrer.
Es tut mir sehr leid, aber ich muss einfach darauf hinweisen, dass die Formulierung "In keinster Weise" eine nicht existente Redewendung ist. Es handelt sich hierbei um einen populären Sprachfehler, jedoch muss man ganz klar betonen, dass es zum Wort "kein" keinen Superlativ geben kann. Wenn man darüber nachdenkt sieht man sofort, wie widersprüchlich das ist.
Kein und ein und nichts sind nicht steigerbar, du und ich ja auch nicht. (Zitat von Brigitte Grunert aus dem Berliner Tagesspiegel, die zu diesem Thema einen sehr guten Artikel verfasst hat.)
Um mit dieser sprachlichen Groteske endlich Schluss zu machen muss man gezielt auf diesen Fauxpas hinweisen und zwar nicht nur wenn die Politiker im deutschen Bundestag diese Redewendung benutzen, sondern auch wenn ich sie auf meiner (Lieblings-)Onlinesportseite finde.
Mit freundlichen Grüßen
Martin
auf jeden Fall besser der Evans als Weltmeister als dieser Greipel. Da häte man sich als Deutscher fremdschämen müssen
würde gern glauben dass evans sauber ist und im text sind ja auch ganz gut die argumente pro/contra aufgeführt. irgendwie mag ich den burschen, er ist nicht so stumpf oder allglatt wie die meisten. wir hätten auf jeden fall viel schlimmere weltmeister haben können
Die Steinzeit ging nicht etwa zu Ende weil die Steine ausgingen.
Ach wie naiv,besser unwissend sind doch hier cadel evans-Fans,die glauben,er sei ohne Doping Weltmeister geworden.
@alexkolysh,
na aber, es weiß doch jeder hier im Forum, dass Jens S ALG 2 Bezieher ist und damit keine GEZ zahlen muss.
@ geizige reiche Ente: Das ist so nicht ganz korrekt, auch wenn er den Fernseher abgibt und immer noch nen PC mit Internetanschluss hat muss er GEZ gebühren zahlen!
Jens, Du musst Doch keine Gebühren zahlen! Gib doch einfach den Fernseher weg, wenn Dich das Programm intellektuell überfordert
Nur im Radsport wird permanent alles und jeder verdächtigt und denunziert. Beim Biathlon oder Eisschnellaf wird vertuscht was das Zeug hält. Und die Medien spielen mit, weil sie nicht noch eine Sportart verlieren wollen.
Wartet mal ab, wie lange die ARD und ZDF die Wintersportarten LIVE übertragen werden. Ein Johann Mühlegg war ja ein Einzelfall, die anderen dopen bestimmt nicht. Bis auf die Russen vielleicht.
Aber ich ertrags mit Fassung, bin eigentlich sogar froh, dass ARD/ZDF nicht mehr die Tour übertragen. Die korrupten ARD-Jungs um Emig & Co hatten vom Sport eh keine Ahnung und konnten gerade mal ein Rennrad von einem Zeitfahrrad unterscheiden. Geschweige denn, die unvergessliche Anekdote mit Jens Voigt, der angeblich sagte: Profis essen bei der Tour morgens schon kg-weise Nudeln, um die Strapazen ertragen zu können.
Ich lach mich schlapp! Schade, dass ich dafür Gebühren zahlen muss.
Evans tut mir leid. Immer wieder nur Zweiter und wenn er mal was Grosses gewinnt, muss er sich rechtfertigen.
Ich mag wirklich diesen Sport, fahre auch selbst sehr viel, aber mittlerweile gehen mir die Medien mit ihren Schlagzeilen produzierenden Fragen auf den Sack.
@ GwmFranky36Bkk
eig ja n toller sachlicher beitrag von dir mit nur einem schönheitsfehler
du hast unter den dopingverbrechern contador mit aufgeführt jedoch konnte man ihm nie etwas beweisen und er ist damit als unschuldig anzusehen
ich will damit nicht sagen das ich ihn für unschuldig halte aber es ist nunmal so das es nur unsere vermutungen sind wir können es auch nicht wissen/beweisen und sollten auch ihm gegenüber fair bleiben
Sehr symphatischer Fahrer. Fährt konstant, kann halt nicht solche Bergsprints einlegen wie Rasmussen oder Contalabor. Das macht ihn unverdächtig.
@GwmFranky36Bkk
sehr schöne Ausführung. Wo wären wir denn, wenn wir den Glauben verlieren würden. Nur dieser Drang, an etwas besseres zu glauben, bringt uns weiter.
Dummheit, die man bei anderen sieht, wirkt meist erhebend aufs Gemüt.
Es fällt mir schwer zu glauben daß Cadel Evans immer sauber war. Er ist zu nahe am Sumpf gewesen. Es kann sein daß er dieses mal sauber war, aber die Vergagnenheit holt wohl auch ihn irgendwann mal ein.
Sollte er wirklich ein weißes Schaf in der schwarzen Herde der Fahrer gewesen sein so ist es ein doppelter Triumpf für ihn. Nachdem aber Drogenverbrecher wie Rasmussen (bewiesen), und Contador, Armstrong (speziell er hat wohl seinen Krebs wegen Juniorendoping bekommen), Ullrich und andere (extrem wahrscheinlich aber hinterlistiges schlangenartiges Verhalten verhindert 100%ige Aufklärung obwohl DNA-Beweise existieren) systematisch gedopt haben, und auch die meisten Fahrer im Rennfahrerlager kräftig mitgemacht haben, ist es nicht einfach an Leute wie Cadel Evans zu glauben. Aber ich bin mal so frei und gebe im vorläufig den Kredit der Vertrauenswürdigkeit.
Cadel du bist ein großer sportler und Mensch!!! deine tränen auf dem podest haben gezeigt wie sehr du unter allem gelitten hast aber wir glauben an dich!!! TOUR SIEG 2010
Das Cadel sagt sogar die Wahrheit! Dank Corrupti-UCI wurden alle anderen hochgedopten aussortiert. Viele sind ja wundersamerweise erst gar nicht zur WM angetreten.
Das Unglück ist, dass jeder denkt, der andere sei wie er, und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt.
@PeGla, die Hoffnung stirbt eben zuletzt, dass in diesem herrlichen Sport doch Sauberkeit hinein kommt. Meiner Meinung nach ist dieser Profiradsport nahe der Talsohle. ist nur die Frage davor oder dahinter?!
@Jens S, da bin ich völlig illusionsfrei. Nicht mal die größten sog. "Saubermänner" können sich zu Dopingfragen `ne klare Position abringen und ihrem Gegenüber direkt in die Augen schauen. Nur nervige Reaktionen und Spucke auf die tatsächlich reuigen Fahrer.
@alle die, die immer jammern: "in den anderen Sportarten wird ja auch",
wir sind hier im Radsportforum und Radsport ist eigentlich ein toller Sport.
Bitte melden Sie sich an.
Kein Yahoo! User? Kostenlos Anmelden.